Schweiz
Medien

Causa-Fischer: SRG-Ombudsstelle weist Beschwerden zurück

KARLSTAD, SWEDEN 20240210 Schweiz head coach Patrick Fischer during Saturday s Ice hockey, Eishockey match in the Beijer Hockey Games Euro Hockey Tour between Sweden and Switzerland in Löfbergs Arena. ...
Ex-Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer.Bild: IMAGO/TT

Causa-Fischer: SRG-Ombudsstelle weist Beschwerden zurück

Die Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz hält die SRF-Berichterstattung über das gefälschte Covid-Zertifikat des Eishockey-Nationaltrainers für sachgerecht.
13.05.2026, 20:2013.05.2026, 20:30

27 Beschwerden zur Berichterstattung zum gefälschten Covid-Zertifikat des Schweizer Eishockey-Nationaltrainers Patrick Fischer gingen bei der Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz ein. Sie wurden geprüft und zurückgewiesen, wie die unabhängige Beschwerdeinstanz am Mittwoch mitteilte.

Kritikerinnen und Kritiker bezeichneten die Berichterstattung als unfair und unverhältnismässig und monierten, dass Fischer und der Schweizer Sport dadurch unnötig Schaden erlitten hätten.

Gesicht der Berichterstattung

Die Ombudsstelle stellt fest, dass nach ihrer Prüfung kein Verstoss gegen das Radio- und Fernsehgesetz vorliegt. Sie beurteilt die Berichterstattung insgesamt als sachgerecht und sieht ein überwiegendes öffentliches Interesse, weil Fischers Verhalten in engem Zusammenhang mit seiner Rolle als Nationaltrainer und einer Vorbildfunktion stand. Auch die mögliche Auswirkung auf die Mannschaft bei einer Einreise nach China sei relevant gewesen.

Kritisch bewertet die Ombudsstelle einzig den «10 vor 10»-Beitrag: Es sei unglücklich gewesen, dass Pascal Schmitz, der verantwortliche Journalist, als Studiogast auftrat und damit zum Gesicht der Berichterstattung wurde; stattdessen hätte ein Mitglied der Chefredaktion sprechen sollen. Dieser Punkt ändere jedoch nichts daran, dass kein programmgerechter Verstoss festgestellt wurde.

Pascal Schmitz SRF
Hätte nicht zum Gesicht der Berichterstattung werden sollen: SRF-Moderator Pascal Schmitz.Bild: SRF/Gian Vaitl

SRF weist die Vorwürfe zurück und betont, man habe nach journalistischen Grundsätzen gehandelt, die Fakten geprüft und verschiedene Perspektiven gezeigt.

Darum ging es

Für ein Porträt über die Eishockey-Nationalmannschaft und ihren Trainer Patrick Fischer kam es am 18. März 2026 zu einem Drehtag für eine Sendung von «10vor10». Während des Mittagessens erzählte Patrick Fischer, dass er 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an die Olympischen Spiele nach Peking gereist sei.

SRF setzte daraufhin das Porträt nicht wie geplant um. Vielmehr erfolgte eine journalistische Recherche rund um das gefälschte Covid-Zertifikat und die Verurteilung Fischers durch die Staatsanwaltschaft Luzern wegen Urkundenfälschung im Jahr 2023.

Nachdem SRF Patrick Fischer mit den amtlichen Dokumenten konfrontiert hatte, wählte Fischer den Gang an die Öffentlichkeit. Er entschuldigte sich in einem Video für seinen Fehltritt. Nach dieser öffentlichen Stellungnahme folgte die Berichterstattung von SRF zum Thema. (val)

    DANKE FÜR DIE ♥
    Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
    (Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
    5 CHF
    15 CHF
    25 CHF
    Anderer
    Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
    Das könnte dich auch noch interessieren:
    Du hast uns was zu sagen?
    Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
    0 Kommentare
    Dein Kommentar
    YouTube Link
    0 / 600
    Hier gehts zu den Kommentarregeln.
    Bundesrat hält achtzigjährigen Betrieb von AKWs Gösgen und Leibstadt für möglich
    Ein achtzigjähriger Langzeitbetrieb der Kernkraftwerke Gösgen und Leibstadt wäre technisch möglich und in den allermeisten Fällen auch wirtschaftlich. Zu diesem Schluss kommt der Bundesrat in einem am Mittwoch publizierten Bericht. (sda)
    Zur Story