Causa-Fischer: SRG-Ombudsstelle weist Beschwerden zurück
27 Beschwerden zur Berichterstattung zum gefälschten Covid-Zertifikat des Schweizer Eishockey-Nationaltrainers Patrick Fischer gingen bei der Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz ein. Sie wurden geprüft und zurückgewiesen, wie die unabhängige Beschwerdeinstanz am Mittwoch mitteilte.
Kritikerinnen und Kritiker bezeichneten die Berichterstattung als unfair und unverhältnismässig und monierten, dass Fischer und der Schweizer Sport dadurch unnötig Schaden erlitten hätten.
Gesicht der Berichterstattung
Die Ombudsstelle stellt fest, dass nach ihrer Prüfung kein Verstoss gegen das Radio- und Fernsehgesetz vorliegt. Sie beurteilt die Berichterstattung insgesamt als sachgerecht und sieht ein überwiegendes öffentliches Interesse, weil Fischers Verhalten in engem Zusammenhang mit seiner Rolle als Nationaltrainer und einer Vorbildfunktion stand. Auch die mögliche Auswirkung auf die Mannschaft bei einer Einreise nach China sei relevant gewesen.
Kritisch bewertet die Ombudsstelle einzig den «10 vor 10»-Beitrag: Es sei unglücklich gewesen, dass Pascal Schmitz, der verantwortliche Journalist, als Studiogast auftrat und damit zum Gesicht der Berichterstattung wurde; stattdessen hätte ein Mitglied der Chefredaktion sprechen sollen. Dieser Punkt ändere jedoch nichts daran, dass kein programmgerechter Verstoss festgestellt wurde.
SRF weist die Vorwürfe zurück und betont, man habe nach journalistischen Grundsätzen gehandelt, die Fakten geprüft und verschiedene Perspektiven gezeigt.
Darum ging es
Für ein Porträt über die Eishockey-Nationalmannschaft und ihren Trainer Patrick Fischer kam es am 18. März 2026 zu einem Drehtag für eine Sendung von «10vor10». Während des Mittagessens erzählte Patrick Fischer, dass er 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an die Olympischen Spiele nach Peking gereist sei.
SRF setzte daraufhin das Porträt nicht wie geplant um. Vielmehr erfolgte eine journalistische Recherche rund um das gefälschte Covid-Zertifikat und die Verurteilung Fischers durch die Staatsanwaltschaft Luzern wegen Urkundenfälschung im Jahr 2023.
Nachdem SRF Patrick Fischer mit den amtlichen Dokumenten konfrontiert hatte, wählte Fischer den Gang an die Öffentlichkeit. Er entschuldigte sich in einem Video für seinen Fehltritt. Nach dieser öffentlichen Stellungnahme folgte die Berichterstattung von SRF zum Thema. (val)
