Schweiz
Migration

10-Millionen-Schweiz-Initiative könnte zu höheren Steuern führen

Ein Abstimmungsplakat der SVP zur Eidgenoessischen Volksinitiative: Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative) am Montag, 11. Mai 2026 in der Gemeinde Oberdorf im Kanton Nidwalden. (KEYST ...
Am 14. Juni 2026 stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über die «Keine 10-Mio-Schweiz»-Initiative der SVP ab.Bild: keystone

635 Franken: Gewerkschaftsbund rechnet bei Annahme der SVP-Initiative mit höheren Steuern

13.05.2026, 10:5113.05.2026, 10:51

Im Juni stimmt die Schweiz über eine neue SVP-Initiative zur Zuwanderung ab. Die Rechtspartei möchte, dass der Bundesrat die Migration in die Schweiz bei einer Bevölkerung von 10 Millionen Menschen deckelt. Das habe drastische Folgen für die Wirtschaft, aber im Besonderen auch für die Altersvorsorge, warnt der Schweizerische Gewerkschaftsbund.

Das Problem: Schweizerinnen und Schweizer haben immer weniger Kinder und werden im Schnitt immer älter. Diese Überalterung führt dazu, dass immer weniger Junge für immer mehr Alte die Altersvorsorge finanzieren müssen. «Es hat einen Preis, wenn die Erwerbsbevölkerung zurückgeht», sagt Daniel Lampart, Chefökonom des Gewerkschaftsbunds, zum Tages-Anzeiger.

Diesen Preis beziffert Lampart nun mit einer drohenden Steuererhöhung von 635 Franken pro Jahr für einen Durchschnittshaushalt, sollte die «Keine 10-Mio-Schweiz»-Initiative angenommen werden. Diese Zahl stützt der Ökonom auf Zahlen des Bundes und seine eigenen Berechnungen. Demnach kämen in 30 Jahren nur noch zwei Arbeitnehmende auf eine pensionierte Person. Heute sind es deren drei.

Die SVP wehrt sich

Diese beschleunigte Umschichtung reisse nicht nur Löcher in die Finanzierung der Altersvorsorge, sondern auch in die des Gesundheitswesens. «Die Initiative impliziert eine Steuererhöhung, wenn man das Leistungsniveau halten will», sagt Lampart zur Zeitung.

Thomas Aeschi, SVP-ZG, spricht an der Fruehjahrssession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 5. Maerz 2026 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Andreas Becker)
Thomas Aeschi im Bundeshaus.Bild: keystone

Fraktionschef Thomas Aeschi wehrt sich gegen die neuen Berechnungen der Gewerkschaften: Sie beschäftigten «sich mit theoretischen Problemen in der weiten Zukunft», sagt der SVP-Mann im «Tages-Anzeiger». Man sollte den Blick eher auf «die Probleme der Gegenwart» richten, so Aeschi. (leo)

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