Schweiz und Marokko wollen Rückführungen beschleunigen
Die Schweiz und Marokko wollen künftig Personen mit unbefugtem Aufenthalt besser in ihre Heimatländer zurückführen können. Vertreter der beiden Länder haben am Freitag in der marokkanischen Hauptstadt Rabat eine entsprechende Vereinbarung verabschiedet.
Die Übereinkunft sieht ein beschleunigtes Verfahren vor im Bereich der Identifizierung und Rückführung dieser Personen, wie das Schweizer Staatssekretariat für Migration (SEM) am gleichen Tag mitteilte.
Die Vereinbarung wurde von Vincenzo Mascioli, Schweizer Staatssekretär für Migration, und Khalid Zerouali, Direktor für Migration und Grenzüberwachung Marokkos, abgeschlossen.
SEM-Mediensprecher Daniel Bach bestätigte auf Anfrage eine Aussage von blick.ch, gemäss welcher die Identifikation von abgewiesenen Asylsuchenden bisher im Schnitt über 150 Tage dauerte. Künftig sollen es nur noch maximal 30 Tage sein. Auch Ersatzreisedokumente sollen deutlich schneller ausgestellt werden.
Die offizielle Unterzeichnung der Vereinbarung folgt laut Bach später und muss noch durch den Bundesrat.
Laut dem neusten SEM-Communiqué vereinbarten Mascioli und Zerouali auch, die polizeiliche Zusammenarbeit zu verstärken, insbesondere durch gezielte Initiativen bei der Ausbildung und durch den Austausch von Fachwissen.
Treffen schon im April
Bereits Mitte April hatten Bundesrat Ignazio Cassis und dessen marokkanischer Amtskollege Nasser Bourita in Bern anlässlich eines Besuchs Bouritas schwerpunktmässig über Migration gesprochen.
Schon damals hiess es, Bern und Rabat hätten Gespräche aufgenommen, um Rückübernahmeverfahren zu verbessern und die konsularische Zusammenarbeit zu verstärken. (sda)
