Schweiz
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Personen nehmen an der nationalen Demonstration ãAsylcamps sind keine LoesungÒ teil, am Samstag, 9. November 2019, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Teilnehmer des Demonstrationszuges am Samstag auf dem Bundesplatz in Bern. Bild: KEYSTONE

Friedliche Demo in Bern «gegen Asylcamps» im In- und Ausland



An einer Kundgebung mit dem Titel «Asylcamps sind keine Lösung» haben am Samstag in Bern schätzungsweise 700 Personen teilgenommen. Die Organisatoren sprachen von 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Aufgerufen zur Kundgebung hatte das Migrant Solidarity Network. Das ist ein Aktivistennetzwerk, das nach eigenen Angaben die Stimme von Flüchtlingen auf politischer Ebene besser zur Geltung bringen will. Es hat seinen Sitz in Bern.

Warum wurde protestiert?

Die Kundgebung richtete sich gegen die Zustände in afrikanischen und griechischen Flüchtlingslagern und gegen die «Abschottung Europas». Das schrieb das Migrant Solidarity Networt auf Flugblättern und in einer Medienmitteilung. Doch auch die Verhältnisse in der Schweiz kritisiert es.

Flüchtlinge würden in Schweizer Asylzentren isoliert. Nothilfezentren in den Kantonen seien «entwürdigend». Es brauche Respekt, Würde und den gleichen Zugang zu Wohnen, Arbeit, Bildung und Gesundheit für alle. Auf Isolation und Ausschaffungen sei zu verzichten.

Die von der Stadt Bern bewilligte Kundgebung begann auf dem Bundesplatz. Dann zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Berns obere Altstadt zur Schützenmatte, wo die Demonstration zu Ende ging.

Wie schlimm sind die Zustände in den Lagern?

Auf dem Bundesplatz und während des Umzugs schilderten Flüchtlinge und Flüchtlingshelferinnen in Reden die Zustände in in- und ausländischen Lagern. Eine Helferin erzählte beispielsweise, wie im Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos Leute auf dem Boden schlafen müssen, auch im Winter.

Ein in die Schweiz geflüchteter Mann sagte, er habe in einer Schweizer Unterkunft ein Jahr lang mit 15 Personen ein Zimmer geteilt. Geflüchtete würden nicht ernst genommen in Bezug auf Grundrechte wie etwa Bildung, Wohnen, Gesundheit. Wer beispielsweise einen Arzttermin brauche, müsse schon schwer krank sein.

Wenn man beim Arzt sei, frage der zuerst nach dem Ausweis und wie lange man schon hier sei, statt nach den Beschwerden. Und wenn man sich weiterbilden wolle, heisse es: «Es gibt viele Anmeldungen». Dann warte man und warte.

Dieses Warten mache aggressiv und depressiv, sagte ein anderer Flüchtling, der nach eigenen Angaben in einer Unterkunft für abgewiesene Asylbewerber lebt.

(dsc/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • überflüssig 11.11.2019 12:47
    Highlight Highlight der schwerpunkt dieses artikels ist meiner meinung nach tendenziös gesetzt. weil: es herrschen schreckliche, menschenunwürdige zustände in vielen der camps am rand europas! und auch wenn ed menschen wie cedric gibt, die flüchtlinge als störend empfinden, sind das unhaltbare zustände. die wir mit zu verantworten haben.
    es wird geschlagen, gehungert, keine medizinische hilfe geboten, und vorallem: es wird entwürdigt!
    das sind unbestrittene tatsachen, die wir alle kennen.
    es macht mich unglaublich wütend, hier dann die ganzen wohlstandsverwahrlosten kommentare dazu zu lesen.
    mimimi-schweiz.
  • Patalux 10.11.2019 23:15
    Highlight Highlight Die GANZE Schweiz hätte mitmachen sollen.. Aber eben : am Stammtisch lässt sich halt viel labern..
  • Cédric Wermutstropfen 10.11.2019 21:57
    Highlight Highlight Davon habe ich nichts mitbekommen und ich war am Samstag in Bern, in der Altstadt. Das muss ja demnach eine ziemlich lausige Veranstaltung gewesen sein.
  • xHascox 10.11.2019 00:51
    Highlight Highlight Im Schweizer Militär schläft man manchmal auch auf dem Boden, Arzt termin gibts bei kleinigkeiten auch nicht, und freizeit um sich selber weiterzubilden hat man manchmal auch nicht...
    Ich finde bei den Flüchtlingen, wie auch im Militär sollten die Zustände besser werden. Aber wirklich schlimm finde ich beide situationen nicht, es gibt ja immerhin genügend sanitäre einrichtungen. Es gibt also wichtigers wie zb Klimaschutz.
    • nöd ganz. klar #161! 10.11.2019 06:23
      Highlight Highlight @Hascox

      Au ja, vergleichen wir einen zeitlich beschränkten Militärdienst (den man auch verweigern kann, siehe Zivildienst) im eigenen Land, mit der Lage einer Flüchtenden in einem nordafrikanischen Asylcamp... Ok. kannst du machen, ist nur nicht besonders schlau.
      Oder bist du nur äusserst fremdenfeindlich, und verharmlost hier bewusst Fakten mit hanebüchenen Vergleichen?

      Nochmals: Du vergleichst ernsthaft, dein von Wohlstand und Gier geprägtes Leben in Europa, mit dem, welches tausende Schicksale in Camps täglich erleben müssen? No shit. Guetnachtamsächsi...🤦🏾‍♀️
    • xHascox 10.11.2019 09:25
      Highlight Highlight Ich beziehe mich nur auf den Artikel, in diesem werden die Themen Arzt, auf dem Boden schlafen, und 15 Personen im Zimmer erwàhnt.
      Diese Zustände klingen nicht total schlecht. Ich denke, es gibt schlechtere Zustände in anderen Asylcamps. Oder zum beispiel auf rettungsschiffen.
    • MarGo 11.11.2019 09:25
      Highlight Highlight aber ein bisschen scheisse ist doch immer noch scheisse, oder nicht Hasco? Könnten wir es verbessern ist doch die Frage... und warum tun wir es nicht, die noch wichtigere...
      Weil sie es sich noch nicht verdient haben?? Diese Grundeinstellung, die auf Neid und Gier mündet ist doch scheisse! So kommen wir nicht weiter... nicht mit der fortlaufenden Globalisierung und Vermischung von Kulturen, Lebensräumen und Konflikten...
      wir können uns noch so wehren gegen das alles (und SVP wählen), aber es ändert nichts daran, dass das alles kommen wird... so oder so... 100%ig!
  • Randalf 09.11.2019 23:37
    Highlight Highlight
    Jetzt werden die Camps in Europa und Afrika mit unseren Zentren in den gleichen Topf geworfen. Aber hallo, schaltet bitte euren Verstand ein.
    Nicht jeder Person welche kommt hat das Recht auf Asyl. Ihnen dann aber Wohnungen usw. zur Verfügung zu stellen finde ich schon ein bisschen zuviel.
    Sicher können sie auch zum Arzt gehen, Jahreskontrollen etc. und nicht nur wenn sie schon schwer krank sind.
    Es wird wieder einmal ziemlich von diesen Demonstranten übertrieben.
    • Büetzer 10.11.2019 02:25
      Highlight Highlight Was wir leider vergessen (sollten?) Ist, dass auch Flüchtlinge Menschen sind. Menschen wie wir alle!
    • Cédric Wermutstropfen 10.11.2019 22:01
      Highlight Highlight @Büetzer: Dass sie Menschen sind, ist ja gerade das Problem. Ich habe kein Problem mit einem Zug Störchen, die in die Schweiz fliehen, aber sehr wohl mit menschlichen Flüchtlingen. Die bereiten mir nämlich nur Verdruss.
    • MarGo 11.11.2019 09:28
      Highlight Highlight du bereitest mir auch nur Verdruss, Cedric... trotzdem akzeptiere ich, dass du hier bist und heisse dich willkommen, dich in der Gesellschaft konstruktiv einzubringen.... vielleicht tust du das ja irgendwann, wenn dein Hass... äh Abneigung... oder wie nennst du das... ah, Verdruss nachlassen mag...
  • Bivio 09.11.2019 23:21
    Highlight Highlight Was wäre denn dies Lösung der Demonstranten?
    Jeder darf kommen, wann immer es ihm passt. Direkt in die Schweiz und in die Sozialhilfe. Der Staat soll dann schnell eine Wohnung organisieren (aber nur eine schön grosse).
    Dass es Migranten fordern, kann ich mir noch irgendwie vorstellen. Dass es aber noch Leute gibt, welche diese unterstützen bzw. sogar Demos etc. organisieren lässt mich an der Intelligenz dieser Leute zweifeln.
    • 044 508 39 39 het sie gseit 10.11.2019 12:44
      Highlight Highlight Es sind Leute, die von der Anwesenheit von Migranten, monetär oder emotional oder auch körperlich profitieren.
    • PurpleWasabi 11.11.2019 10:51
      Highlight Highlight Ich denke Sie verstehen da den Bezug nicht. Es werden ja noch einige zu uns kommen. Seit die USA in den 80ern Chaos im mittleren Osten verbreitet ist das ja so. Aber ... zuerst Asylverfahren, Abwägungen usw. die Menschen kommen schneller in Lager als die Anträge bearbeitet werden können.
      Und die EU, dieser Milliarden-Moloch an unnützer Bürokratie, bringt es nicht fertig, mit den zu verhandelnden Ländern menschliche Lebensbedingungen für die Flüchtlinge in den Lagern herzustellen. Darum geht es.
  • Turicum04 09.11.2019 19:00
    Highlight Highlight Schutzsuchende sind keine Hühner, die man auf möglichst kleinem Raum einpferchen kann! Für solche "Lösungen" sind diese Leute nicht nach Europa gekommen!
    Wir müssen diesen armen Menschen ein unserem Leben angepasste Zukunft geben (also nicht in alte Häuser mit wenig Platz). Sinnvoll wäre, wenn jeder Schweizer Haushalt gesetzlich verpflichtet würde, mindestens eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen und ihnen die ganze Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Das würde auch die Bundeskasse entlasten. Ich erwarte Massnahmen von unserer neuen Regierung. Sofort!
    • Mugendai 10.11.2019 08:37
      Highlight Highlight Mach den Anfang. Geh in ein Flüchtlingsheim und sprich mit der Leitung, du willst eine Familie aufnehmen. Wenn du dann merkst, dass das nicht so läuft wie du dir das vorstellst, keine Sorge: Die Bundeskasse schickt ein Dankesschreiben.
    • MarGo 11.11.2019 09:30
      Highlight Highlight ... die wollen arbeiten, John... und verstehen nicht, warum sie es nicht dürfen...

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