DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZU UNSEREM NEUEN BILDMATERIAL DER GRENZE DEUTSCHLAND - SCHWEIZ STELLEN WIR IHNEN HEUTE FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Der Wegweiser nach Rheinau (ZH) steht neben dem Schild der Bundesrepublik Deutschland beim Zoll an der schweizerisch-deutschen Grenze bei der 1806 errichteten Rheinbruecke Rheinau-Altenburg, aufgenommen am 26. Februar 2014. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Zurück nach Deutschland: Besonders Deutsche verlassen die Schweiz wieder. Bild: KEYSTONE

Über 7000 Deutsche haben die Schweiz seit Januar verlassen



Im letzten Halbjahr sind deutlich mehr Ausländer ausgewandert. Dadurch stieg die Zahl der in der Schweiz lebenden Ausländer weniger stark als in der Vorjahresperiode. Dass viele der Schweiz den Rücken kehren, dürfte wirtschaftliche Gründe haben, aber nicht nur.

33'646 Menschen ohne Schweizer Pass zogen zwischen Januar und Juni wieder weg. Das sind 8,3 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2014.

In Deutschland werden wieder Stellen geschaffen

Mit Abstand die meisten Auswanderer sind deutscher Nationalität. Über 7000 Deutsche haben im letzten Halbjahr die Schweiz verlassen, wie das Staatssekretariat für Migration am Donnerstag mitteilte. Viele dürften in ihre Heimat zurückgekehrt sein.

«In Deutschland werden wieder mehr Stellen geschaffen. Das erleichtert natürlich die Rückkehr», sagte Volkswirtschaftsprofessor Jan-Egbert Sturm von der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich.

Jan-Egbert Sturm, Direktor KOF (Konjunkturforschungsstelle der ETH Zuerich) orientiert an einer Medienkonferenz in Zuerich am Dienstag, 3. Februar 2015, ueber die KOF-Studie

Jan-Egbert Sturm. Bild: KEYSTONE

Dazu kommt, dass in der Schweiz manche Wirtschaftszweige unter dem starken Franken leiden. Dass deswegen nun viele Leute auswandern, glaubt Sturm aber nicht. Seit der Aufhebung des Mindestkurses Mitte Januar sei noch zu wenig Zeit vergangen. «Die Stellen fallen nicht in den ersten Monaten nach der Aufwertung fort», sagte Sturm.

Auswandern: Entscheid fällt nicht über Nacht

Ausserdem treffe man den Entscheid auszuwandern nicht über Nacht, sagte der Volkswirtschaftsprofessor, der selbst Niederländer ist. Das sei ein schleichender Prozess. Die Frankenstärke habe diesen Prozess vielleicht bei manch einem beschleunigt. Der Hauptgrund aber sei es nicht.

Diesen ortet Sturm anderswo: im Gefühl nämlich, in der Schweiz weniger willkommen zu sein als auch schon. Die Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative sei ein Grund für dieses Gefühl. Wobei das Ja am 9. Februar 2014 ja nur ein Symptom gewesen sei für die Einstellungen der Leute.

Je rund 3000 Franzosen, Italiener und Portugiesen gingen

Neben den Deutschen wanderten auch viele Franzosen, Italiener und Portugiesen im letzten Halbjahr wieder aus. Bei allen drei Nationalitäten waren es rund 3000. Danach folgen Briten, Spanier, Amerikaner, Österreicher, Chinesen und Inder.

Die Deutschen, Italiener, Portugiesen und Franzosen nehmen nicht nur bei den Auswanderern die Spitzenplätze ein, sondern auch bei den Einwanderern. Rund 8500 Deutsche sind im ersten Halbjahr eingewandert. Auf dem zweiten Platz folgen die Italiener mit über 7000 Personen vor den Portugiesen und den Franzosen.

Ausländische Bevölkerung wuchs um 2,2 Prozent

Insgesamt wanderten zwischen Januar und Juni rund 52'000 Menschen in die Schweiz ein. Werden Geburten, Übertritte aus dem Asylprozess und Ähnliches dazugerechnet, wuchs die ausländische Wohnbevölkerung in der Schweiz um 72'000 Personen. Diese Zunahme ist um 2,2 Prozent höher als in der Vorjahresperiode.

Gleichzeitig wanderten mit rund 34'000 Personen aber auch deutlich mehr Personen aus. 15'000 weitere wurden eingebürgert, einige starben oder verschwanden auf andere Art aus der Statistik. Insgesamt sank die ausländische Wohnbevölkerung um rund 62'000 Personen.

Fast 2 Millionen Menschen ohne Schweizer Pass

Unter dem Strich lebten Ende Juni 1,975 Millionen Menschen ohne Schweizer Pass dauerhaft in der Schweiz. Das sind 35'000 mehr als noch vor einem halben Jahr. Da die Zahl der Auswanderer so stark anstieg, schwächte sich die Zunahme gegenüber der Vorjahresperiode allerdings ab. (egg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zürcher Regierungsrat Mario Fehr tritt aus der SP aus – so rechnet er mit seiner Partei ab

Nach den ewigen Querelen hat der Zürcher SP-Regierungsrat Mario Fehr genug. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Sozialdemokraten. Diese wollten ihn nicht mehr als Regierungsrat zur Wiederwahl empfehlen.

Mario Fehr, SP-Mitglied und Zürcher Regierungsrat, gilt schon länger als Reizfigur der Linken. Seit 2011 sitzt er in der kantonalen Exekutive und war davor langjähriger Nationalrat. Nun tritt er nach 39 Jahren aus der SP aus. Er begründete den Schritt am Freitag vor den Medien mit zunehmenden Spannungen zwischen ihm und der Parteiführung der SP. «Als Regierungsrat kann ich so nicht länger arbeiten, ohne unglaubwürdig zu werden». Für diese Legislatur bleibe er sicher parteilos.

Dann teilt er so …

Artikel lesen
Link zum Artikel