Gutachten: Unfall im Gotthardtunnel wäre vermeidbar gewesen – SBB weisen Kritik zurück
Der schwere Unfall im Gotthardtunnel vor drei Jahren hätte laut einem neuen Gutachten verhindert werden können. Das schreibt die Tessiner Staatsanwaltschaft gemäss einem Beitrag von Radio und Fernsehen SRF. Die SBB weisen dies «sehr klar zurück».
Der Unfall wegen eines Radbruchs im August 2023 hatte zu einem Schaden von 150 Millionen Franken und einer über ein Jahr gesperrten Tunnelröhre geführt. Das Gutachten der Tessiner Staatsanwaltschaft liegt der SRF-Sendung «Rundschau» vor, die am Mittwochabend darüber berichten wird. Es könne sein, dass sich jemand strafbar gemacht habe, hiess es am Mittwoch in der Sendung «Heute Morgen» von Radio SRF .
Die SBB schrieben gleichentags in ihrer Stellungnahme, das Gutachten, das die «Rundschau» zitiere, unterstelle der SBB, bei der Entgleisung eines Güterzuges im Gotthard-Basistunnel im Jahr 2023 Warnsignale ignoriert zu haben. Sie hätten damit verhindert, das Schadensausmass zu reduzieren.
Das sei falsch und eine isolierte Einschätzung. Diese werde weder von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) noch vom Bundesamt für Verkehr (BAV) geteilt. Die Sust habe im Abschlussbericht als Unfallursache den Bruch der Radscheibe eines Güterwagens festgestellt, «kein Versagen der SBB Systeme oder der Betriebsführung.»
Die Betriebsführung habe korrekt gehandelt, «die Systeme haben richtig funktioniert – Ursache ist der Radbruch eines Güterwagens». Zudem handle es sich um ein laufendes Verfahren. Im Rahmen des Verfahrens habe die SBB der Tessiner Staatsanwaltschaft ihre detaillierte Stellungnahme dazu zukommen lassen.
Sicherheitsempfehlungen umgesetzt
Um das Risiko von Entgleisungen künftig zu mindern, müsse bei der Instandhaltung von bestimmten Güterwagen angesetzt werden, die internationalen Wagenhaltern gehören, schrieben die SBB weiter. Die SBB unterstützten dazu die Sicherheitsempfehlungen der Sust vom Juni 2025 und forderten rasche behördliche Massnahmen zur Verbesserung des Unterhalts dieser Wagenflotte, so wie sie das BAV für die Schweiz umsetzen wolle.
Laut SBB-Stellungnahme hat das Unternehmen Konsequenzen gezogen und kontrolliert unter anderem Güterwagen intensiver und hat Entgleisungsdetektoren an neuralgischen Stellen vor dem Gotthard-Basistunnel eingebaut. (dab/sda)
