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Basel Tattoo muss nachzahlen

Richter urteilt: Das ist kein Ballett



Der Sollentuna Boys Choir aus Schweden, fotografiert anlaesslich der Hauptprobe des Christmas Tattoos am Dienstag, 17. Dezember 2013 in der St-Jakobshalle in Basel. Das Christmas Tattoo feiert heute in Basel Weltpremiere und finden vom 17. bis 22. Dezember 2013 in Basel und Zuerich statt. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Kein Ballett: der Sollentuna Boys Choir aus Schweden am 17. Dezember 2013 in der St-Jakobshalle in Basel.  Bild: KEYSTONE

Santiglaeus auf Harley Davidson Motorraedern, fotografiert anlaesslich der Hauptprobe des Christmas Tattoos am Dienstag, 17. Dezember 2013 in der St- Jakobshalle in Basel. Das Christmas Tattoo feiert heute in Basel Weltpremiere und finden vom 17. bis 22. Dezember 2013 in Basel und Zuerich statt. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Kein Ballett: der Samichlaus in Basel. Bild: KEYSTONE

Im Rechtsstreit mit der Verwertungsgesellschaft Suisa hat das Basel Tattoo vor Bundesgericht verloren: Weil die Veranstaltung mit (Militär-) Orchestern als Musikveranstaltung und nicht als Ballett gilt, sind höhere Urheberrechtsgebühren fällig. Nun ist eine hohe sechsstellige Summe nachzuzahlen. 

Das Bundesgericht kassierte am 19. März einen Entscheid des baselstädtischen Zivilgerichts von 2012, wie aus einer Mitteilung der Suisa vom Montag hervorgeht. Das kantonale Gericht hatte das Tattoo wegen der Bedeutung von Choreographie, Bühnenbild und Beleuchtung nicht als Musik-, sondern als eine Art Show-Veranstaltung taxiert. 

Nach der sogenannten Ballettregel hätten sich die Abgaben an die Suisa damit halbiert. Dies brächte jährliche Einsparungen von maximal 200'000 Franken, wie Tattoo-Verantwortliche damals ausgeführt hatten. Das Tattoo rechnete seit 2009 die Suisa-Gebühren so ab. Die Suisa focht jedoch das kantonale Urteil an und hat nun in Lausanne Recht bekommen. 

Richter blasen Veranstaltern den Marsch

Nach höchstrichterlicher Einschätzung sei das Militärmusikfestival «eindeutig (...) eine Musikveranstaltung», bei der die Musik eben nicht zweitrangig sei. Solches gelte beim Tattoo demnach nur für die reinen Tanznummern - deren Anteil kann die Suisa nicht einschätzen. Die Suisa will nun die ausstehenden Urheberrechtsgebühren einfordern, um den betroffenen Komponisten, Autoren und Musikverlegern die angemessenen Tantiemen rückwirkend zukommen zu lassen. Die Summe wollte ein Suisa-Sprecher nicht beziffern; es gehe um «mehrere hunderttausend Franken». 

Strammer Schritt, ulkige Uniformen: His Majesty's The King's Guard Band & Drill Team aus Norwegen marschieren am 27. Juli 2013 durch die Innenstadt von Basel. Bild: KEYSTONE

Royal Marines (aus England) bei der Hauptprobe des Christmas Tattoos am 17. Dezember 2013 in der St- Jakobshalle in Basel. Bild: KEYSTONE

Auch das ist kein Ballett: das Top Secret Drum Corps aus der Schweiz zur selben Zeit am selben Ort. Bild: KEYSTONE

Das 2006 gestartete Basel Tattoo lockt mittlerweile jährlich rund 120'000 zahlende Gäste in die eigens dafür in der früheren Basler Kaserne aufgebaute Temporär-Arena. 2013 waren rund 1000 Aktive beteiligt. Das Budget beläuft sich auch in diesem Jahr auf rund 12,5 Mio. Franken; die neunte Ausgabe ist auf den 18. bis 26. Juli 2014 angesetzt. Die Macher des Basel Tattoos haben inzwischen mit einem Sommerfestival nach Zürich expandiert. Überdies haben sie ein Weihnachtsspektakel in Basel und Zürich mit demselben Strickmuster lanciert. 

The Estonian Precision Roller Skating Team Rullest, fotografiert anlaesslich der Hauptprobe des Christmas Tattoos am Dienstag, 17. Dezember 2013 in der St- Jakobshalle in Basel. Das Christmas Tattoo feiert heute in Basel Weltpremiere und finden vom 17. bis 22. Dezember 2013 in Basel und Zuerich statt. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Aber ein bisschen Ballett gab es auch in Basel, wie diese Tattoo-Basel-Gäste aus Estland erahnen lassen. Bild: KEYSTONE

(phi/sda)

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