Schweiz
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«Keiner konnte schöner fluchen!»: Schauspieler Mathias Gnädinger stirbt nach Komplikationen im Alter von 74 Jahren im Spital

Einer der beliebtesten Schauspieler der Schweiz hat die grosse Bühne für immer verlassen: Mathias Gnädinger ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 74 Jahren überraschend im Universitätsspital Zürich. Nach einem Unfall von Gnädinger am 5. März hätten sich Komplikationen ergeben. 

Das teilte seine Familie am Samstag mit. Gnädinger war als Fernseh-Kommissar Hunkeler bekannt – eine der Rollen, denen er seine grosse Beliebtheit verdankte. Er spielte in zahlreichen Kino- und TV-Filmen wie auch in Fernsehserien und auf der Theaterbühne.

SRF ändert Programm für morgen

Das Schweizer Radio und Fernsehen ändert für morgen das TV-Programm, um den verstorbenen Schauspieler zu würdigen. Auf SRF 1 soll um 18:15 Uhr anstatt «Die Brocki-Profis» eine Sondersendung «Glanz und Gloria» gezeigt werden. Am Abend wird der Film «Sternenberg» mit Gnädinger in der Hauptrolle ausgestrahlt werden, bestätigt das SRF auf Anfrage von watson. 

 Mathias Gnädinger als Kommissär Hunkeler:

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video: youtube

Zuletzt war er im Kino in Paul Rinikers «Usfahrt Oerlike» mit Jörg Schneider zu sehen. Das Sterbehilfedrama sollte zu seinem letzten Film werden. Er verkörperte darin Willi, den sein lebensmüder Freund Hans bittet, ihm beim Sterben zu helfen. «Usfahrt Oerlike» rührte das Publikum in Solothurn derart zu Tränen, dass es den Spielfilm zum «Prix du Public»-Gewinner wählte.

Trailer zu «Usfahrt Oerlike»:

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video: youttube

Komplikationen nach Unfall

Gnädinger stürzte Anfang März nach dem Duschen. «Er wollte sich rasieren, ist dann aber ausgeruscht», sagte seine Frau Ursula Gnädinger gegenüber Blick. Sie habe danach die Notfall-Nummer angerufen. Während der Rekonvaleszenz im Spital hätten sich dann Komplikationen mit Lungen- und Herzfunktionen ergeben, schrieb Gnädingers Familie in einem Communiqué vom Samstag. Gnädinger habe deshalb in der Intensivstation gepflegt werden müssen. Am Karfreitag tat er seinen letzten Atemzug.

Matthias Gnädinger gehörte zu den beliebtesten und erfolgreichsten Schweizer Schauspielern. 1996 erhielt er den Hans Reinhart Ring, mehrere Preise folgten. 2012 hatte er den Schweizer Fernsehpreis für sein Lebenswerk erhalten.

Zuletzt war Gnädinger in der SRF-Serie «Der Bestatter» zu sehen. Er spielte den industriellen Bösewicht Louis Lauener, der dem detektivischen Bestatter Luc Conrad (Mike Müller) das Leben schwer macht. Am Ende der im Januar und Februar 2015 ausgestrahlten jüngsten Staffel lag er selber tot im Grab, das er für seinen Kontrahenten Conrad vorgesehen hatte.

«Grossartiger Mensch mit sehr grossem Herz»

In den Augen des Schaffhauser Regierungsrates Christian Amsler war Mathias Gnädinger nicht nur ein hervorragender und glaubwürdiger Charakterdarsteller, sondern auch ein grossartiger Mensch mit einem sehr grossen Herz. Das sagte Amsler der Nachrichtenagentur sda.  

Gnädinger sei auch ein ausgezeichneter Botschafter des Kantons Schaffhausen gewesen, der die Schaffhauser Mundart in die Welt hinaus getragen habe, sagte Amsler. Er habe eine unerhört wichtige Rolle für Schaffhausen gespielt. Der Regierungsrat sei wie die ganze Schaffhauser Bevölkerung sehr betroffen vom Tod Gnädingers.

Rolle des «Willi» sollte weiterleben

«Ein unglaublich liebenswürdiger, sensibler Mensch und ein grossartiger Schauspieler»: Mit diesen Worten würdigte Regisseur Paul Riniker den am Freitag verstorbenen Schauspieler und Charakterdarsteller.

Gnädinger und Riniker hatten zuletzt für den Film «Usfahrt Oerlike» zusammengearbeitet. Gekannt haben sich die beiden seit ihrer gemeinsamen Arbeit am Film «Seppels Vermächtnis» (2007), wie Riniker der Nachrichtenagentur sda sagte. 

Über eine weitere Zusammenarbeit hätten Gnädinger und er bereits nachgedacht, sagte Riniker. Die Idee sei gewesen, die Figur des Willi aus «Usfahrt Oerlike» weiterzuführen. «Er war interessiert daran, aber das Projekt war noch in den Anfängen.»

«Gnädinger hinterlässt eine grosse Lücke»

Mit dem Tod von Mathias Gnädinger verliere die Schweiz einen der grössten Volksschauspieler, sagte Ivo Kummer, Filmchef des Bundesamtes für Kultur, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Gnädiger habe den Schweizer Film über Jahrzehnte geprägt. 

«Er hinterlässt eine grosse Lücke in der Schweizer Filmlandschaft.» Gnädinger habe es verstanden, in Rollen zu schlüpfen, die für Zuschauer leicht zugänglich gewesen seien. Für Kummer ist Gnädinger trotz seines Erfolges nie abgehoben gewesen und bescheiden geblieben. 

Im persönlichen Umgang erlebte Kummer den Schaffhauser als sehr umgänglich und bodenständig. «Es ist selten, dass jemand mit einem so ausgeprägten Ostschweizer Dialekt in Schweizer Filmen die Hauptrolle spielt.»

(rar/lis/lhr/viw/sda) 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 04.04.2015 18:47
    Highlight Highlight Mir hat er auch in seiner gut gespielten Griesgrämigkeit echt gefallen, jedenfalls ist er immer sehr authentisch rübergekommen! Mit Sicherheit aber hat er nicht geglaubt, dass er noch vor dem todkranken Jörg Schneider sterben könnte., mit dem er noch quasi als dessen Sterbehelfer gemeinsam im letzten Film gespielt hat. Und auch der wird wohl ebenso erstaunt wie traurig sein, dass sein Freund noch vor ihm gestorben ist.
    2 0 Melden
  • bebbi5 04.04.2015 13:59
    Highlight Highlight ein grossartiger Mensch und Schauspieler ist nicht mehr. Als Peter Hunkeler lebt er in seinen Filmen weiter. Ruhe in Frieden Matthias Gnaedinger.
    4 0 Melden
  • Lumpirr01 04.04.2015 12:44
    Highlight Highlight Einer meiner Lieblingsschauspieler mit seinem markanten Schaffhauser Dialekt ist von uns gegangen. Herzliches Beileid!!

    NB: Beim Bild 1 von 9 steht als Gnädingers Todestag der 03. März 2015! Wahrscheinlich ist der 03. April 2015 gemeint.
    7 0 Melden
  • Baba 04.04.2015 11:29
    Highlight Highlight Einer der ganz Grossen ist nicht mehr. RIP und meine herzliche Anteilnahme an die Hinterbliebenen.
    11 0 Melden
  • JJ17 04.04.2015 11:18
    Highlight Highlight Ruhe in Frieden grosser Mann!
    20 0 Melden

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