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Cressier: Klima-Aktivisten blockieren Zufahrt zur Raffinerie

Klima-Aktivisten blockieren Zufahrt zur Raffinerie in Cressier – Polizei vor Ort

10.10.2022, 07:1710.10.2022, 08:19

Die Zufahrtstrassen zur Erdöl-Raffinerie in Cressier im Kanton Neuenburg sind am frühen Montagmorgen von Klima-Aktivistinnen und Aktivisten blockiert worden. Das zeigen Bilder auf dem Newsportal von «20 Minuten».

Klimaaktivsten blockieren die Raffinerie in Cressier.
Mit Bambusgerüsten versperren die Aktivisten die Zufahrt.Bild: twitter/Debt4ClimateCH

In den frühen Morgenstunden sei eine Gruppe von rund zehn jungen Klima-Aktivistinnen und -aktivisten mit Bambusstangen aufmarschiert und habe die Zufahrten zur Raffinerie blockiert. Teilweise hätten sich Mitglieder der Gruppe aneinander gekettet, teilte die Polizei, die vor Ort ist, mit. Der Einsatz sei im Gange, hiess es.

Die Klima-Aktivistinnen und -Aktivisten der globalen Kampagne «Debt For Climat» wollen mit Ihrer Aktion gegen Erdöl-Importe, die in Cressier verarbeitet werden, protestieren. Dieses Erdöl stamme aus kolonialer Ausbeutung. Die Schweiz müsse ihre Verantwortung dafür wahrnehmen.

ZUM WAHLKAMPF DER EIDGENOESSISCHEN WAHLEN VOM 18. OKTOBER 2015 STELLEN WIR IHNEN ZUM SCHWERPUNKTTHEMA "ENERGIE" FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF UNSERER  ...
Die Raffinerie in Cressier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2011.Bild: KEYSTONE

Laut Avenergy, dem Branchenverband der Schweizer Brenn- und Treibstoff-Importeure, stammt der grösste Teile des in der Schweizer raffinierten Erdöls auf dem Globalen Süden, schreiben die Aktivistinnen und Aktivisten. Fast 40 Prozent des in Cressier verarbeiteten Erdöls komme aus Nigeria.

Davon profitiere jedoch nicht die lokale Bevölkerung, sondern hauptsächlich der britisch-niederländische Ölkonzern Shell, die amerikanische Exxon Mobile, die französische Total Energies und die italienische Eni.

Wälder würden gerodet, Flüsse vergiftet, die Luft verschmutzt und damit die lokalen Ökosysteme zerstört. Die Bevölkerung werde ihrer Lebensgrundlage beraubt. Diese Ungerechtigkeit müsse ein Ende haben, fordern die Aktivisten.

Die Schweiz und die in der Schweiz ansässigen Unternehmen müssten ihre historische Rolle bei Umweltzerstörungen und Verletzungen der Menschenrechte im Globalen Süden anerkennen, aufarbeiten und korrigieren. Dazu gehöre, dass sich die Schweiz bei den Vereinten Nationen für eine verbindliche Erklärung über die Notwendigkeit von kolonialen und ökologischen Reparationen einsetze.

Die Raffinerie Cressier ist seit Schliessung der Raffinerie Collombey im Wallis die einzige Anlage in der Schweiz, die Erdöl zu Treibstoffen verarbeitet. Betreiberin ist die Varo Energy. Die Kapazität der Raffinerie liegt bei rund 68'000 Barrel pro Tag. (sda)

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