Schweiz
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AKW-Pannen nach Jobabbau und missachtete Zug-Rotlichter in den Sonntagszeitungen



Sparprogramm führt laut Behörden zu Zwischenfällen im Kernkraftwerk Leibstadt

Ein Sparprogramm hat laut Behörden zu mehreren Zwischenfällen im Aargauer Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) geführt. Die Nuklearaufsicht des Bundes (Ensi) überprüft nach Mitarbeiterfehlern den Stellenabbau in der Atomanlage, wie die «SonntagsZeitung» mit Verweis auf ein internes Sitzungsprotokoll berichtet.

Ein Spielplatz vor dem Kuehlturm des Kernkraftwerks Leibstadt, aufgenommen am Freitag. 18. Juli 2014. Die Bohrloecher, die 2008 zur Installation von zwei Feuerloeschern dienten, befanden sich in der Stahlhuelle, welche innen am eigentlichen Betoncontainment um das Reaktordruckgefaess eine zusaetzliche Schutzhuelle bildet. Das AKW Leibstadt (KKL) hat die Reparatur der Bohrloecher im Primaercontainment fristgerecht abgeschlossen. Die Aufsichtsbehoerde ENSI hat die verschweissten Loecher am Freitag ueberprueft und die Freigabe erteilt. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Der Personalabbau seit 2015 sei einer der «wesentlichen Gründe für die Probleme im KKL», heisst es demnach in dem Papier vom Juni dieses Jahres. Menschliche und organisatorische Faktoren hätten einen «wesentlichen Anteil» an den Vorkommnissen. In letzter Zeit kam es im Atomkraftwerk laut der Aufsichtsbehörde immer wieder zu Zwischenfällen, bei denen menschliche und organisatorische Faktoren eine zentrale Rolle spielten.

Die Kraftwerksleitung muss dem Bericht zufolge dem Nuklearsicherheitsinspektorat belegen, «wie die Sicherheit der Anlage trotz der geplanten Verringerung des Personalbestands weiterhin gewährleistet bleibt». Bis 2022 werde man weiter Stellen abbauen, die nicht sicherheitsrelevant seien, teilte das KKL mit. In sicherheitsrelevanten Bereichen seien zusätzliche Planstellen geschaffen worden. Das KKL will den Mitarbeiterbestand von 499 Stellen Ende letzten Jahres bis 2022 auf rund 470 senken.

Verletzte Passagiere und Millionenschäden: Lokführer fahren immer häufiger über Rot

Lokführer fahren in der Schweiz immer häufiger über Rotlichter - im letzten Jahr im Schnitt einmal pro Tag, was ein Rekord darstellt, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Im vergangenen Jahr fuhren Lokführer insgesamt 363 Mal über Rot oder missachteten andere Signale, wie aus Daten des Bundesamts für Verkehr hervorgeht.

Als 2010 erstmals jede «Fehlhandlung gegen Signale im Bahnverkehr» erfasst wurde, zählte der Bund 224 solcher Fälle. 108 Personen wurden dem Bericht zufolge bisher deswegen verletzt, 15 davon schwer. Beim Zugunglück in Granges-Marnand VD 2013 kam ein Mensch ums Leben. Seit 2010 verursachten überfahrene Rotlichter Sachschäden in der Höhe von über 56 Millionen Franken. Den Daten zufolge ist Unachtsamkeit der Lokführer häufig die Ursache.

Der Präsident des Lokführerverbands, Hubert Giger, erklärte der Zeitung: «Der Arbeitsdruck der Lokführer ist gestiegen: Es gibt mehr Signale, die Geschwindigkeiten sind höher, die Beschleunigungen grösser.» Laut den SBB verursachen nebst erfahrenen vor allem junge Lokführer Signalfälle. Die Bahnfirma bietet unter anderem Auffrischungskurse an und stellt Experten für Begleitfahrten. Im laufenden Jahr kam es laut den SBB bislang zu weniger Zwischenfällen als im Vorjahr.

Streit um Porträt von Moritz Leuenberger erreicht Höhepunkt

Der NZZ-Libro-Verlag hat wegen eines Streits um ein Porträt über Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger vorübergehend den Vertrieb des Bundesratslexikons gestoppt. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, ist das Buch im Webshop des Verlags zurzeit nicht erhältlich. Auch die Buchhandlungen würden mit dem Standardwerk nicht mehr beliefert. Sie könnten lediglich noch ihre bereits bestellten Exemplare verkaufen.

Hintergrund ist ein Streit über inhaltliche Angaben im Porträt über SP-Politiker Leuenberger. Verfasst wurde es von Felix E. Müller, dem früheren Chefredakteur der «NZZ am Sonntag». Wie die «CH Media»-Zeitungen berichtet hatten, stört sich Leuenberger an mehreren Passagen des Lexikons. Angaben zu seinem Familienleben und seinem Wirken seien «kreuzfalsch».

Autor Müller räumte kleinere Faktenfehler ein und zeigte sich grundsätzlich dazu bereit, diese etwa mit einem Einlageblatt zu berichtigen. Alt-Bundesrat Leuenberger hatte laut der «SonntagsZeitung» schon vor dem Erscheinen bei Herausgeber und Historiker Urs Altermatt angerufen und diesen gebeten, niemand von der «NZZ am Sonntag» das Porträt verfassen zu lassen. Altermatt orientiert laut eigenen Angaben Bundesräte grundsätzlich nie vorgängig über die Namen der Autoren.

Schweiz rüstet Hongkonger Polizei auf

Die Hongkonger Polizei, die derzeit teils hart gegen Demonstranten der Demokratie-Bewegung vorgeht, ist mit Waffen aus der Schweiz ausgerüstet worden. Zwischen 2012 und 2018 bewilligte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) Materiallieferungen im Wert von knapp 200'000 Franken, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Exportiert wurden demnach Gewehre, Munition und Nachtsichtgeräte.

Tränengaswolken in den Strassen Hongkongs: Erneut sind die Proteste gegen das chinesische Regime ausgeartet.

Bild: AP

In Hongkong demonstrieren seit Wochen Hunderttausende Menschen. Sie fürchten eine Beschneidung ihrer Rechte durch China und werfen Regierungschefin Carrie Lam eine zu grosse Nähe zur kommunistischen Regierung in Peking vor. Die Polizei setzt unter anderem Tränengas ein, um die regierungskritischen Proteste aufzulösen. Demonstranten und Menschenrechtler werfen den Sicherheitskräften vor, mit ihrem Eingreifen das Leben der Protestteilnehmer zu gefährden. Die Schweizer Regierung äusserte sich bislang nicht zu dem Konflikt.

Schweiz hat mehr Frauenmorde als andere europäische Länder

In der Schweiz sterben Frauen häufiger nach Gewalt durch ihre Partner als in manchen anderen europäischen Staaten. Dies berichtet die Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche» unter Verweis auf Zahlen der europäischen Statistikstelle Eurostat von 2017. In der Schweiz gab es demnach 0.4 Frauenmorde pro 100'000 Frauen, verglichen mit 0.13 in Griechenland, 0.27 in Spanien, 0.31 in Italien und 0.35 in Grossbritannien.

$Anders wurden in Frankreich (0.50) und Deutschland (0.55) mehr solche «Feminizide» registriert. Die St. Galler Kriminologie-Professorin Nora Markwalder erklärte gegenüber der Zeitung, dass die Gesamtzahl der Morde in der Schweiz seit den 1980er und 1990er Jahren stark gesunken sei, im Familienbereich allerdings weniger. «Häusliche Gewalt tötet mehr Frauen als Tabak, Alkohol und der Strassenverkehr», sagte Lorella Bertani, eine Anwältin, die sich auf die Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt spezialisiert hat. «Feminizid» gebe es hauptsächlich aus der Tatsache heraus, dass Frauen von einigen Männern als ihr Eigentum wahrgenommen werde und diese Idee auch in Musik, Film und Medien vermittelt werde. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Offi 25.08.2019 12:15
    Highlight Highlight Stellenabbau im AKW aus Spargründen? Geht‘s eigentlich noch, das darf doch nicht wahr sein!
  • Peter Sager 25.08.2019 06:33
    Highlight Highlight Das AKW Leibstadt wurde ab 1974 (vor gut 45 Jahren) gestartet mit dem Bau und den Bauplänen und ging vor 35 Jahren ans Netzt. Somit ist es im Weltvergleich ein altes AKW und als BWR (Siedewasserreaktor) ist es ein sehr gefährliches AKW.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Siedewasserreaktor
    Hier Personal zu sparen ist eine Katastrophe. Dieses AKW ist nach Mühleberg (Schliessung 19.12.19) das gefährlichste AKW der Schweiz wenn nicht von Mitteleuropa. Leibstadt sollte so schnell wie nur möglich abgestellt werden. Es ist mir ein Rätsel warum aus Deutschland kein Druck zur Schliessung vom KKL kommt.
    • Heinzbond 25.08.2019 11:01
      Highlight Highlight Das Problem ist nur, das mit dem Personal Abbau ist Leibstadt wieder profitabler. Egal wie alt der Meiler ist, solange jemand damit kurzfristig Gewinn machen kann wird Sicherheit immer drunter leiden...
      Den Gewinn die Aktionäre, Eigentümer und die langfristigen Kosten der Allgemeinheit...
      Umgekehrter Sozialismus...
    • Auric 25.08.2019 14:23
      Highlight Highlight Es ist ein KKW und kein AKW da werden keine Atome gespalten,

      Man erkennt in der Wolle gefärbte Kernkraftgegner an dem verwendeten Vokabular, das mehr die Emotionen (genauer gesagt die ANGST) ansprechen soll als einen Wert auf technische Korrektheit hat. Und JA, Fukujima Daiichi war ein Siedewasserreaktor der ein Erdbeben der Magnitude von 9.1 unbeschadet überstanden hat!! (wären die Notstromaggregate höher aufgestellt gewesen wären würde heute kein Mensch jemals davon gehört haben, wäre die Europäische Stromversorgung nicht mutwillig sabotiert worden (siehe Blackout London 10.08.2019)
    • S.Potter 25.08.2019 14:44
      Highlight Highlight Da haben sie schlecht recherchiert. Projektbegin 1972. Erster kommerzieller Betrieb 15. Dez. 1984.
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