Schweiz
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Zahlreiche Sonnenhungrige geniessen das milde Fruehlingswetter auf der Polyterrasse der ETH Zuerich am Dienstag, 14. Maerz 2017. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Studierende auf der Polyterrasse in Zürich. Bild: KEYSTONE

Akademiker wandern aus: Diese Kantone kämpfen gegen «Braindrain»

Berg- und Randkantone müssen für ihre Studierenden happige Beiträge an die Hochschulkantone zahlen. Nach dem Studienabschluss kehrt der akademische Nachwuchs aber nicht annähernd vollzählig zurück. Was lässt sich tun gegen diesen Braindrain?

kari kälin / schweiz am wochenende



Sie hat in Altdorf die Matura absolviert, in Freiburg und Bern Medizin studiert – und ihren Heimatkanton verlassen. Seit einem Jahr arbeitet Julia Arnold als Assistenzärztin in der Frauenklinik Bülach im Kanton Zürich, ihre erste Station nach Studienabschluss war das Kantonsspital Graubünden in Chur. Auf dem Weg zur Fachärztin, sagt die 29-Jährige, müsse sie in unterschiedlich grossen Spitälern Erfahrung sammeln. Ergo lanciert sie ihre Karriere auswärts.

So wie Arnold verhalten sich die allermeisten Urner Universitätsabgänger. Fünf Jahre nach Studienabschluss leben 94 Prozent in einem anderen Kanton. Am zweitmeisten helle Köpfe verliert der Kanton Thurgau (87 Prozent), danach folgen Nidwalden und Appenzell AR mit je 81 Prozent. Nur fünf Kantone – Basel, Zürich, Waadt, Bern und Genf – weisen bei der Akademikermigration einen positiven Wanderungssaldo auf. Das geht aus aktuellen Zahlen der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hervor. Sie hat Ende Juni eine Vereinbarung beschlossen, die neu regelt, wie viel Geld Universitätskantone für ausserkantonale Studenten erhalten.

Ein Hauptgrund für den «Gehirnverlust» ist die Wirtschaftsstruktur. In den Berg- und Randregionen fehlt es an genügend Arbeitsplätzen und Perspektiven, die dem Profil der Hochqualifizierten entsprechen. Dies zeigen diverse aktuelle Untersuchungen zum Thema. Die städtischen Kantone ziehen Hochqualifizierte an, weil sich in diesen geografischen Räumen attraktive Wirtschaftszweige wie Forschung und Entwicklung oder die Pharmaindustrie befinden. Das Label «Hochschulstandort» verstärkt die Sogwirkung. Weiche Faktoren wie das kulturelle Angebot können die Abwanderung aus der Provinz ebenso befeuern wie eine Partnerschaft: Ein Urner verliebt sich an der Universität Bern nicht zwingend in eine Urnerin.

Randregionen verlieren Innovationspotenzial

Ausser den Universitätskantonen Basel, Zürich, Bern, Genf und Waadt leiden alle Kantone unter Braindrain. Der Verlust an Talenten fällt finanziell ins Gewicht. Einerseits sind Hochqualifizierte potenziell gute Steuerzahler. Andererseits überweisen die Kantone je nach Studienrichtung den Universitätskantonen jährlich pro Student ansehnliche Summen – 10600Franken für Geisteswissenschafter, 25700Franken für Naturwissenschafter und 51400Franken für Mediziner in der klinischen Ausbildung.

Rund 1'000 Kuehe grasen auf dem Urnerboden, der groessten Kuhalp der Schweiz, am Mittwoch, 10. Juli 2019, in Spiringen. Nach ca. vier Wochen ist das Gras auf dem Urnerboden jeweils abgeweidet und die Kuehe werden in hoeher gelegene Alpen gebracht. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Nicht viele junge Akademiker bleiben dem Kanton Uri treu. Bild: KEYSTONE

Von der Investition ins Humankapital profitieren aber mehrheitlich die städtischen Gebiete. Thomas Egger, Direktor der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete, hält die Abwanderung von Universitätsabgängern aus Berggebieten und Randregionen für ein «Riesenproblem». «Sie verlieren ihre am besten qualifizierten Leute und einen Teil des Innovationspotenzials», sagt der Walliser CVP-Nationalrat. Eine der einfachsten Massnahmen gegen diesen Trend sei die Schaffung von Praktikumsplätzen. «So lernen zum Beispiel Gymnasiasten das Angebot an attraktiven Arbeitsplätzen in ihrem eigenen Kanton kennen», sagt Egger. Ein anderes Rezept sind Plattformen, auf denen die Kantone über Topstellen informieren. Der Kanton Wallis betreibt etwa eine Stellenbörse für Hochqualifizierte und entsprechende Firmen.

Gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die Wohnlage

Daniel Müller-Jentsch befasst sich bei der Stiftung Avenir Suisse mit den Themen räumliche Entwicklung und Standortwettbewerb. Er rät kleinen Kantonen wie Uri, gemeinsam mit lokalen Firmen Strategien zu entwickeln, um Jobmöglichkeiten für Hochschulabgänger und ein attraktives Umfeld mit urbanen Qualitäten schaffen. «Eine gute Wohnlage oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind Faktoren, mit denen kleinere Zentrumsorte wie Altdorf qualifizierte Arbeitnehmer anziehen können», sagt Müller-Jentsch. Man müsse sich auch überlegen, wie man die tertiären Bildungsangebote in der Zentralschweiz weiterentwickelt, «wobei es dafür einer regionalen Strategie bedarf statt kantonaler Alleingänge».

«Eine gute Wohnlage oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind Faktoren, mit denen kleinere Zentrumsorte wie Altdorf qualifizierte Arbeitnehmer anziehen können.»

Daniel Müller-Jentsch

Einen Schritt in diese Richtung hat Uri bereits unternommen. Zurzeit entsteht in Altdorf das interdisziplinäre Institut «Kulturen der Alpen» in Zusammenarbeit mit der Universität Luzern. Denkbar wäre, dass das Institut zum Beispiel eine historische Argumentation für angemessene Wasserzinsen liefert oder das historisch-kulturelle Erbe von Uri als wichtiger Durchgangsstation in Richtung Süden erforscht. Über das Netzwerk Urimed versucht der Kanton Uri sodann, seine Medizinstudenten später für eine Tätigkeit in Uri zu motivieren. An der Veranstaltung Sprungbrett-Event Zentralschweiz werden Studenten attraktive regionale Arbeitgeber vorgestellt. Doch Bildungsdirektor Beat Jörg ist sich bewusst, dass der kleine Kanton Uri mit 36000 Einwohnern nicht das Potenzial hat, für alle Uniabsolventen passende berufliche Perspektiven anzubieten.

Das Gleiche gilt für den Kanton Nidwalden. 81 Prozent seiner Uniabsolventen leben fünf Jahre nach Studienabschluss anderswo. Nidwalden versucht, das Manko anderweitig wettzumachen. «Als Wohnkanton sind wir sehr attraktiv», sagt Bildungsdirektor Res Schmid. Die Politik und Wirtschaftsförderung versuche stetig, zusätzliche Arbeitsplätze im Hightechsegment zu generieren und aufzubauen. Trübsal wegen des Braindrain bläst Schmid nicht: «Wir sind stolz, wenn talentierte Nidwaldner in einem anderen Kanton Karriere machen.»

Am zweitmeisten Uniabgänger verliert Thurgau. Doch auch der Ostschweizer Kanton buhlt aktiv um seine Talente. Vor sechs Jahren hat er zusammen mit St.Gallen und den beiden Appenzell die Initiative «Pro Ost» lanciert. Jedes Jahr findet in St.Gallen eine Veranstaltung statt, an der sich hochqualifizierte Ostschweizer ein Bild machen können über Karrierechancen in ihrer Region. Durchgeführt werden die Anlässe von der Firma Together AG. Dass ein Bedürfnis nach einer solchen Dienstleistung besteht, realisierte Geschäftsführer Adrian Fischer schon während seines Studiums als Maschinenbauingenieur an der ETH Zürich.

Der Thurgauer stellte fest, dass sich an ETH-Veranstaltungen nie ein Thurgauer Unternehmen präsentierte. 2001 gründete Fischer mit einem Mitstudenten die Together AG und organisierte zunächst in Ostschweizer Kantonen «Sprungbrett»-Events, um talentierte Köpfe mit interessanten Unternehmen zusammenzuführen. Unterdessen nehmen 17 Kantone diese Dienstleistung in Anspruch.

Lehr- und Wanderjahre sind gut, aber zurückkommen noch besser

Beat Jörg beklagt sich nicht über die hohe Akademikerabwanderung aus Uri. «Für den Kanton ist es wertvoll, wenn die Uniabsolventen zunächst auswärts Erfahrungen sammeln», sagt der Regierungsrat. Für Uri wäre es aber wichtig, ergänzt er, «wenn ein grosser Teil der Uniabsolventen nach ihren Lehr- und Wanderjahren wieder nach Uri zurückkehren, um dort ihr kreatives Potenzial zu entfalten». Jörgs Wunsch erhört hat Andrea Müller Reid.

Sie wuchs in Bürglen und Altdorf, schloss im Jahr 2002 in Basel ihr Medizinstudium ab und wirkte zunächst während eines Jahres als Assistenzärztin Chirurgie im Kantonsspital Uri. Danach verdiente sie in vier Kantonen ihre Sporen als Frauenärztin ab. 2010 eröffnete sie in Schattdorf eine eigene Praxis, seit drei Jahren ist Müller Reid Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe im Kantonsspital Uri. Müller Reid wohnt in Altdorf und schätzt die Lebensqualität. Nach ihren Wanderjahren sagt die 44-jährige Mutter einer bald 5 Jahre alten Tochter: «Ich würde nirgends anderswo leben wollen.»

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55Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • WolfCayne 22.07.2019 08:34
    Highlight Highlight Das Problem liegt auch bei den alternativen Arbeitsgebern im Kanton. Wer sich spezialisiert, hat zum Beispiel in Graubünden einen möglichen Arbeitsgeber in der Region. Nach zehn ist ein Jobwechsel fällig, wer Familie hat, muss länger pendeln oder gar umziehen. Wem in Winterthur gekündigt wird, findet Arbeit in Schaffhausen, Frauenfeld, Zürich oder St. Gallen.
  • TheBase 22.07.2019 07:48
    Highlight Highlight Meinen Erfahrungen nach haben viele hochgradig intelligente Leute aus jenen Regionen schlicht keine Lust, sich länger als nötig von irgendwelchen Hinterwäldlern und kleingeistigem White Trash als „unfähige Gschtudierti“ und „arbeitsscheue Parasiten“ beleidigen zu lassen.

    Wo auch immer das Diktat der Mediokrität herrscht, werden herausragende Menschen das Weite suchen, um sich niederlassen, wo sie akzeptiert und geschätzt werden. Es war schon immer so und wird auch so bleiben.

    Ich will gar nicht wissen, wieviel geistiges Potential alleine in Innerrhoden ungenutzt auf der Strecke bleibt...
  • sowhat 22.07.2019 07:31
    Highlight Highlight Erstaunlich wie die Diskussion hier veläuft. Es gibt einen einzigen Kommentar, der das Hauptproblem aus der Abwanderung thematisiert.
    Nämlich nimmersatt, mit der Aussage, dass es politische Folgen hat. Die Intellektuellen, die gelernt haben etwas zu hinterfragen und von mehreren Seiten zu betrachten fehlen in den Absgimmungen. Solange wir in der Schweiz noch Volks- und Ständemehr haben, wäre das relevant. Noch wichtiger ist es bei den Wahlen in den Kantonen. Wir haben eine Stimme, da wo wir wohnen und nicht da wo wir herkommen. Also werden diese Kantone immer mitte rechts lastig bleiben.
  • Midnight 22.07.2019 07:24
    Highlight Highlight "Braindrain"...
    Liebe Kantone, Gemeinden, Journalisten, Akademiker und Mitbürger, wer Studiert hat ist nicht automatisch intelligenter und trifft auch nicht automatisch die besseren Entscheidungen!

    Menschen mit Lehrabschluss uns Berufserfahrung sind mindestens so wertvoll und nur in Kombination kommt etwas einigermassen gescheites heraus. Deshalb haben wir schliesslich ein duales Bildungssystem!

    Besteht ein Unternehmer ausschliesslich aus Akadamikern, dann will jeder Chef sein. Ich erlebe das leider jeden Tag...

    Lernt bitte die Arbeit von nicht-Akademikern wieder mehr zu schätzen.
  • Oxymora 21.07.2019 22:36
    Highlight Highlight Theologischen Fakultäten

    Beispiel Fribourg 2016
    Total 372 Studierende
    205 mit Wohnsitz Ausland vor Studienbeginn
    147 mit Wohnsitz Schweiz vor Studienbeginn
    Und oh Wunder viele bleiben nach dem Studium nicht in der Schweiz. Fragt sich ob das Problem hauptsächlich auf interkantonalen Ebenen suchen zu suchen ist.
  • Posersalami 21.07.2019 18:34
    Highlight Highlight Braindrain ist allgemein ein immer grösseres Problem. Immerhin bleiben die Akademiker aus Uri und dem Thurgau der Schweiz weitestgehend erhalten. Ein Glück, das viele andere Länder dieser Welt nicht haben.
  • Mäx Pauers 21.07.2019 15:37
    Highlight Highlight hahaha ein progressiver walliser cvp-politiker hahaha der hat ja gerade sein politisches todesurteil unterzeichnet... bei diesen konservativen aprikosenpflückern sind doch eh alle ausländer (sie bezeichnen sie als „üsserschwiizer“) die nicht in VS geboren oder länger als ein halbes jahr ausserhalb des racletteterritoriums lebten...
    ein vorschlag zur güte: svp und afd benötigen ev. noch platz für ein bootcamp
  • HerbertBert 21.07.2019 14:29
    Highlight Highlight Klar bin ich nach dem Studium in Zürich geblieben. Die Stellen in der IT im Heimatkanton waren schlecht bezahlt, Mindestanzahl Ferien, keine Flexibilität sondern fixe Stunden. Kein Homeoffice, keine Fringe Benefits. Klare Boss + Arbeiter Kultur. Und natürlich muss man sich den Gott aka Chef noch beweisen, da man sowieso keine Ahnung von der Arbeit hat trotz Nebenjobs und Praktika im Gebiet. Dies waren meine Eindrücke bei den 4 Unternehmen welche ich angesehen habe damals.

    Wieso sollte sich jemand sowas antun, wenn es auch anders geht. Vor allem in der IT.
  • Victor Brunner 21.07.2019 13:20
    Highlight Highlight Darlehen, Studienbeiträge, Stipendien solllten zu einem Teil an den Geber zurück bezahlt werden! Besonders bei den Fachärzten die profitieren, sich spezialisieren und dann als Belegärzte massiv abzocken.
  • Lowend 21.07.2019 12:34
    Highlight Highlight Es wäre langsam Zeit, alte Zöpfe abzuschneiden und den historisch gewachsenen «Föderalismus» der alten Eidgenossen an die Moderne anzupassen.

    Dieser Kantönligeist kommt mir immer mehr so vor, wie wenn z.B. in New York, das eine vergleichbare Einwohnerzahl wie die Schweiz hat, jeder kleinste Stadtteil eigene Regeln, Gesetze, Behörden, Polizei, usw. hätte. Das einfache Resultat wäre, dass diese Grossstadt schlicht unregierbar würde.
    • Blutgrätscher 21.07.2019 13:07
      Highlight Highlight Föderalismus kritisieren und dann die USA als Beispiel gebrauchen, der ist gut 😂.

      Ja, wenn die so kleine Kantönli wie Delaware, Rhode Island und Massachusets hätten, die alle noch eigene Gesetze, Behörden und Polizei hätten - das wär schlicht unregierbar!

      Noch extremer: man stelle sich vor, die hätten ganze 50 solcher "staaten" innerhalb der staaten! 😱
    • Balois 21.07.2019 13:23
      Highlight Highlight So wie Brüssel. Ich meine die Stadt und Belgien.
      Diese ewige Streiterei ist mir jedoch lieber als das Totalitäre.
    • Magnum44 21.07.2019 16:52
      Highlight Highlight @Lowend: das ist ja zum Glück bereits grösstenteils geschehen, heute bleibt eigentlich nur noch das Verwaltungsrecht, wobei auch dieses ein wenig von Bundeskompetenzen durchzogen ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Madeso 21.07.2019 12:13
    Highlight Highlight Ich wäre nach dem Studium/Bachelor gerne nach Graubünden zurück. Aber das Angebot an Stellen im IT-Sektor ist dürftig und miserabel bezahlt. Angeboten wurden mir bei einem bekannten IT-Unternehmen im Finanzsektor 66'000 brutto. Und da wundert sich jemand, wenn die Leute das Flachland vorziehen?
  • nimmersatt 21.07.2019 12:08
    Highlight Highlight das schlimmste was von diesem braindrain zu erwarten ist, ist zu wenig Hirn bei politischen Abstimmungen
  • dho 21.07.2019 12:00
    Highlight Highlight Der Blick auf die Kantone als Untersuchungseinheit ist gelinde gesagt nicht sinnvoll (Kantönligeist)...

    Die Frage des braindrains ist eine volkswirtschaftliche. Deshalb lautet die interessante Frage: wie viele SchweizerInnen gehen für eine Ausbildung ins Ausland und kehren nicht mehr zurück.
  • papipapo 21.07.2019 11:17
    Highlight Highlight Ich würde es Anders formulieren. Die wenigen guten Stellen in meinem Randkanton werden durch Leute besetzt, die über das richtige Beziehungsnetzwerk verfügen. Die Qualifikation ist nebensache. Die guten Leute könnten sich dann nach den erzwungenen Wanderjahren dafür entscheiden, unter dem fachlich schlankem aber dick verfilzten Chef zu dienen. Wer möchte das dann noch? Man hat eine Reputation, die auf Erfahrung und Leistung basiert. Die ist innert kürzester Zeit weg.
    Bei uns gibt es so Betriebe/Verwaltugen, die jährlich einen aussenstehenden verheizen. Der Filz bleibt.
  • The oder ich 21.07.2019 11:11
    Highlight Highlight Dieses Pseudoproblem rührt in erster Linie daher, dass wir uns den Luxus leisten, Kantonsgrenzen als gottgegeben zu behandeln, und nicht realisieren, dass wir uns in einem internationalen Bildungswettbewerb befinden, in dem wir unsere Ressourcen national bündeln müssen. Nur wegen des Bildungsförderalismus ist es überhaupt notwendig, diese Ausgleichszahlungen - die im Übrigen keineswegs kostendeckend sind - unter den Kantonen zu vereinbaren.
  • alingher 21.07.2019 10:58
    Highlight Highlight Wenn ich Stumpfsinn lese wie "...attraktive Wirtschaftszweige wie Forschung und Entwicklung oder die Pharmaindustrie." dann fehlt mir die Lust weiterlesen.
    Aber ich vermute, ich hätte hier nichts gelesen was nicht auf der Hand liegt.
  • Balois 21.07.2019 10:24
    Highlight Highlight Eine interessante Diskussion. Gut, auch mal die Nöte eines anderen „Geberkantons“ zu hören. Die nicht qualifizierten „Bergler“ welche im Tal schaffen, die möchtet ihr aber nicht zurück, oder?
    • Balois 21.07.2019 13:30
      Highlight Highlight Noch einen drauff: Wie war das nochmal mit der Üsserschwyz?
      Oder Gassenzimner, oder Letten?
      Ist dies kein Braindrain?
  • Kenzo 21.07.2019 10:08
    Highlight Highlight Was stimmt jetzt? Der Direktor der SAB beklagt den Verlust von Akademikern und spricht von Wissensverlust und der Gemeindepräsident einer Berggemeinde ist stolz, keine Akademiker in seiner Gemeinde zu haben. Solange genug Finanzausgleich fliesst, stimmts wahrscheinlich für Därstetten!
  • Janorian 21.07.2019 10:01
    Highlight Highlight Komisch... Soll das heissen in Bergkantonen brauchts keine Putzfrauen?
    Laut Stelleninseraten brauchen die ja mindestens einem Master in Facility Management.

    Aber ein gutes hat diese Abwanderung.
    Diese präpotenten Menschen von der HSG kehren de facto auch nicht zurück :)
  • Triple A 21.07.2019 09:44
    Highlight Highlight Wenn man das Studium beginnt, ist dies aich der Beginn einer prägenden Lebensphase. Man lernt gleichgesinnte Kollegen und Kolleginnen, oft auch einen Partner, kennen, macht im Unikanton Praktikums- und erste Arbeitserfahrungen. Am Schluss des Studiums bleibt man so im Uni-Kanton „hängen“. Die angesprochenen Massnahmen können an diesem Mechanismus nir wenig ändern.
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 21.07.2019 09:13
    Highlight Highlight Besteht die Möglichkeit und die Sicherheit bin icv auch weg, das ohne akademiker titel.
  • Saerd neute 21.07.2019 09:12
    Highlight Highlight Was absolut ärgerlich ist, ist die Tatsache dass bei der Berufswahl immer öfter die " hellen Köpfe" in akademische Berufe abgeworben werden. Es wird immer vergessen dass ein Bildungsweg über eine handwerkliche Lehre auch möglich ist. Den handwerklichen Berufen gehen dann diese Leute verloren und diese fehlen dann oft wenn in KMUs Stellen zu besetzen sind mit Anforderungsprofilen praktischer UND akademischer Natur.
    • Posersalami 21.07.2019 18:37
      Highlight Highlight Die handwerklichen Berufe sind halt wenig attraktiv, da das Lohnniveau schlicht viel tiefer ist.

  • zeromaster80 21.07.2019 09:05
    Highlight Highlight Ich bin überzeugt, der stetige Kampf gegen die individuelle Mobilität hat auch seinen Anteil.
    • cgk 21.07.2019 18:01
      Highlight Highlight Wie sieht denn konkret dieser „Kampf“ aus?
    • zeromaster80 21.07.2019 19:20
      Highlight Highlight Ernsthaft jetzt? Seid ihr links-Grünen derart verblendet, dass ihr eure eigene Politik vergesst??? Parkplätze massiv reduzieren, Strassen nicht ausbauen, Pläne für Mobility-pricing, Pläne für die Verteuerung von Treibstoff... Alles Politik gegen die ländlichen Kantone.
    • karl_e 22.07.2019 15:11
      Highlight Highlight Zeromaster80, es gibt auch öV von diesen Kantönchen in die üblen links-grünen Städte. Nur müsste der in deinen ländlichen Idyllen so ausgebaut werden, so dass nicht alle Dörfler auf ihren Subaru Tschassty angewiesen sind. Auch wenn sie kaum die Leasing-Raten aufbringen können.
  • Tenno 21.07.2019 09:02
    Highlight Highlight Immer diese Wirtschaftsflüchtlinge, welche in unsere Universitäts-Kanton kommen!
    Es braucht eine Kantons-MEI oder zumindest einen Kantonsbürger Vorrang!

    Achtung kann Ironie enthalten.
    • Hierundjetzt 21.07.2019 13:10
      Highlight Highlight Wo kann ich unterschreiben? Wären eh nur SVP Kantone betroffen. Die haben Verständnis dafür. Immerhin kommt von dort jeder Bruch was die Separierung von Menschen anbelangt
  • WID 21.07.2019 08:42
    Highlight Highlight Wo ist nun das Problem wenn Akademiker auswandern wenn es für sie offenbar eh keine qualifizierten Jobs vor Ort gibt?
  • Raphael Stein 21.07.2019 08:37
    Highlight Highlight Man könnte etwas weniger in kleinen Welten denken. Dann wärs kein Thema.
  • hauruck 21.07.2019 07:48
    Highlight Highlight Die Braindrainers alimentieren ihre Heimatkantone ein Leben lang via kantonalem Finanzausgleich - ausser sie wandern aus der Schweiz aus.
    • Ökonometriker 21.07.2019 08:41
      Highlight Highlight Der NFA pro Kopf ist weitaus tiefer als die Steuern, die jemand bezahlen würde wenn er dort wohnen würde.
    • hauruck 21.07.2019 09:34
      Highlight Highlight @Ökonometriker
      Stimmt, ist aber irrelevant, weil es in den meisten Herkunftskantonen keine passende oder viel zu wenige Arbeitsplätze für Akademiker gibt.
      Die meisten Akademiker wären in ihren Heimatkantonen Sozialfälle, Arbeitslose oder bestenfalls mies bezahlte Erntehelfer mit Steuerbeiträgen unter hundert Franken.
    • FrancoL 21.07.2019 11:38
      Highlight Highlight @Oeko, Der Vergliech tut nichts zur Sache, da diese Personen dort auch keine Leistungen beziehen, als der pro Kopf NFA ohne Gegenleistung bezahlt wird. Langsam scheinen mir Deine Kommentare weit neben der Spur zu liegen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • goggol 21.07.2019 07:30
    Highlight Highlight Ist im Kanton Uri eine akademische Stelle ausgeschrieben, wird diese oftmals durch eine Person mit Erfahrung besetzt (wie dies bei den meisten anderen Berufen auch der Fall ist). Ist man gewillt, dass junge Universitätsabgänger im Kanton Uri bleiben, muss man Ihnen auch die Chance geben, Erfahrungen sammeln zu können. Die Aussage von Beat Jörg "Erfahrungen auswärts sammeln, erst danach zurückkommen" zeigt leider, dass dies im Kanton Uri nicht der Fall ist bzw. auch nicht angestrebt wird. Man muss deshalb nicht überrascht sein, wenn viele Urner Universitätsabgänger auswärts arbeiten bzw. leben.
    • Lexxus0025 21.07.2019 18:27
      Highlight Highlight Das gilt aber auch in anderen kantonen, nicht nur im uri. Kenne genug die probleme haben weil ihnen „berufserfahrung“ fehlt. Gleichzeitig zählt ein praktikum aber oft nicht als „echte“ berufserfahrung.
  • nachwievor 21.07.2019 07:19
    Highlight Highlight Kantonswechsel, naja - immerhin bleiben die Leute in der Schweiz. Was vielmehr dringend verbessert werden müsste ist der Braindrain auf internationalem Niveau.

    Den Forschungsplatz Schweiz attraktiver zu machen ist eine Sache, dass aber die sehr gut ausgebildeten Leute aus dem Ausland nach dem subventionierten Abschluss in der Schweiz aus meist Visa-technischen Gründen wieder ausreisen müssen und die qualifizerten Leute nicht in der Schweizer Wirtschaft genutzt werden können ist doch eher sub-optimal.
    • Bowell 21.07.2019 08:46
      Highlight Highlight Da habe ich andere Erfahrungen gemacht. Der Grossteil meiner ausländischen Kommilitonen, insbesondere der Doktoranden, haben nach dem Studium auch eine Anstellung in der Schweiz erhalten. Die Anderen, inkl. Schweizer, sind für einen Postdoc ins Ausland.
    • guby 21.07.2019 13:44
      Highlight Highlight Da kann ich Bowell nur Recht geben. Jede/r Einzelne der/die bleiben wollte hat Arbeit in der CH gefunden. Die Schweiz ist schon sehr attraktiv für Hochqualifizierte sowie deren Ausbildung. Die Unis kosten nicht die Welt und selbst als Doktorand kann man sich ein einigermassen bedenkenloses Leben finanzieren - und das ist lange nicht überall so. Ganz zu schweigen von einer "richtigen" Arbeitsstelle danach. Gepaart mit der Sicherheit und Stabilität sind das hervorragende Argumente.
  • Schneider Alex 21.07.2019 06:10
    Highlight Highlight Dann sollen halt die "Auswandererkantone" ihre Beiträg an die Hochschulen kürzen!
    • Humpe 21.07.2019 09:10
      Highlight Highlight 🤦‍♂️ ...und was passiert dann? Erzähl doch mal!
    • Hierundjetzt 21.07.2019 09:22
      Highlight Highlight Die erste Ausbildung (EBA, EFZ, Bsc) ist in der Schweiz für jeden gratis. So will es das Gesetz.

      Dann mach eine Initiative.
    • goschi 21.07.2019 09:59
      Highlight Highlight Die Universitäten bilden dann diese Leute schlechter aus?
      Der gezahlte Betrag gleicht die entstandenen Kosten übrigens noch nicht ansatzweise aus (und den Betrag zahlt übrigens auch jeder Universitätskanton an andere Universitätskantone, wenn seine Kinder da studieren)
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