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Adieu Paris, adios Madrid: Schweizer Studenten müssen auf Erasmus-Semester verzichten

Das Angebot für Auslandsemester wird kleiner: Einige Universitäten in Europa wollen nichts von einer speziellen Abmachung ausserhalb des Erasmus-Abkommens wissen. 
Das Angebot für Auslandsemester wird kleiner: Einige Universitäten in Europa wollen nichts von einer speziellen Abmachung ausserhalb des Erasmus-Abkommens wissen. Bild: EPA/Keystone
Masseneinwanderungsinitiative

Adieu Paris, adios Madrid: Schweizer Studenten müssen auf Erasmus-Semester verzichten

Das Erasmus-Programm schien gerettet. Doch jetzt zeigt sich: Universitäten in den beliebtesten Städten bleiben künftig für Schweizer Studenten geschlossen. Der Aufwand mit den Schweizern ist zu gross.
06.04.2014, 07:1606.04.2014, 17:33
yannick nock, schweiz am sonntag
Ein Artikel von Schweiz am Sonntag
Schweiz am Sonntag

Bund und Hochschulen kündigten an, bilaterale Verträge mit den europäischen Partneruniversitäten auszuarbeiten – und notfalls die Kosten für den Studentenaustausch allein zu stemmen. Doch das reicht Universitäten in ganz Europa offenbar nicht.

Eine Umfrage unter den Hochschulen zeigt, dass europäische Hauptstädte oft ein bilaterales Abkommen ablehnen. So hat die Uni Zürich eine Absage von der grössten spanischen Universität (Universidad Complutense) in Madrid erhalten. Auch die renommierte Université de Paris-Sorbonne in Frankreich will im kommenden Semester keine Schweizer Austauschstudenten aufnehmen. 

Ähnliche Rückmeldungen erreichen die Universitäten Basel (Absagen aus London, Udinese, Uppsala) und Bern (aus Spanien und Grossbritannien). Es ist ein schwerer Rückschlag in den Bemühungen, das Erasmus-Programm nach dem Ja zur Zuwanderungsinitiative aufrechtzuerhalten.

Selbst die weltweit angesehene ETH Zürich muss künftig auf einen gewichtigen Partner aus England verzichten. Die University of Cambridge will ausserhalb des Erasmus-Programms keine Verträge mit der Hochschule abschliessen. Das beeinträchtigt den Schweizer Forschungsnachwuchs, Cambridge gilt in den internationalen Rankings als die beste Universität Europas.

Absagen trotz Null-Risiko

Die Absagen kommen überraschend, weil Europas Universitäten mit einer neuen Vereinbarung kein finanzielles Risiko tragen würden. Selbst für den Fall, dass der Bund doch nicht alle Kosten übernehmen kann, würden die Schweizer Hochschulen selbst Millionenbeträge bereitstellen.

Dass trotzdem mehrere Universitäten auf einen Austausch mit der Schweiz verzichten, hat laut Antonio Loprieno, Präsident der Schweizer Rektorenkonferenz (CRUS), vor allem zwei Gründe. Erstens scheuten einige Partneruniversitäten den zusätzlichen administrativen Aufwand, der durch neue Verträge entsteht. Zweitens sei es eine Frage der Politik. Universitäten in Spanien oder Frankreich würden sich eher den politischen Vorgaben der EU beugen also solche in Skandinavien oder Deutschland, die bereits neue Verträge unterschrieben haben.

Ein weiteres Problem liegt darin, dass der Bund noch keine genauen Angaben zur angekündigten Unterstützung macht. Zwar arbeitet das Staatssekretariat für Bildung und Forschung derzeit an einer Übergangslösung. Wie diese Finanzhilfe aussehen soll und wohin die Beträge fliessen, ist aber offen.

«Es ist schade, wenn unsere Studierenden auf einige der begehrtesten Destinationen verzichten müssen», sagt Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich. Es gäbe aber gute Alternativen, teilweise in denselben Städten. Oberstes Ziel bleibe allerdings, so schnell wie möglich ins Erasmus-Programm aufgenommen zu werden.

Deutlich mehr Zusagen als Absagen

Seit Wochen arbeiten die Schweizer Universitäten unter Hochdruck daran, mit jeder einzelnen europäischen Partneruni neue Verträge abzuschliessen – mit einer sehr guten Quote. Die Uni Zürich hat bislang 288 Zu- und 11 Absagen erhalten. 152 Verhandlungen sind noch pendent. Allerdings kommen nun die härteren Fälle. 

«Der erste Schub von Verträgen mit ausserordentlich kooperativen Partnern war schnell unterzeichnet», sagt Yasmine Inauen, Leiterin der Abteilung internationale Beziehungen an der Universität Zürich. Nun stünden Gespräche an, bei denen die Partner mehr abklären wollten. Inauen rechnet mit längeren Verhandlungen. 

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Datenklau beim Bund könnte Mitarbeitende im Ausland gefährden – Schlagzeilen vom Sonntag
Ein Datenleck bei einem externen Anbieter der Pensionskasse Publica könnte für Bundesangestellte Folgen haben. Zudem sind die Covid-Kontrollen des Bundes abgeschlossen, während ein dänisches AKW-Start-up seinen Hauptsitz nach Zug verlegen will. Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
Der Bund hat nach einem Datenklau bei einem externen Software-Anbieter der Pensionskasse Publica gemäss «SonntagsBlick» hohe Risiken festgestellt. Er geht von erheblichen Schäden und längerfristigen Auswirkungen für gegenwärtige wie pensionierte Beschäftigte des Bundes aus, wie die Zeitung schrieb. Finanzministerin Karin Keller-Sutter habe am Mittwoch eine entsprechende Informationsnotiz in den Bundesrat eingebracht. Besonders betroffen seien die «Sicherheitsorgane des Bundes», hiess es laut «SonntagsBlick» darin. Der Bund warne intern, dass bestimmte Mitarbeitende von Behörden anderer Länder erkannt, vertieft befragt oder im Extremfall festgesetzt werden könnten. Der Staatssekretär für Sicherheitspolitik, Markus Mäder, habe einen geheimen Auftrag erhalten. Das Verteidigungsdepartement wollte sich laut «SonntagsBlick» dazu nicht äussern.
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