Schweiz
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Die Initianten entrollen ein Plakat bei der Einreichung der Ecopop Initative ''Stopp der Ueberbevoelkerung - zur Sicherung der natuerlichen Lebensgrundlagen'' am Freitag, 2. November 2012 in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Ecopop-Mitglieder bei der Einreichung der Initiative. Bild: KEYSTONE

Die nächste heisse Abstimmung

Weniger Ausländer, mehr Kondome: Das müssen Sie über die Ecopop-Initiative wissen

Am 30. November stimmt das Volk zum zweiten Mal in diesem Jahr über die Zuwanderung ab. Die Ecopop-Initiative geht deutlich weiter als die Einwanderungsinitiative der SVP.

Der 9. Februar mit dem knappen Ja zur Masseneinwanderungsinitiative der SVP hält die Schweiz noch immer in Atem. Und bereits muss sich das Volk erneut zum Reizthema Zuwanderung äussern: Am 30. November wird über die Ecopop-Initiative abgestimmt. National- und Ständerat haben sie im Eiltempo behandelt und mit klarer Mehrheit zur Ablehnung empfohlen. Keine grosse Partei unterstützt das Volksbegehren.

Was verlangt die Initiative?

Die Initiative «Stopp der Überbevölkerung – Zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» geht deutlich weiter als die SVP-Initiative «gegen Masseneinwanderung». Sie will nicht nur Kontingente einführen, sondern die jährliche Nettozuwanderung auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung beschränken. Beim heutigen Stand könnten maximal 16'000 Personen netto einwandern. In den letzten Jahren waren es im Durchschnitt rund 80'000. 

Zugleich verlangt die Initiative, dass zehn Prozent der Bundesausgaben für Entwicklungszusammenarbeit für «freiwillige Familienplanung» eingesetzt werden. Gemeint sind damit laut den Initianten verbesserte Aufklärung und der Zugang zu Verhütungsmitteln.

Wer sind die Initianten?

Die Vereinigung Umwelt und Bevölkerung, kurz Ecopop, wurde bereits 1971 gegründet. Zu den führenden Köpfen in den Anfangsjahren gehörte Valentin Oehen, ehemaliger Präsident der Rechtsaussenpartei Nationale Aktion (NA). Heute distanziert sich die Vereinigung auf ihrer Website «klar von fremdenfeindlichen und rassistischen Ansichten». Im Vorstand findet man keine bekannten Namen. Ecopop-Präsident André Welti arbeitet Teilzeit in der Pro-Natura-Kantonalsektion Zürich, andere Mitglieder sind Ärzte oder Universitätsprofessoren. 

Philippe Roch de la Fondation Franz Weber et d'e l'organisation Helvetia Nostra arrive au Tribunal Federal (TF) pour une audience relatif au recours dans le cadre de l'initiative sur les residences secondaires ce mercredi 22 mai 2013 a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Philippe Roch, der ehemalige Direktor des Bundesamts für Umwelt, engagiert sich für die Ecopop-Initiative. Bild: KEYSTONE

Im Unterstützungskomitee der Initiative hingegen sind illustre Persönlichkeiten aufgeführt, darunter Philippe Roch, ehemaliger Direktor des Bundesamts für Umwelt, der Schaffhauser Ständerat Thomas Minder («Vater» der Abzockerinitiative), der emeritierte Bankenprofessor Hans Geiger und der frühere Zürcher Stadtrat und Nationalrat Ruedi Aeschbacher (EVP). Der Umweltaktivist Franz Weber half bei der Unterschriftensammlung. Ob er sich im Abstimmungskampf engagieren wird, ist noch unklar.

Welche Folgen hätte die Initiative?

Der 9. Februar hat die Beziehungen der Schweiz zur Europäischen Union schwer belastet. Die Personenfreizügigkeit ist für die EU sakrosankt, sie will das bilaterale Abkommen mit der Schweiz nicht neu aushandeln. Sollte auch Ecopop angenommen werden, wäre das Verhältnis zur EU irreparabel beschädigt, warnen die Gegner. Ausserdem könne die Wirtschaft die nötigen Fachkräfte nicht mehr rekrutieren, wenn die Zuwanderung auf 0,2 Prozent der Bevölkerung beschränkt werde.

Die Initianten kontern mit den rund 80'000 Personen, die jährlich die Schweiz verlassen. Bei einem Wachstum von 0,2 Prozent könnten folglich bis 100'000 Ausländer pro Jahr kommen. Das genüge für die nötigen Fachkräfte, für Familiennachzug und Ausbildung. Die geforderte Grenze von 0,2 Prozent sei europakompatibel, denn die Schweiz hätte mehr Nettoeinwanderung als der Durchschnitt der EU-Länder. Sollte die EU die Bilateralen I aufkündigen, würde das der Schweiz «weder einen erheblichen Schaden zufügen noch eine wirtschaftliche Isolation bewirken».

Eine Wandmalerei am Gesundheitszentrum im Dorf Cctaca in der Region Cusco (Sierra Sur)  Peru, welche die Frauen fuer die Familienplanung sensibilisieren soll, aufgenommen am Donnerstag, 6. Juni 2002. (KEYSTONE/Yoshiko Kusano)   : FILM]

Ein Gesundheitszentrum in Peru wirbt für Familienplanung. Bild: KEYSTONE

Kritisiert wird auch der zweite Teil, die Verbindung von Entwicklungshilfe und Familienplanung. Dies sei Neokolonialismus. Aus linksgrünen Kreisen wird Ecopop sogar «Ökofaschismus» vorgeworfen. Die Vereinigung verweist darauf, dass die freiwillige Familienplanung bereits 1968 von der UNO als «grundlegendes Menschenrecht» definiert worden sei. Man wolle nicht die Menschen in den Entwicklungsländern bevormunden, sondern «das Selbstbestimmungsrecht der Ärmeren und Ärmsten verbessern».

Wie steht die SVP zu Ecopop?

Die Parteileitung lehnt Ecopop ab und will sich auf die Umsetzung der eigenen Initiative konzentrieren. Chefstratege Christoph Blocher hat seine Abneigung gegen die Ecopop-Initiative mehrfach zum Ausdruck gebracht. Letztes Jahr bezeichnete er sie in der «Zentralschweiz am Sonntag» als «grössenwahnsinnig». Die Delegiertenversammlung folgte dieser Vorgabe und fasste mit 298 zu 80 Stimmen klar die Nein-Parole. 

Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass die Initiative mit ihrer strikten Zuwanderungsbeschränkung an der SVP-Basis viele Sympathien geniesst. Im bürgerlichen Nein-Komitee sind die Hardliner in der Ausländerpolitik nicht vertreten. Die Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns) wird am Samstag in Winterthur über die Ecopop-Initiative befinden. Ein Ja wäre keine Überraschung.

Ist es richtig, bereits jetzt über die Initiative abstimmen zu lassen?

Die Ecopop-Gegner gehen davon aus, dass das Volk mit der Annahme der SVP-Initiative genügend Dampf abgelassen hat und der radikalen Vorlage nicht zustimmen wird. Die Befürworter hingegen glauben, dass eine Zuwanderungsinitiative, die kein SVP-Etikett trägt, noch bessere Chancen hat.

«Es ist strategisch richtig, die Ecopop-Initiative zu bringen, so lange die Erinnerung an den 9. Februar noch frisch ist.» 

Mark Balsiger, Politikberater

Der Politikberater Mark Balsiger kann dies nachvollziehen. Ecopop spreche breitere Kreise an, vor allem die Wachstumskritiker. Nach dem Masseneinwanderungs-Schock jedoch nähmen die Gegner sie ernst, deshalb sei eine schnelle Abstimmung vermutlich der sicherere Weg: «Es ist strategisch richtig, die Ecopop-Initiative zu bringen, so lange die Erinnerung an den 9. Februar noch frisch ist», meint Balsiger.

Was machen die Gegner?

Die Masseneinwanderungsinitiative wurde von den Gegnern sträflich unterschätzt. Das soll sich nicht wiederholen. Gegen Ecopop haben sich gleich zwei politische Komitees formiert, ein linksgrünes und ein bürgerliches. Die Linke, die im Kampf gegen die SVP-Initiative weitgehend durch Abwesenheit glänzte, will sich besonders stark engagieren. Bereits vorgelegt hat der grüne Zürcher Nationalrat Balthasar Glättli mit seinem Ecopop-kritischen Buch «Die unheimlichen Ökologen».

Die Medien sind ebenfall erwacht. NZZ, Tages-Anzeiger und «Beobachter» haben diese Woche grössere Artikel mit kritischem Unterton veröffentlicht. «Wer verhindern will, dass 2014 als schwarzes Jahr in die Geschichte der Schweiz eingeht, muss jetzt handeln», kommentierte der Tages-Anzeiger. Ein massives Powerplay gegen Ecopop könnte allerdings kontraproduktiv wirken und einen «David gegen Goliath»-Effekt zugunsten der Initiative auslösen.

Umfrage

Sind Sie für die Ecopop-Initiative?

  • Abstimmen

479 Votes zu: Sind Sie für die Ecopop-Initiative?

  • 19%Ja, die SVP-Initiative genügt nicht.
  • 73%Nein, sie geht viel zu weit.
  • 8%Ich habe (noch) keine Meinung.



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    Alle Leser-Kommentare
  • Schwartov3 14.10.2014 16:13
    Highlight Highlight Die Argumente der Ecopop-Gegner tönen auf den ersten Blick gut: «Die Menschen leben ja nicht umweltschonender, wenn sie zum Beispiel in Deutschland bleiben.“
    Das ist leider falsch: Sobald ein EU-Bürger in die Schweiz kommt, beginnt er zu pendeln, und zwar gewaltig: Bei den tausenden von (ost)deutschen Bauarbeitern ist die durchschnittliche Strecke (Car-Sharing abgerechnet) 360 km hin und 360 km zurück - wöchentlich. Nur 5% nehmen den Zug. Spanier und Portugiesen reisen seltener, aber immer noch jeden zweiten Monat in ihre Heimat, teils mit dem Flugzeug. Aus grüner Sicht gigantische Schäden.
    7 0 Melden
  • MediaEye 06.10.2014 13:34
    Highlight Highlight Die MEI der Folchsverarschungssekte und deren Guru vom Herrliberg ist ein reines potemkinsches Dorf und bewirkt gar nichts!!

    Deshalb muss an der Urne ein deutlicher Fingerzeig gegeben werden und der ECOPOP-Initiative mit einem wuchtigen Mehr zugestimmt werden

    8 MILLIONEN SIND GENUG !!!!!!

    Oder will irgend jemand eine Verarmung der Schweiz und Zustände wie im Ausland?

    Wohl nicht wirklich!
    9 1 Melden
  • nidlexii 05.10.2014 11:54
    Highlight Highlight Keine der etablierten Parteien an Bord, dafür dem Stammtisch aus den verborgensten Ritzen gesprochen: Es wäre verheerend, diese Initiative zu unterschätzen. Mir schwant Arges.
    5 2 Melden
  • Stellina 05.10.2014 11:23
    Highlight Highlight Auch noch zur Kenntnis zu nehmen: die feministische Perspektive! Was Ecopop will, läuft dem Recht der Frauen auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung diametral entgegen. Einmal mehr würden Frauen im Süden zum Spielball industriestaatlicher und patriarchaler Interessen http://www.cfd-ch.org/pdf_temp/Frauen_gegen_Ecopop_Grundlagenpapier.pdf
    4 6 Melden
  • Nicoscore 04.10.2014 18:44
    Highlight Highlight Würde diese Initiative angenommen, müssten wir uns der EU gegenüber schon wieder erklären und die Beziehung wäre am Boden zerstört.

    Das Beispiel Iran mag ein gutes Beispiel sein, aber das hat nicht nur mit Aufkläring sondern mit besserer Bildung grundsätzlich zu tun. 200 Million der Schweiz sind erstens ein Tropfen auf einen heissen Stein, und zweitens ist das ja wohl nicht das dringlichste Problem in das 10% der Bundesausgaben fliessen sollten.
    4 5 Melden
    • MediaEye 06.10.2014 13:36
      Highlight Highlight Budgetposten besteht bereits, wäre also nur eine nötige Aufstockung
      2 1 Melden
  • poesie_vivante 04.10.2014 10:31
    5 6 Melden
  • MediaEye 10.06.2014 10:23
    Highlight Highlight Ich kann mir hier die grosse Ablehnung in der Umfrage nicht wirklich erklären; es gibt doch mehrheitlich eine grosse Zustimmung
    Kann es sein, das dies der gewollte Effekt der MEI von der SVP ist, oder weil die ECOPOP-INITIATIVE in den Medien stehts als radikal bezeichnet wird, obschon während einer Übergangszeit doch noch mehr Personen zuwandern könnten als heute?

    Ich jedenfalls empfehle allen, die eine bessere Zukunft der Schweiz wollen, der ECOPOP-INITIATIVE ZUZUSTIMMEN und unbedingt ein JA in die Urne einzulegen

    26 21 Melden
    • Fulehung1950 04.10.2014 18:08
      Highlight Highlight Ich kann Ihnen sagen, warum: weil auch die Naiven begriffen haben, dass der Zuwanderungsstopp fatal ist für die Wirtschaft unseres kleinen Landes! Wir können die Wirtschaft schrumpfen lassen, keine Frage. Dann brauchen wir weniger ausländische Arbeitskräfte. Aber auch weniger Wohlstand! Ein Ecopop-Ja würde die bilateralen definitiv killen. Darunter würden die Motoren unserer Wirtschaft, Exportindustrie und Banken, extrem leiden: ihnen wärde der freie Zugang zum EU-Markt verwehrt. Und damit ein Grossteil unserer Exporte verunmöglicht. Wer jetzt von Freihandelsabkommen schwafelt: als Mitgliedstaat der EU würde ich solche verhindern, weil nicht einzusehen ist, warum die Schweiz ohne jeden Beitrag vom gleichen System profitieren sollte, für das ein Mitgliedstaat nicht unbedeutende Leistungen zu erbringen hat. Bitte nicht vergessen: wir hätten nicht nur Exportprobleme, sondern auch Importschwierigkeiten. Und das als rohstoffarmes Land.
      Beispiel Stahlimport: wenn wir ihn nur verteuert aus der EU beziehen können, woher nehmen wir ihn? China, Russland stehen im Vordergrund. Mit entsprechend hohen Transportkosten und entsprechender schlechter Ökobilanz. Da wird Ecopop zum gnadenlosen Eigentor.

      Und das kapieren die Schweizer langsam. Spät, aber nicht zu spät.
      10 6 Melden
  • klugundweise 28.02.2014 16:19
    Highlight Highlight Schon wieder werden Symptome bekämpft, anstatt die Ursachen anzugehen.
    Man kann in guten Treuen gegen den Wachstumswahn sein, dann sollte man aber den Menschen aufzeigen, worauf sie zu verzichten haben (weniger Lohn, weniger Konsum, weniger Energieverbrauch, weniger Mobilität, mehr Verzicht in allen Bereichen).
    Es bleibt zudem ein Rätsel der Initianden, warum ein Mensch jenseits der Grenze die Umwelt weniger belastet als in der Schweiz. Und Kampagnen für Empfängnisverhütung in Drittweltländern sind zwar sinnvoll, müssen aber sicher nicht in unsrer Verfassung verankert werden!
    22 13 Melden
    • Schneider Alex 23.03.2014 07:15
      Highlight Highlight Jedes Land ist für seine Umwelt selbst verantwortlich. Warum nicht auch die Bevölkerungszahl steuern, ein offensichtlicher Faktor der Umweltbelastung.
      In keiner DEZA-Schrift wird die Familienplanung explizit angesprochen. Ist hier eine CVP-Lobby am Werk? Wie sonst wollen Sie in dieser Frage weiter kommen? Es bleibt nur der Weg über die Verfassung.
      16 14 Melden
    • MediaEye 10.06.2014 10:02
      Highlight Highlight Die DEZA/SECO hat bereits ein Budget für die Gesundheits- und Familienpolitik in der Entwicklungshilfe (wobei dieser Begriff überholt ist).
      Es wäre also nur eine bescheidene Erhöhung dieses Postens
      12 6 Melden
    • MediaEye 02.07.2014 10:43
      Highlight Highlight Es geht hier eben NICHT um die Menschen jenseits der Grenze, sondern darum, hier in der Schweiz und selber etwas gegen dieses ungesunde Wachstum zu tun!
      Und es geht nicht zwangsläufig um eine Senkung des pers. Konsums,wie es uns die Grünen weis machen wollen, sondern um ein gesundes Mass halten, statt des immer mehr. Mehr Einwohner bedingt mehr Wohnungen, mehr Infrastruktur, mehr Verkehr, mehr mehr mehr ............
      Nein, stabilisieren wir endlich unseren Konsum der Umwelt, und um den geht es hier.
      16 8 Melden
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  • Schneider Alex 27.02.2014 06:10
    Highlight Highlight Grüne gegen Ecopop: Unverständlich!

    Wer gemeint hat, die Grüne Partei der Schweiz setze sich für eine nachhaltige Entwicklung unseres Landes ein, hat sich geirrt. Mit Vehemenz bekämpft diese Partei die Ecopop-Initiative „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“. Die Grünen wenden sich gegen eine reduzierte Zuwanderung und damit gegen eine bessere, auf unsere Ressourcen abgestimmte Entwicklung unseres Landes und gegen die Förderung der freiwilligen Familienplanung, die einen bescheidenen Beitrag gegen die Bevölkerungsexplosion in den Entwicklungsländern leisten will. Offenbar ist diese Partei heute schon so stark von internationalistischen Strömungen beeinflusst und auf die Bewahrung ihrer politischen Ämter fixiert, dass sie meint, als Speerspitze gegen diese Initiative auftreten zu müssen. Die bürgerlichen Parteien werden sich für diesen Einsatz wohl erkenntlich zeigen und den Grünen zu weiteren Posten in Politik und Verwaltung verhelfen. Eine traurige Entwicklung einer einst feurigen Verfechterin eines wachstumskritischen Kurses.
    26 17 Melden
    • aengler 28.02.2014 12:04
      Highlight Highlight Es gibt absolut keinen Grund anzunehmen, weshalb Menschen nach der Einwanderung in die Schweiz die Umwelt stärker belasten als vor der Einwanderung. Mit der billigen Ecopop-Demagogie und dem damit verbundenen Tellerranddenken wird so getan, als ob Menschen erst dann die Umwelt verschmutzen würden, wenn sie die Grenze zur Schweiz überschreiten.

      Auf ihre Website versucht Ecopop die unsinnige Idee, es nütze der Umwelt, wenn man Menschen striktere Vorschriften darüber, auf welcher Seite einer nationalen Grenze sie leben dürfen, damit zu verteidigen, dass der Lebensstandard in der Schweiz höher sei und deshalb mit der Einwanderung in die Schweiz die Umweltbelastung zunähme. Dazu sind meines Erachtens zwei Dinge zu sagen - einerseits stimmen da schlicht und einfach die Fakten nicht. Der Energieverbrauch ist in der Schweiz ähnlich wie in den Umliegenden Ländern, der CO2-Ausstoss pro Kopf ist in der Schweiz sogar tiefer als in den meisten Ländern, aus denen viele Einwanderer kommen. Wenn man berücksichtigt, dass die Schweiz im internationalen Vergleich einen gut ausgebauten öffentlichen Verkehr hat, könnte man sogar annehmen, dass die Umweltbelastung, die jemand im Durchschnitt verursacht, mit der Einwanderung in die Schweiz tendenziell eher abnehmen dürfte.

      Aber wenn wir die Fakten, welche gegen die Behauptungen von Ecopop sprechen, einmal ignorieren und so tun, als ob es tatsächlich so wäre wie Ecopop fälschlicherweise den Anschein erweckt und die Schweiz nicht nur in einem ähnlichen Ausmass wie die umliegenden Länder einen zu grossen ökologischen Fussabdruck hätte, sondern einen noch deutlich grösseren - was wäre dann eine rationale Antwort? Offensichtlich dass wir unser Verhalten ändern sollten, damit die Schweiz nicht mehr so viel schlechter abschneiden würde als die anderen Länder. Aber die Antwort von Ecopop für diese (hypothetische, in Wirklichkeit falsche) Annahme, dass die Schweiz bezüglich des Ressourcenverbrauches und Umweltschutzes tatsächlich viel schlechter abschneiden würde als die umliegenden Länder ist eine andere - wir sollen mit unserem zu grossen ökologischen Fussabdruck weitermachen wie bisher, nur verhindern, dass noch weitere Menschen an diesem verschwenderischen Lebensstil teilnehmen. Ecopop hat gewisse Buchstaben verwechselt; eine bessere Bezeichnung für diese Haltung wäre Ego-Populismus.

      Die Panikmache wegen einer angeblichen Überbevölkerung der Erde ist ein völliger Anachronismus. Diese Ideologie war in den 70er und 80er Jahren populär. Die Geburtenraten haben seit der damaligen Zeit aber stark abgenommen, auch in den meisten ärmeren Ländern. Die Weltbevölkerung wird sich voraussichtlich in diesem Jahrhundert stabilisieren, in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts wird es kaum mehr eine grosse Zunahme geben, eher wieder eine Abnahme der Bevölkerung. Die Zahl der Kinder (bis 15 Jahren) ist seit 2000 etwa stabil (bei 2 Milliarden), und im weltweiten Durchschnitt gibt es nicht viel mehr als 2 Kinder pro Frau; der Anstieg der Weltbevölkerung, den wir jetzt noch sehen, geht vor allem darauf zurück, dass die Zahl der Menschen in höheren Alterskategorien zunimmt, da der Altersdurchschnitt steigt.

      Die technokratische Idee, dass mit Bevölkerungsprogrammen die Kinderzahl gesenkt werden könne, war in den 70er und 80er Jahre sehr populär. In Wirklichkeit war der Effekt dieser Programme, in die damals viel Geld gesteckt wurde, minimal, und in Ländern, in denen es keine Familienplanungsprogramme gab wie z.B. in Brasilien nahm die Zahl der Kinder pro Frau ebenso schnell ab wie in Ländern, in denen solche Programme zeitweise forciert wurden. Entscheidend für die Geburtenrate sind eben nicht Familienplanungsprogramme, sondern die Abnahme der Kindersterblichkeit, zunehmender Wohlstand und - gemäss einigen Erkenntnissen wahrscheinlich der wichtigste Faktor - Zugang von Frauen zu Bildung. Dass Ecopop riesige Beträge in Familienplanungsprogramme buttern will, die gemäss jahrzehntelangen Erfahrungen wenig effektiv sind, zeigt dass die Leute im Rentenalt
      31 20 Melden
    • Schneider Alex 02.03.2014 06:39
      Highlight Highlight Es geht doch bei der ECOPOP-Initiative doch nicht nur um den Energieverbrauch, obwohl die Schweiz auch hier das Ziel hat, möglichst wenig nicht erneuerbare Energie zu verbrauchen. Dies wird mit wachsender Bevölkerungszahl sicher nicht einfacher. Auch ist klar, dass die Zuwandernden sich mehr Kaufkraft in der Schweiz versprechen. Mehr Kaufkraft = mehr Konsum = mehr Energieverbrauch. Was ist mit den zunehmenden Verkehrs-, Zersiedelungs-, Miet- und Umweltproblemen?
      23 5 Melden
    • MediaEye 10.06.2014 10:13
      Highlight Highlight @aengler; das ist die typische, falsche und nicht belegte Stimmungsmache der Parteileitung der Grünen, welche sich von ihren Grundsätzen und Kernaufgaben sehr weit entfernt hat und in staatsdirigistischen, bevormundenden Gewässern segelt. Ist die GLP aussen grün und innen blau, so ist die grüne Partei aussen ebenfalls grün, im innern aber bereits überreif, um nicht zu sagen verfault. Eine Erneuerung von der Basis her täte not.
      Im Übrigen strotzt ihr Kommentar nur so vor Allgemeinplätzen und unbewiesenen Behauptungen
      16 10 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • whu 26.02.2014 22:40
    Highlight Highlight die SVP sagt immer, mit der mei wird alles nur besser. bestimmt hat sie auch die kehrseiten exakt abgeklärt. also bin ich für die ecopop um dies zu sanktionieren.
    11 13 Melden
    • Fulehung1950 04.10.2014 18:20
      Highlight Highlight Whu: dir ist aber klar: die Annahme von Ecopop heisst "Schreddern der MEI"! Beides geht nicht, weil sich die beiden beissen: MEI will Koningente (steht jetzt so in der BV), Ecopop will das nicht, sondern eine zahlenmässige Beschränkung. Diese beiden Bestimmungen schliessen sich gegenseitig aus. Also müsstest Du als Befürworter der MEI Ecopop ablehnen.
      1 3 Melden
    • MediaEye 10.10.2014 08:05
      Highlight Highlight @Fulehung1950 eben gerade nicht; wer ja sagte zu MEI wurde getäuscht und muss eben gerade JA zur ECOPOP-Initiative sagen
      2 0 Melden
  • Oki 26.02.2014 17:06
    Highlight Highlight Wie viele Abstimmungen erträgt der Mensch?
    13 18 Melden
  • zombie1969 26.02.2014 15:46
    Highlight Highlight Und wie Masseneinwanderungsinitiative wird auch der Ecopop-Initiative durch den Familiennachzug und die Einwanderung über das Asylrecht ein dicker Strich durch die Rechnung gemacht.
    9 11 Melden
    • oskar 04.10.2014 11:34
      Highlight Highlight was für ein populistischer schwachsinn. die CH hatte im 2013 21465 asylgesuche und eine Anerkennungsquote von 15.5%. das hat wohl kaum einen massiven einfluss auf das bevölkerungswachstum. denken vor dem schreiben wäre erwünscht
      10 4 Melden

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