Schweiz
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Tierschutz

Nationalrat will Importverbot für Haiflossen



Der Nationalrat will den Import von Haiflossen verbieten. Er hat am Donnerstag eine Motion von Oskar Freysinger (SVP/VS) angenommen. Der Walliser SVP-Nationalrat argumentierte, es gehe um eine Form der Jagd, die der menschlichen Zivilisation unwürdig sei.

«Entweder ist man zivilisiert und verhält sich auch den Haifischen gegenüber so oder man kann ‹Zivilisation› streichen», sagte Freysinger. Haie würden wegen ihrer Flossen erbarmungslos gejagt. Ihnen würden nach dem Fang die Flossen abgeschnitten, und dann würden die Tiere wieder ins Wasser geworfen, wo sie elendiglich verendeten.

Die Schweiz sollte deshalb mit gutem Beispiel vorangehen und den Import von Haiflossen verbieten. Der Nationalrat nahm die Motion mit 160 zu 19 Stimmen bei 1 Enthaltung an. Der Vorstoss geht nun an den Ständerat.

«Keine tiergerechte Fischereipraxis»

Der Bundesrat hatte sich gegen ein Importverbot gestellt. Tatsächlich handle es sich um ein «ernsthaftes Problem», räumte Innenminister Alain Berset ein. Der Bundesrat teile die Auffassung, dass es sich beim Abtrennen von Flossen von lebenden Haien nicht um eine tiergerechte Fischereipraxis handle.

Dennoch erachte er ein generelles Importverbot für Haiflossen nicht als sinnvoll. Gemäss Zollstatistik würden nämlich keine Haiflossen in die Schweiz importiert, weshalb ein Verbot keinerlei Druck auf die Produzentenländer ausüben würde.

Biete ein Restaurant Haifischflossensuppe an, wären die Flossen illegal importiert worden, gab Berset zu bedenken. Freysinger erwiderte, er habe im Rahmen einer kurzen Internetrecherche auf Anhieb drei Restaurants in der Schweiz gefunden, die Haifischflossensuppe anböten.

Bedenken wegen WTO

In seiner schriftlichen Antwort hatte der Bundesrat festgehalten, dass im internationalen Rahmen verschiedene Anstrengungen unternommen würden, um den Fang von Haifischen zu kontrollieren und nachhaltig zu gestalten.

Er erachte die Unterstützung der internationalen Anstrengungen als erfolgsversprechender als ein Importverbot, schrieb der Bundesrat. Zudem bestünden bei einseitigen Importverboten immer auch Bedenken hinsichtlich der WTO-Kompatibilität. (whr/sda)

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