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Mit Wollkappe ist heute niemand mehr unterwegs. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Fast alle Wintersportler tragen Helm, bei Velofahrern hapert es

Noch nie waren auf Pisten so viele Wintersportler mit Kopfschutz unterwegs. Mittlerweile schützen 92 Prozent ihren Kopf. Doch bei den Velofahrern sind es deutlich weniger – besonders bei Fahrten im Alltag.

Fabienne Riklin / Schweiz am Sonntag



Oben blau, unten grau. Die ersten Skigebiete haben die Wintersaison eröffnet, weitere folgen nächstens. Auch wenn der Schnee noch nicht meterhoch liegt, reicht es für die ersten Schwünge. Aber aufgepasst: Jährlich verletzen sich gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) 65'000 Schneesportler auf Schweizer Pisten. Meist werden das Knie, der Fuss oder die Schulter der Skifahrer in Mitleidenschaft gezogen. Bei den Snowboardern ist es neben der Schulter oftmals der Unterarm oder die Hand. Abgenommen haben dagegen schwere Kopfverletzungen.

Der Grund dafür: der Helm. Er verhindert rund jede dritte Verletzung. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, beispielsweise eine schwere Hirnverletzung zu erleiden, kleiner mit einem Kopfschutz. So erstaunt es nicht, dass die Mehrheit aller Ski- und Snowboardfahrer überzeugte Helmträger sind. Neuste Zahlen, die der «Schweiz am Sonntag» vorliegen, zeigen, dass mittlerweile 92 Prozent aller Wintersportler ihren Kopf schützen. Betrachtet man ausschliesslich die in der Schweiz wohnhaften Personen, liegt die Quote sogar bei 95 Prozent – Tendenz nach wie vor steigend. So geht die bfu davon aus, dass sich die Tragquote derjenigen der Jugendlichen angleicht. Diese beläuft sich bei den bis 17-Jährigen auf 99 Prozent.

Vom Kübel zum Accessoire

Vor 25 Jahren trugen erst vereinzelt Kinder einen Kopfschutz, meist in Form eines weissen, grossen Kübels der Marke Uvex. Heute gehört der Helm zur Standard-Ausrüstung. Unzählige Anbieter offerieren Modelle in verschiedenen Farben und Formen. Die Preise sind ebenfalls gesunken. Und Wintersportler, die sich nur sporadisch in die Höhe wagen, können einen Helm auch tageweise mieten. Mit der Folge, dass die Tragquote von Jahr zu Jahr ansteigt.

In der Saison 2002/2003 trugen gemäss bfu-Daten nur 16 Prozent der Ski- und Snowboardfahrer einen Helm. Heute sticht ein Sportler, der nur mit einer Wollkappe unterwegs ist, gleich ins Auge. «Kluge Köpfe schützen sich»: Dieses Motto setzte sich bei den 2,5 Millionen Wintersportlern durch – und zwar ohne Gesetze, Vorschriften oder Regeln.

Ganz anders sieht die Situation bei den Velofahrern aus. Nur knapp die Hälfte trägt einen Helm. Immer mal wieder wird über eine Tragepflicht debattiert. Unzählige Kampagnen wurden schon lanciert.

So legte die Suva während zehn Jahren den Fokus ihrer Präventionskampagne für Velofahrer auf den Helm. Wie von der Unfallversicherung zu erfahren ist, mit Erfolg. «Wir konnten die Tragequote von 4 auf 49 Prozent steigern», sagt Sprecherin Barbara Senn. Dies sei internationaler Rekord. Doch Senn räumt auch ein, dass Botschaften nach einer gewissen Zeit ihre Wirkung verlieren und die Zielgruppe abstumpft.

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Velohelm oder Skihelm?

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472

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  • Nur Skihelm36%
  • Nur Velohelm3%
  • Weder noch14%

Insbesondere für kurze Strecken pfeifen Velofahrer auf den Helm: Zum Brötchenholen, um an den Bahnhof oder um zur Chorprobe zu fahren. «Im Alltag verzichten sie oft aus Bequemlichkeit oder aus ästhetischen Gründen auf den Kopfschutz», sagt Benedikt Heer, Berater Sport beim bfu. Dabei sei es besonders im Strassenverkehr angebracht, sich zu schützen, da ein Zusammenprall mit Autos oder Lastwagen schwerwiegende Folgen haben könne.

Sobald jedoch das Velofahren als Sport praktiziert wird, ist die Tragquote ähnlich hoch wie auf der Piste. «Dann gehört der Helm ganz selbstverständlich zur Ausrüstung dazu.» Trotz dieser Diskrepanz sind weder Pro Velo noch die Suva oder bfu für eine Velohelm-Pflicht. Sie sind überzeugt, dass wie beim Beispiel der Skifahrer Prävention wirkt.

Die beiden Organisationen werden daher nicht müde, weiter in diesen Bereich zu investieren. Neues Ziel für die Wintersaison: die jährlich anfallenden Unfall-Kosten von 269 Millionen Franken reduzieren. Diese Woche pfiffen die Suva und bfu zum Angriff auf die Knie-, Schulter- und Hand-Blessuren. Und zwar mit einen Schneesport-Check. Dieser kann online ausgefüllt werden und zeigt den Ski- und Snowboardfahrern auf, wie sie ihr Unfallrisiko einschätzen und minimieren können.

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Masche 05.12.2016 21:23
    Highlight Highlight Als Helmträger auf dem Velo seit es Helme gibt, sehe ich das etwas differenzierter als im Artikel geschrieben. Ich fahre seit über 50 Jahren täglich Velo, hatte aber erst ca. fünf Stürze, drei davon mit Verletzungsfolge, einer davon schwer (Sehnenabriss in der Schulter). Bei keinem davon hat mir ein Helm geholfen. Beim Skifahren dagegen liegt meine Sturzrate bei ca. 2 pro Woche, ist also etwa 100 mal höher. Der entscheidende Satz ist daher: "Sobald jedoch das Velofahren als Sport praktiziert wird, ist die Tragquote ähnlich hoch wie auf der Piste".
  • Binnennomade 05.12.2016 08:54
    Highlight Highlight Bitte selber etwas recherchieren, statt einfach bei der bfu abzuschreiben. Ich habe eine Facharbeit zum Thema geschrieben und finde es erschreckend, dass die bfu noch immer behauptet, ein Drittel der Kopfverletzungen können vermieden werden. Die Kopfverletzungen sind in den letzten 20 Jahren NICHT zurückgegangen, und das obwohl die Helmtragquote von 16% auf 90% gestiegen ist. Wer's nicht glaubt: Seite 32-34
    http://www.bfu.ch/de/Documents/05_Die_bfu/07_Medien/bfu_2.253.01_bfu-Grundlagen-Unfallgeschehen-fr.pdf
    • aye 05.12.2016 14:04
      Highlight Highlight Die von dir verlinkte Publikation macht aber weder Aussagen über die absolute Zahl der Kopfverletzungen noch zur Schwere derselben sondern nur über den Anteil von Kopfverletzungen an allen Unfällen?
    • Binnennomade 05.12.2016 16:35
      Highlight Highlight 1/2 Genau, es handelt sich um den Anteil der Kopfverletzungen an allen Verletzungen. Dies ist allerdings auch die aussagekräftigste Zahl.
      Würde man die absolute Anzahl Kopfverletzungen nehmen, müsste man diese beispielsweise durch die Anzahl Skitage teilen (diese wäre bekannt). Dann wüsste man allerdings noch immer nicht, ob sich nur die Kopfverletzungen mehrten/minderten, oder ob Skifahren generell sicherer/unsicherer geworden ist. Man würde also durch die Gesamtanzahl Verletzungen teilen, und wäre somit wieder beim Anteil der Kopfverletzungen an allen Verletzungen.
    • Binnennomade 05.12.2016 16:44
      Highlight Highlight 2/2 Zur Schwere der Verletzungen lassen sich aus den vom bfu publizierten Statistiken leider keine Aussagen treffen. Und bei anderen Publikationen ist die Beweislage sehr dünn.
      Mich stört allerdings vor allem die Angabe, dass ein Drittel der Kopfverletzungen verhindert werden können, wenn die eigenen Statistiken das Gegenteil beweisen, zumal das bfu über die wesentlich umfangreicheren Daten verfügt als die Studie, aus der diese Zahl ständig zitiert wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Entenmann 04.12.2016 23:04
    Highlight Highlight Wer Velofahren im Alltag fördern - und damit sicherer machen - will, sollte aufhören, es als tödliche Gefahr darzustellen. Critical mass und so.
  • stamm 04.12.2016 21:08
    Highlight Highlight Tiptop, muss jeder selber wissen. Und ey; es ist noch nicht einmal vorgeschrieben! Und das in der heutigen Zeit! WOW!
  • aye 04.12.2016 18:03
    Highlight Highlight Falls es wen interessiert, den Schneesport-Check der Suva gibt's hier:
    http://suva.ch/schneesportcheck
  • glass9876 04.12.2016 17:40
    Highlight Highlight Sport vs. Fortbewegung, das ist ganz klar ausschlaggebend... Ich trage meistens auch beim Velofahren zum Bhf. Helm, muss dann aber morgens im Geschäft die Frisur wieder richten. ;-)

    Anyway, Watson hat ja auch schon über Studien berichtet, wonach Autofahrer Helmträger enger überholen würden...
  • Jääsoo 04.12.2016 16:32
    Highlight Highlight Ich denke wenn man die skitourer mit den MTB touren fahrern vergleicht schneiden die schneesportler deutlich schlechter ab...
    Es würde mich intereesieren wie die Statistik der Schneesportler erstellt wurde. :)

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