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Paradies für Fluss-Surfer

«Roland Hauser, wie gefährlich ist es, auf einem Fluss mit Hochwasser zu surfen?»

Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben den meisten Menschen Sorgen bereitet. Anders bei Roland Hauser: Er nutzte die Gunst der Stunde und ging auf der Hochwasser führenden Thur surfen.



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Cyril Inauen und Roland Hauser beim Fluss-Surfen. video: youtube/Schizo-Vreni Food and Travel

Im Video surft ihr eine stehende Welle auf der Thur. Wo genau ist diese Welle?
Roland Hauser: Das sage ich lieber nicht. Einerseits wollen wir natürlich nicht, dass beim nächsten Mal ganz viele Leute dort sind und andererseits wollen wir auch nicht, dass Menschen hingehen, die nicht so viel Ahnung vom Surfen haben.

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Roland Hauser surft seit 19 Jahren, war vor vier Jahren Schweizer Meister und betreibt zusammen mit zwei Freunden den Surfshop greenroom.ch an der Badenerstrasse in Zürich. bild: zvg

Besteht durch euer Video nicht eben diese Gefahr, dass Nachahmer kommen, die sich dann dort einer Gefahr aussetzen?
Nein, das Fluss-Surfen gibt’s ja schon lange. Und dabei ist es wie bei jedem Sport: Es gibt einfachere Stellen und schwierigere Spots. Das ist ja wie beim Skifahren, da fängt man ja auch nicht mit der schwarzen Piste an.

Wie gefährlich ist es, an einer solchen Stelle zu surfen?
Es sieht gefährlicher aus, als es ist. Das grösste Problem ist das Schwemmholz. Wenn der Fluss steigt, hat es mehr davon. Dann warten wir kurz ab. Und sonst haben wir ja auch Leute an Land, die Ausschau halten und uns warnen, wenn etwas angeschwemmt kommt. Da kann man dann noch gut ausweichen.

Kommt es nicht zu gefährlichen Strömungen?
Nein, das Wasser fliesst zwar schnell, es kommt aber nicht zu einem Walzen-Effekt. Und das ist eigentlich das Gefährlichste, weil man dann nicht mehr wieder rauskommt. So eine Walze entsteht aber hauptsächlich nur bei einem Wassersturz mit mehr Gefälle – beispielsweise bei Wasserfällen.

Wie seid ihr auf die Welle in der Thur aufmerksam geworden?
Wir schauen uns regelmässig auf der Website vom Bundesamt für Umwelt die Pegelstände der Flüsse an und fahren dann dort hin, wo es viel Wasser hat. So eine Gelegenheit bietet sich ein- bis zweimal im Jahr. An dieser Stelle war ich selber in den vergangen Jahren schon häufiger.

Hast du selber Angst, wenn du so eine Welle surfst?
Angst nicht, Respekt schon. Sonst surfe ich in Bremgarten, wo es eine stehende Welle gibt, die offiziell zum Surfen da ist. Die ist aber deutlich kleiner. Und in Luzern und in Bern sind zwei ähnliche Projekte angedacht: Dort sollen für Surfer künstliche Wellen produziert werden. Ich wäre natürlich sehr froh, wenn das klappen würde, damit ich nicht immer auf eigene Faust Wellen in der Schweiz suchen muss, wo man dann auch auf das Schwemmholz aufpassen muss.

Surfst du sonst auch im Meer?
Ja, ich surfe seit 19 Jahren und das vor allem im Meer. Vor vier Jahren war ich Schweizer Meister und ein paar Mal habe ich auch an Weltmeisterschaften beispielsweise in Peru und Costa Rica teilgenommen.

Und was ist einfacher? 
Eindeutig das Fluss-Surfen, denn da bewegt sich die Welle ja nicht. Sie steht einfach und man kann mal rein und dann einfach wieder raus. Im Meer muss man genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, um die Welle zu erwischen.

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