Schweiz
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Spain's midfielder Lucas Vazquez, left, fights for the ball with Switzerland's midfielder Steven Zuber, center, during an international friendly soccer match in preparation for the upcoming 2018 Fifa World Cup in Russia between Spain and Switzerland at La Ceramica stadium in Villarreal, Spain, Sunday, June 3, 2018. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Steven Zuber (rechts) zieht an Spaniens Lucas Vazquez vorbei.  Bild: KEYSTONE

Nach dem 1:1: Was die Nati aus dem Spiel gegen Spanien mitnehmen kann

Im zweitletzten WM-Test gegen Spanien sicherte sich die Schweiz ein 1:1-Unentschieden. Dabei wussten die Schweizer vor allem defensiv zu überzeugen. Am Freitag, 8. Juni, folgt der letzte Test gegen Japan bevor die Schweizer Nati an die WM reist.

Etienne Wuillemin / az aargauer zeitung



Sollte es tatsächlich bei dieser Ehrenmeldung bleiben? Zehn Minuten sind in Villarreal noch zu spielen. Noch immer hält die Schweiz das 1:1 gegen Spanien ohne grössere Probleme. Die Zeit zerrann. Weiter und weiter. Nicht, dass die Spanier mit dem Engagement auftraten, das sie in einem WM-Final zeigen würden. Aber etwas frustriert wirkte die «Furia Roja» zunehmend schon.

Yann Sommer ist in WM-Form

Es kam der Moment, als Yann Sommer noch einmal beweisen durfte, dass er in WM-Form ist. Seine Parade gegen Rodrigo war grosse Klasse. In der 90. Minute strich der Schuss von Nacho knapp am Gehäuse vorbei. Wenig später durfte sich dieser noch per Kopfball versuchen. Wieder vorbei. Dann war Schluss.

Und damit wurde das bemerkenswerte Schweizer Zeichen 14 Tage vor dem ersten WM-Auftritt Tatsache. Ein 1:1 gegen einen der grössten Favoriten auf den WM-Titel nach einem beherzten Auftritt? Das darf durchaus als schöner, kleiner Erfolg gelten.

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Das 1:0 im Video. Video: streamable

Das Tor als Produkt von etwas Mut

Es wurde also ein Abend ganz nach dem Geschmack von Nationaltrainer Vladimir Petkovic. Er durfte erfreut notieren, dass sein Team vor dem grossen Favoriten keineswegs einknickte. Denn ein bisschen Respekt vor dieser Aufgabe war rund um das Schweizer Lager im Vorfeld schon zu spüren. Was, wenn der Abend mit einer Abreibung enden würde, wie sie Argentinien im März beim 1:6 gegen Spanien erlebte?

Nein, diese Angst war völlig vermessen. Auch als die Schweizer einmal in Rückstand lagen, blieben sie mehrheitlich kompakt. Sie wehrten sich einfach immer weiter. Auch, als der Druck der Spanier zu Beginn der zweiten Hälfte immer grösser wurde. Es war so, wie es Petkovic vor dem Spiel ahnte. «Wir werden in Schwierigkeiten kommen, aber dann müssen wir eben kompakt bleiben. Und wenn wir das tun, können wir auch gegen gute Gegner dagegenhalten.»

Mutige Aktionen der beiden Aussenverteidiger

Es folgte die 62. Minute. Die Minute, in der die Schweiz ihren Lohn für dieses Spiel abholen durfte. Denn plötzlich lag der Ball im Tor von David De Gea. Dieser wehrte Lichtsteiners Schuss nur ungenügend ab. Rodriguez drückte den Ball aus zwei Metern über die Linie. 1:1 stand es plötzlich. Und die Spanier hatten die Gewissheit, dass es Fehler auch bei ihnen nicht verträgt.

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Das 1:1 im Video. Video: streamable

Das Tor kam auch zustande, weil sich Zuber, Zakaria und Embolo schön durchspielten. Dass zuletzt die beiden Aussenverteidiger für den Treffer besorgt waren, zeigte auch, dass die Schweizer durchaus mutig waren. Und gewillt, etwas zu zeigen, wenn sich die Gelegenheit ergab.

Natürlich, allzu oft war das nicht der Fall. Dafür war der Gegner zu ballsicher, zu stark. Das Spiel gehörte den Spaniern. Ohne Zweifel. Von Anfang bis Ende. Gerade so, wie es die roten Tenöre eben wollten. Aber genauso wurde offensichtlich, dass sie oft mit angezogener Handbremse agierten, manchmal gar an der Grenze zur Nonchalance. Ab und zu eine tolle Bewegung aus dem Nichts, um plötzlich Zug in die Angriffe zu bringen. Das schon. Aber es war nicht so, dass die Schweizer Mal für Mal ins Schwimmen gerieten. So wie das an der WM 2010, bei diesem schönen 1:0-Sieg, noch der Fall war.

Die Erkenntnisse für den Trainer

Welche Lehren nehmen Petkovic und sein Team aus dem Abend mit? Eine ist gewiss, dass es gegen ein Topteam wie Spanien (oder dann an der WM Brasilien) keine Fehler leiden mag. So wie nach einer halben Stunde, als im Anschluss an einen Vorstoss plötzlich Odriozola frei zum Abschluss kam. Und zeigte, dass auch ein Aussenverteidiger zweiter Wahl ein schönes Tor per Direktabnahme erzielen kann.

In der Innenverteidigung gefiel wieder einmal Manuel Akanji. Er liegt gegenüber Konkurrent Djourou mittlerweile im Vorteil, wenn es um den Startplatz neben Fabian Schär geht. In der Offensive waren Dzemaili und Seferovic in der ersten Hälfte blass. Petkovic ersetzte sie durch Embolo und Drmic. Auch von ihnen war nicht allzu viel zu sehen. Doch Embolo war eben auch am Tor beteiligt. Shaqiri durfte in Hälfte zwei in der Mitte spielen, später gar Captain sein. Von ihm kann noch deutlich mehr kommen an der WM.

Granit Xhaka: der wichtigste Einzelspieler fehlte noch

Fazit: Über 90 Minuten gesehen war es ein guter Schweizer Auftritt. Einer, der Mut macht für die WM. Und das, obwohl mit Granit Xhaka der wichtigste Einzelspieler wegen seiner Verletzung noch fehlte. Der Abend von Villarreal erlaubt der Schweiz, ein bisschen zu träumen. Zumindest ist der WM-Achtelfinal ein realistisches Ziel.

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    Alle Leser-Kommentare
  • beaetel 04.06.2018 13:10
    Highlight Highlight Eine Fehlpassorgie unserer Mannschaft wurde nicht bestraft. Wenn‘s mal zu einem Gegenangriff kommt, bleibt der Ball viel zu lange am Fuss, anstatt sofort auf den freien Flügel abzuspielen! Das finde ic
    h einfach stümperhaft! Das Tor der Schweizer geht ein unüblicher Torwartfehler voraus. Anstatt hoch zu verlieren, meinen diese Herren jetzt, sie seien gar nicht so schlecht gewesen. Wie will man mit so einer Einstellung besser werden?
  • why_so_serious 04.06.2018 10:00
    Highlight Highlight Das Spiel darf man wohl nicht allzu ernst nehmen. Bei Spanien fehlten die Leute von Real - auch die Schweiz hat nicht komplett gespielt.
    Es war ein netter Test, in dem man einiges gesehen hat - was gut funktionier und woran noch ein wenig gearbeitet hat.
    Deutschland hat 2:1 gegen Österreich verloren - dennoch sind sie Titelaspirant Nummer 1.
  • N. Y. P. D. 04.06.2018 09:59
    Highlight Highlight Meine Sorge ist, dass wir in einem Spiel in der 89. Minute mit 1:0 führen und dann..

    ..wieder der übliche Riesenbock eines bestimmten Verteidigers passiert und wir wieder mal um die Früchte gebracht werden.

    Es nützt doch nichts, wenn dieser Verteidiger eigentlich Note 5 hat, aber ständig ein, zwei Böcke fabriziert im Spiel.

    Also, diese Nomination ist schon ein wenig ein Dämpfer für die Vorfreude.
    • N. Y. P. D. 04.06.2018 12:03
      Highlight Highlight Ich mag präventives Weinen.

      Eben ! In den Reihen vor Dir und hinter Dir, dachten sie alle gleich. Sobald der Djourou am Ball ist, hat man einen Herzböller. Man versucht mittels Schnappatmung am Leben zu bleiben, bis die Kugel aus der Gefahrenzone raus ist.

      Also, wenn wir ausscheiden wegen eines Djourou - Bocks kackt es mich so richtig an. Der Defribilator ist bei mir direkt neben der Kiste platziert.

      Watson hat ein Wein doch. Ich könnte mir aber auch ein präventives Djourou Wein doch vorstellen..
    • din Vater 04.06.2018 13:42
      Highlight Highlight Und ich dachte N. Y. P. spricht von Schär ;)
    • Ziasper 04.06.2018 14:02
      Highlight Highlight Wann hat denn Djourou letztmals einen Bock geschossen, der uns Punkte gekostet hat?
    Weitere Antworten anzeigen
  • govolbeat 04.06.2018 09:15
    Highlight Highlight Auch wenns nur ein Testspiel war...unsere Jungs müssen schon noch eine Schippe drauflegen, sonst wird das nichts. Habe gerade Costa Rica gesehen, die haben gegen Nordirland diskussionslos 3:0 gewonnen...starke Vorstellung! Und das in einem Testspiel mit einer ganz anderen Intensität und einem viel höheren Tempo...

    Nur verteidigen reicht nicht, wir müssen auch Tore schiessen für ein Weiterkommen...und es wird nicht in jedem Spiel ein Torwartfehler des Gegners geben. Hoffe trotzdem auf ein Weiterkommen. Hopp Schwiiz!!
  • zellweger_fussballgott 04.06.2018 08:39
    Highlight Highlight Shaqiri arbeitet gegen Topteams einfach zu wenig nach hinten. Wenn ich sehe, wie Embolo nach hinten gearbeitet hat im Gegensatz zu Shaqiri auf der rechten Seiten, dann weiss ich bei aller offensiven Qualität und Genialität, wen ich auf die Bank setzen würde gegen Brasilien.
    • Ruggedman 04.06.2018 10:23
      Highlight Highlight Bei Shaqiri fehlt es an der Einstellung. Der hat immer noch das Gefühl er wäre der Nachfolger von Messi.
    • demian 04.06.2018 11:22
      Highlight Highlight Wenn er so gut wäre wie er denkt, wäre er nicht bei Stoke gelandet...
  • Jol Bear 04.06.2018 07:56
    Highlight Highlight Es ist schwierig, die Leistungen der Schweizer in diesem Spiel gegen Spanien zu benoten. Für die meisten gilt: "zu wenig Spielzeit für eine Beurteilung."
  • JJ17 04.06.2018 07:35
    Highlight Highlight Weshalb reden immer alle nur vom Achtelfinale? Wieso nicht mal das Viertelfinale anpeilen? Ich weiss, es wird richtig schwer schon nur die Gruppenphase zu überstehen, aber die Schweiz hat in der Vegangenheit schon mehrfach bewiesen, dass sie jeden Gegner schlagen kann. Und auch wenn ich nicht allzu viel von der Weltrangliste halte, wir sind aktuell meines Wissens die Nummer 6, erst kürzlich sogar noch die Nummer 4, von nichts kommt man nicht auf diese Plätze (auch wenn die Berechnung aus meiner Sicht teilweise etwas "speziell" ist...)
    • Duscholux 04.06.2018 08:43
      Highlight Highlight So ist es irgendwie immer. Alle reden und schreiben vom Achtelfinale um nicht wie ein "Depp" zu wirken.

      Aber innerlich hoffen wir doch alle auf Viertelfinale und eventuell mehr. Hopp Schwitz.
    • greeZH 04.06.2018 09:07
      Highlight Highlight Weil die Schweiz dafür entweder die Gruppe gegen Brasilien gewinnen oder Deutschland im Achtelfinal schlagen muss.
    • Luca Brasi 04.06.2018 09:29
      Highlight Highlight Das mit dem "gegen jeden gewinnen" bezweifle ich doch stark. Die Schweiz ist sicher eine gute internationale Mannschaft, aber solange sie es nicht einmal schafft in einem KO-Spiel weiterzukommen, kann man nicht davon sprechen. Die grossen Mannschaften spielen erst dann richtig auf. Am nächsten war man da noch gegen Argentinien, aber schlussendlich hat man dort auch verloren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kommemtar 04.06.2018 07:17
    Highlight Highlight Auch wenn beide Teams mit angezogener Handbremse unterwegs waren, sich ja niemand verletzten wollte (sieht man auch bei der Kartenverteilung ganz deutlich), kann die Schweiz mit dem Resultat sehr Zufrieden sein.

    Einzige Kritik: Ich hätte viel Lieber Gavranovic im Sturm gesehen. Er hat eine klasse Saison gespielt und hätte sich das eigentlich verdient gehabt.
  • Shiba 04.06.2018 06:46
    Highlight Highlight Die Startelf fand ich nicht schlecht so. Anstelle von Schär würde ich jedoch gerne Elvedi sehen. Auch gefiel mir Dzemaili‘s Körpersprache auf dem Feld nicht.
    • SJ_California 04.06.2018 08:31
      Highlight Highlight Bei Dzemaili hat man von Anfang an das Gefühl, dass er nicht an sich selbst und das Team glaubt. Und ist nach jeder Aktion frustriert. So einer gehört nicht ins WM-Kader. Die CH hat bessere Spieler!
    • Nelson Muntz 04.06.2018 09:50
      Highlight Highlight eventuell hatte er ja grad Lämpen mit seiner Ex.

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