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SRG-Ombudsstelle erhält so viele Beanstandungen wie noch nie

SRG-Ombudsstelle erhält so viele Beanstandungen wie noch nie

04.02.2026, 20:5604.02.2026, 20:56
Die Stadt Zürich will die SRG zur Kasse bitten. Der Leutschenbach soll nicht mehr gratis sein, sondern 159'000 Franken pro Jahr kosten. (Archivbild)
Der SRF-Standort Leutschenbach (Symbolbild).Bild: KEYSTONE

Die SRG-Ombudsstelle hat 2025 mit 1408 eingereichten Beanstandungen so viele Eingaben wie noch nie erhalten. Der Anstieg geht laut der SRG auf organisierte «Massenbeanstandungen» zurück.

Ausgelöst wurden diese durch gezielte Mobilisierung in sozialen Medien und auf Webseiten, wie die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) am Mittwoch mitteilte. Der markante Anstieg sei kein Ausdruck eines Qualitätsverlusts im Journalismus. Damit sei auch der Anstieg der ganz oder teilweise unterstützten Beanstandungen im Vergleich zum Vorjahr von 8,7 auf 9,9 Prozent zu erklären.

Die Satiresendung «Late Night Switzerland» vom 13. April 2025 wurde 513 Mal beanstandet und von der Ombudsstelle unterstützt. Eine «Impact»-Reportage vom 24. September über eine Zürcher Tantra-Schule wurde 138 Mal beanstandet und in zwei Kritikpunkten unterstützt, wie die SRG schrieb.

Die sehr hohen Eingabezahlen gehen laut der SRG auf ein hoch polarisiertes politisches Umfeld zurück. Im Vorfeld der Abstimmung über die Halbierungsinitiative spitzte sich die Programmkritik auch insofern zu, als dass die Befürworter der Initiative medienwirksam dazu aufriefen, Beanstandungen einzureichen.

Nahost-Konflikt und Trump bewegen

Knapp ein Viertel der Beanstandungen entfiel thematisch auf den Nahost-Konflikt, wie es weiter hiess. Die Kritik kam 2025 mehrheitlich aus pro-israelischen Kreisen und richtete sich gegen eine Berichterstattung, die das humanitäre Leid in Gaza, Völkerrechtsfragen und politische Verantwortung in den Fokus rückte.

Auch die US-Politik, insbesondere die Berichterstattung über Präsident Donald Trump und sein Umfeld, sorgte für zahlreiche Beanstandungen. Gemäss SRG wurde eine angeblich systematisch negative Darstellung kritisiert. Die Ombudsstelle erachtete die journalistischen Einordnungen in den meisten Fällen als sachgerecht und transparent gegenüber dem Publikum. (sda)

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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Peter D
04.02.2026 21:03registriert Januar 2023
Viele Menschen verbringen enorm viel Zeit vor dem Fernseher – das ist ihre Entscheidung, und darüber muss niemand urteilen. Was mir aber Sorgen macht, ist etwas anderes: Nicht die Unzufriedenheit an sich, sondern die Art und Weise, wie Kritik zunehmend als politisches Instrument eingesetzt wird.
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darmflora
04.02.2026 23:40registriert März 2021
Kann man diesen Kindergarten bitte abstellen? Augewogene Bericherstattung heisst ja eben nicht, nur Information die mir grad in den Kram passt. Ich dachte, in der Schweiz gibt es generell nach dem Kindergarten noch mind. 9 Pflichtschuljahre. Was haben die Täubelis bitte in dieser langen Zeit genau gelernt?
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Rethinking
05.02.2026 06:01registriert Oktober 2018
Die Einsprachen dürften mehrheitlich von Rechts kommen, die staatliche Medien zerstören wollen, damitcsiecmit ihren Medienkonzernen die Bevölkerung besser manipulieren können…
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