Schweiz
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Das Spital Wattwil gehört zu den fünf Regionalspitälern im Kanton St. Gallen, die von einer Schliessung bedroht sind. Entscheiden wird der Kantonsrat im kommenden Frühjahr.

Zukunft in Gefahr: Das Regionalspital Wattwil ist eines der Spitäler, das geschlossen werden soll. Bild: KEYSTONE

St. Gallen will fünf Regionalspitäler schliessen



Im Kanton St. Gallen sollen die Regionalspitäler Altstätten, Flawil, Rorschach, Walenstadt und Wattwil nicht mehr weiterbetrieben werden. An diesen Standorten ist nur noch eine stationäre Notfallversorgung mit einigen Spitalbetten vorgesehen.

Die St. Galler Regierung gab am Mittwoch einschneidende Massnahmen bekannt: Sie will aus Kostengründen fünf der bisher neun Spitäler schliessen und die Versorgung auf die Standorte St. Gallen, Wil, Grabs und Uznach konzentrieren. Die Vorlage geht nun in die Vernehmlassung, entscheiden wird der Kantonsrat.

Die Regierung folgt weitgehend einem Konzept, das der Verwaltungsrat der St. Galler Spitalverbunde im Mai 2018 vorgestellt hatte. Es drohe ein strukturelles Defizit von 70 Millionen Franken, hiess es damals.

Die Schliessung der fünf regionalen Spitäler soll gestaffelt erfolgen: Sie beginnt 2022 mit Rorschach und Flawil, 2024 soll Wattwil folgen, 2027 Altstätten und Walenstadt. Die Regierung rechnet damit, dass das Spital Grabs um 64 Betten vergrössert werden muss, das Spital Wil um 20 Betten.

Abbau von bis zu 70 Stellen

Das Personal der Spitäler, die geschlossen werden, soll mehrheitlich Stellenangebote an den Standorten St. Gallen, Grabs, Wil und Uznach erhalten. Insgesamt werden aber bis 2028 voraussichtlich 60 bis 70 Stellen abgebaut. Dieser Abbau soll möglichst über natürliche Fluktuationen geschehen.

Ein Lenkungsausschuss mit drei Regierungsmitgliedern sowie zwei Verwaltungsräten hatte die Bevölkerung an den Spitalstandorten bereits vor einiger Zeit über die wirtschaftlichen Probleme informiert. Geprüft wurden auch Alternativkonzepte. Daraus entstand die Strategie, wie sie die Regierung am Mittwoch vorstellte.

Notdarlehen

Einige Vorentscheide sind bereits getroffen: Im Mai 2019 beschloss der Verwaltungsrat als Reaktion auf die anhaltenden finanziellen Probleme die Einstellung von Operationen am Spital Wattwil. Diese Massnahme tritt auf November in Kraft. In der Septembersession spracht der Kantonsrat zudem ein Notdarlehen für die Spitäler Wil und Wattwil in der Höhe von 9.7 Millionen Franken, um zumindest den vorläufigen Weiterbetrieb zu sichern.

Mit der Weichenstellung der Regierung hat der politische Prozess allerdings erst begonnen. Nun startet eine breite Vernehmlassung, danach folgte eine konkrete Vorlage an den Kantonsrat. Frühestens in der Aprilsession 2020 wird sich das Parlament damit befassen und schliesslich einen Entscheid fällen. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pumba 24.10.2019 09:12
    Highlight Highlight Wir sind ein Land mit der höchsten Spitaldichte in Europa. Das ist purer Luxus und absolut unnötig, von der Effizienz ganz zu schweigen. Am besten man organisiert unser Gesundheitssystem national (wie übrigens bei den Dänen) und lässt den Föderalismus in diesem Bereich beiseite. Ansonsten muss man sich nicht über die Kosten wundern..
  • Nik G. 23.10.2019 11:03
    Highlight Highlight Ja absolut korrekte Massnahme. Dies muss jeder Kanton machen. Wir haben viel zu viele kleine Spitäler. Damit können effektiv Kosten gespart werden.
  • HonoLulu 23.10.2019 10:29
    Highlight Highlight Ja, ich finds gut. Durchziehen, auch wenns schmerzhaft wird. Für eine bezahlbare Zukunft.
  • ingmarbergman 23.10.2019 09:29
    Highlight Highlight Gute Entscheidung! Es hat viel zu viele Spitäler in der Schweiz. Das treibt die Kosten hoch und ist mitverantwortlich für den Anstieg der KK-Prämien.
  • Krise 23.10.2019 09:27
    Highlight Highlight Jup, der Schweiz geht es gut. Wir bezahlen Milliarden ins Gesundheitssystem, was widerum so gut gemanaged wird dass Spitäler geschlossen werden und sich neues Personal kaum finden lässt wegen der Arbeitsbedingungen. Das wird ein böses Erwachen geben, und ich befürchte dass das nicht mehr sehr lange geht.
    • Chrusi 23.10.2019 11:15
      Highlight Highlight Dir ist schon bewusst, dass durch die Schliessung von Regionalspitäler mehr Personal in den verbleibenden Spitäler zur Verfügung steht. Durch eine Konzentration der Spitäler können auch die personelle Ressourcen effizienter eingesetzt werden.
    • Krise 23.10.2019 16:13
      Highlight Highlight Dir ist schon bewusst dass sich dadurch die Transportwege erhöhen, was widerum das Risiko eines Todesfalls oder Folgeunfalls erhöht? Zudem, es hat nicht jeder ein Auto um "mal eben schnell" in die nächste Grossstadt zu fahren. Ich finde es schon krass dass wir bei allem nach Zürich oder Luzern ins KiSpi müssen, denn wir wohnen mittig dazwischen und haben effektiv kein Auto.
    • Humbolt 23.10.2019 21:13
      Highlight Highlight Die Argumentation mit dem erhöhten Risiko wegen dem etwas längeren Weg in ein Spital ist sehr an den Haaren herbeigezogen.
      Wer sich für ein Leben auf dem Land entscheidet trägt nicht nur alle Vor-, sondern halt auch Nachteil die es so gibt. Gilt anders herum genau so. Und ohne Auto auf dem Land ist einfach ideologisch.
      Genau die Tatsache, dass alle die Vorteile haben wollen, aber keiner Bock auf mehr Prämien hat, hat uns erst so weit gebracht.
      Es ist ein mittelmässiger Kompromiss, der immernoch 7 Mio. Pro Jahr für unnötige Betten in der Peripherie verschwendet.
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