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Ständeratskrimi in Freiburg: Levrat und Gapany gewählt – Vonlanthen scheitert



Das Wichtigste in Kürze:

Freiburg

Überraschung im Kanton Freiburg: Der amtierende CVP-Ständerat Beat Vonlanthen ist im zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen abgewählt worden. Neben SP-Präsident Christian Levrat zieht die 31-jährige Johanna Gapany (FDP) als erste Frau für den Kanton ins Stöckli ein.

Beat Vonlanthen, candidat PDC au Conseil des Etats, reagit apres l?annonce de sa non-reelection lors de la journee des resultats du second tour des elections au Conseil des Etats, ce dimanche, 10 novembre 2019, au Stamm du PDC fribourgeois a Niedermuhren. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Beat Vonlanthen von der CVP verpasst die Wiederwahl. Bild: KEYSTONE

Eine technische Panne verzögerte die Auszählung der Stimmen um mehrere Stunden: von 13 bis nach 21 Uhr. Lange Zeit fehlten nur noch wenige Gemeinden. Während Christian Levrat dank seines grossen Vorsprungs seiner Wiederwahl sicher sein konnte, mussten seine Mitstreiter zittern. Nur wenige Stimmen trennten den Bisherigen Beat Vonlanthen (CVP) und seine Herausforderin Johanna Gapany von der FDP.

Johanna Gapany tritt für die FDP im Kanton Freiburg im zweiten Wahlgang für den Ständerat an. (Archiv)

Johanna Gapany (FDP) schaffte die Wahl, der bisherige Beat Vonlanten (CVP) wurde abgewählt. Bild: KEYSTONE

Nach Auszählung der letzten Gemeinden war schliesslich am späteren Abend klar: Die 31-jährige Gapany drängt Vonlanthen aus dem Amt und zieht als erste Frau aus dem Kanton Freiburg in die kleine Kammer ein. Sie erzielte gemäss Angaben der Freiburger Staatskanzlei 31'122 Stimmen, Vonlanthen 30'964. Levrat machte mit 38'337 Stimmen das beste Resultat.

Grossrätin und Projektleiterin

Mit Levrat und Gapany vertreten gleich zwei Personen aus dem Greyerzbezirk den Kanton Freiburg in den kommenden vier Jahren im Ständerat.

Johanna Gapany wohnt in Bulle. Sie sitzt im Gemeinderat der 23'500 Einwohner zählenden Stadt, ist auch Freiburger Grossrätin und arbeitet als Projektleiterin bei einem Freiburger Privatspital.

SP-Präsident Levrat wohnt in Vuadens unweit von Bulle. Er kann im Dezember seine dritte Legislatur im Ständerat antreten. Seit vielen Jahren vertraten immer ein Französisch- und ein Deutschsprachiger den zweisprachigen Kanton Freiburg im Ständerat. Damit ist nun Schluss.

Christian Levrat, candidat PS au Conseil des Etats, centre, est photographie lors de la journee des resultats du second tour des elections au Conseil des Etats, ce dimanche, 10 novembre 2019 a Fribourg. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Zufrieden nach seiner Wahl: Christian Levrat. Bild: KEYSTONE

Suche nach dem «Bug»

Die Staatskanzlei entschuldigte sich am Sonntagabend in einem Communiqué für die Informatikpanne und die Verzögerung der Resultate. Sie werde die Gründe für diesen «Bug» im Detail analysieren und Massnahmen treffen, damit sich ein solcher Fall nicht wiederholt. Christian Levrat mutmasste am Abend gegenüber Journalisten, dass es eine Stimmrechtsbeschwerde geben könnte.

Mit den zweiten Wahlgängen vom Sonntag sind 32 der 46 Ständeratssitze besetzt. An zwei weiteren Tagen finden Wahlgänge in insgesamt neun Kantonen statt: am 17. November in Bern, Zürich, St. Gallen, Solothurn, Zug und Tessin. Am 24. November folgen die letzten Urnengänge in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft und Schwyz.

Waadt

Der bisherige FDP-Ständerat Olivier Français und die Grüne Adèle Thorens haben die Ständeratswahlen im Kanton Waadt gewonnen. Die grosse Verliererin ist die SP Waadt. Sie fliegt aus dem Ständerat. Die Rechte dagegen ist da, und die grüne Welle hält an.

Sollten Adèle Thorens (Grüne, l.) und Ada Marra (SP, r.) am Sonntag gewinnen, wäre der Kanton Waadt erstmals mit zwei Frauen im Ständerat vertreten. (Archivbild)

Kein Frauen-Doppelpack im Waadt-Stöckli: Adèle Thorens (links) und Ada Marra (SP). Bild: KEYSTONE

Statt eines Triumphzugs von Rot-Grün wurde es ein Sieg von FDP und Grünen beim zweiten Ständeratswahlgang im Kanton Waadt. Der Bisherige Olivier Français wurde überraschend mit dem besten Resultat wiedergewählt.

Der Freisinnige erhielt nach Angaben der Waadtländer Staatskanzlei vom Sonntag 86'345 Stimmen. Die 47-jährige Thorens wurde mit 83'031 Stimmen neu in den Ständerat gewählt. Sie sass seit 2007 für die Waadtländer Grünen im Nationalrat.

Genf

In Genf zeichnet sich im zweiten Ständeratswahlgang ein triumphaler Sieg von Rot-Grün ab. Lisa Mazzone (Grüne) und Carlo Sommaruga (SP) lassen die bürgerlichen Kandidaten nach Auszählung von über 90 Prozent der Stimmzettel weiter hinter sich.

Mazzone macht gemäss der bisherigen Auszählung mit 42'651 Stimmen das beste Resultat. Hinter ihr platziert sich Sommaruga mit zurzeit 38'911 Stimmen.

Rot-Grün in aussichtsreicher Position: Carlo Sommaruga (SP) und Lisa Mazzone (Grüne) erzielten am Sonntag die besten Resultate. Die Rechte in Genf ist zerstritten.

Profitierten wohl von der zerstrittenen Rechten in Genf: Carlo Sommaruga (SP) und Lisa Mazzone (Grüne). Bild: KEYSTONE

Hugues Hiltpold von der FDP bekam 25'962 Stimmen, Béatrice Hirsch von der CVP 21'674 Stimmen. Auf dem fünften Rang liegt die SVP-Kandidatin Céline Amaudruz mit 21'045 Stimmen. Sie hatte die Unterstützung der Bürgerbewegung Mouvement citoyens genevois (MCG). Umgekehrt hatte die SVP den beiden bürgerlichen Kandidaten von FDP und CVP die Unterstützung verwehrt. Der Parteilose Paul Aymon landete mit nur 2388 Stimmen auf dem sechsten und letzten Platz.

Mathematisch ist es laut der Genfer Staatskanzlei nicht mehr möglich, dass Rot-Grün noch überholt werden kann. Damit würde sich in Genf die seit zwölf Jahren andauernde Vormachtstellung der Linken im Ständerat fortsetzen. Die 31-jährige Lisa Mazzone wird den zurücktretenden Grünen Robert Cramer ersetzen, der 60-jährige Sommaruga wird Nachfolger der zurücktretenden Sozialdemokratin Liliane Maury Pasquier. (sda)

(rst/bal/sda)

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dho 11.11.2019 05:17
    Highlight Highlight Computerproblem beim Auszählen in FR. Jetzt zählen sie dann noch von Hand nach.

    Jetzt hat der Kanton FR ein Vertrauensproblem... die Verlierer akzeptieren die Resultate nicht mehr.

    Stellt euch vor, die Verlierer behaupten nun, die Wahlen seien manipuliert worden und/oder von Russland gehackt worden...

    Urnengägnge haben zum Ziel, den Sieger zu ermitteln und den Verlierer dazu zu bringen, das Resultat zu akzeptieren.

    Einsatz von Informatik im politischen Prozess: NEIN.
  • Serge Künzli 11.11.2019 00:03
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • B. Bakker 10.11.2019 22:26
    Highlight Highlight Abgesehen vom Rest, ist es für mich als Pokerspieler schön zu sehen wie die Casino-Lobby abgestraft wird. Vielen Dak!
  • Magnum 10.11.2019 17:10
    Highlight Highlight Coole Sache: Der Vorstand von ProVelo nun mit Matthias Aebischer im Nationalrat und Lisa Mazzone im Ständerat vertreten. Next stop: Bundesrat!
  • Pat the Rat, einfach nur Pat the Rat 10.11.2019 14:21
    Highlight Highlight Ich folgere:

    Status Quo in Genf (Ob das gut ist für die Stadt?)

    In der Waadt gewinnt Grün auf Kosten der SP (was zu erwarten war)

    Beinahe Status Quo in Freiburg, Bürgerlich (FDP) ersetzt Bürgerlich (CVP) (Was soll ich davon halten? Ich weiss es nicht)
    • Glenn Quagmire 10.11.2019 14:50
      Highlight Highlight In FR würde ichs eher einen leichten Rutsch nach rechts nennen. CVP ist, abesehen vom verstaubten Bild der Ehe, sozialer als die Gegner der Gratisferien für wenige.
    • Juliet Bravo 10.11.2019 16:44
      Highlight Highlight FR rechnet offenbar nochmals nach. Es gab ein Computerproblem.
    • Majoras Maske 10.11.2019 23:45
      Highlight Highlight Es wäre immerhin das erste Mal seit Einführung des Ständerats, dass die CVP keinen Sitz mehr für Fribourg im Ständerat hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • luckypunter 10.11.2019 14:15
    Highlight Highlight Gemäss der Staatskanzlei Freiburg gibt es Probleme beim Auszählen der Stimmen. Vor allem die Resultate aus dem bevölkerungsreichsten Bezirk seien mit Vorsicht zu geniessen. Es kann sich alles noch alles ändern.
  • TanookiStormtrooper 10.11.2019 13:53
    Highlight Highlight Da sieht man, dass ein 2. Wahlgang extrem wichtig werden kann. Die Rechten sind da jeweils ziemlich diszipliniert und können so ihre Kandidaten doch noch in den wichtigen Ständerat würgen...
    • EnnoConda 10.11.2019 15:27
      Highlight Highlight Sie interessieren sich einfach mehr für Demokratie. Wäre die richtige Leseart...
    • TanookiStormtrooper 10.11.2019 15:33
      Highlight Highlight Wählen und abstimmen ist eben leichter, wenn man einfach nur die Vorgaben von Partei "X" übernimmt statt sich selber durch die Wahlunterlagen zu "kämpfen" oder sich zu informieren für was der Kandidat so steht.
      Wäre meine Leseart...
    • FrancoL 10.11.2019 19:13
      Highlight Highlight @Enno: Echt Sie meinen es sein eine Bezeugung von Demokratie wenn man einfach nur noch einer Linie zu folgen hat? Eigenartig absolutistisches Verständnis von Demokratie.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Toni.Stark 10.11.2019 13:38
    Highlight Highlight Wenn man sieht, was für win Chaos in Genf ist es erstaunlich. Hohe Kriminalität, wenig Wohnraum. Da kann man von einem Stockholmsyndrom sprechen.
    • Platon 10.11.2019 14:42
      Highlight Highlight @Toni
      Auf welchem Planeten lebst du? Es waren ja wohl FDP und CVP, die sich mit ihren Genfereien um Maudet und Barrazone unwählbar machten.
    • Gubbe 10.11.2019 14:45
      Highlight Highlight Toni.Stark
      Ich sehe da kein Stockholmsyndrom, wo die Geisel mit dem Verbrecher kooperiert.
    • Glenn Quagmire 10.11.2019 14:52
      Highlight Highlight Der Ständerat bewirkt kantonal wenig...Wohnraum und Kriminalität sind Dossiers der Kantonsregierung
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 10.11.2019 13:06
    Highlight Highlight Die Stimmbeteiligung lag bei 39.16 Prozent.
    Schon noch spannend, das sind fast nochmal 10 weniger als im 1. Wahlgang.
    • Jaklar 10.11.2019 13:25
      Highlight Highlight Ich habe gerne tiefe stimmbeteiligung. Meine macht steigt so;)
    • Max Dick 10.11.2019 14:38
      Highlight Highlight Was ist daran spannend? War noch nie anders.
    • Glenn Quagmire 10.11.2019 14:53
      Highlight Highlight @Dick: vielleicht ein Erstwähler, der halt nicht so oft wählen durfte wie du
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