Ihr Abfall, bitte: Am Flughafen Zürich sammeln Roboter bald PET-Flaschen ein
Sie arbeiten als Barista, Burger-Brater – und als Abfallsammler: An Bahnhöfen oder Flughäfen sind zunehmend autonome Roboter unterwegs. Bald sollen sie auch am Flughafen Zürich zum Inventar gehören: Nach einem erfolgreichen Testlauf mit einem chinesischen Modell (CH Media berichtete) hat der Flughafen auf der Beschaffungsplattform Simap kürzlich einen Auftrag für 15 autonome Abfall-Roboter und zwei Service-Roboter ausgeschrieben. Diese will er für ein Jahr mieten und danach allenfalls übernehmen.
Die Roboter werden hauptsächlich als Abfallbehälter an frequenzstarken Orten unterwegs sein. «Ziel ist eine Investition in die Sauberkeit der Räumlichkeiten sowie in den Komfort unserer Gäste», sagt Flughafen-Sprecherin Andrea Bärwalde. In den Ausschreibungsunterlagen heisst es, die Roboter sollen Abfall und PET trennen können, erkennen, wann der Kübel voll ist – und idealerweise sogar vollautomatisiert den Abfall entleeren. Zudem sollen die Maschinen «vandalismusresistent» und so gesichert sein, dass sie nicht manipulierbar sind.
Abfall entsorgen und Geschirr abräumen
Neben dem Aufgabengebiet der Abfallentsorgung prüft der Flughafen auch Anwendungen in der Gastronomie. Dort könnten die Roboter als mobile Abräumstationen dienen. Oder als mobile Ausgabestationen für Zeitungen und Magazine in Bereichen, in denen heute fest installierte Regale genutzt werden.
Beim Testlauf im Dezember kamen auch Roboter zum Einsatz, die mit der Kundschaft interagierten. Flughafenbesucher konnten etwa mit dem Kundenkontakt-Center chatten. Nach einer einjährigen Miet- und Testphase werde man über einen langfristigen Einsatz der Roboter entscheiden, sagt Bärwalde.
Bereits bei der Testphase im Winter fragte CH Media, ob diese Roboter am Flughafen Personal ersetzen. Die Sprecherin verneinte, sagte aber: «Wir haben einen zunehmenden Fachkräftemangel in der Reinigung mit häufig sehr fordernden Arbeitstagen für unsere Mitarbeitenden.» Insofern würden die Roboter die Mitarbeitenden entlasten bei wiederkehrenden Routinetätigkeiten und Zeit für anspruchsvollere Aufgaben schaffen.
Das gilt auch für jene 26 Putzroboter, die bereits am Flughafen herumkurven. Sie kommen bei monotonen Arbeiten auf grossen Flächen zum Einsatz. Das Reinigungspersonal kann sich so auf anspruchsvollere Arbeiten konzentrieren.
Bereits im Betrieb sind ähnliche Roboter am Euroairport Basel. Das Ergebnis sei sehr positiv, sagte eine Sprecherin im Herbst gegenüber der «bz Basel»: «Die Passagiere werfen ihren Abfall deutlich häufiger in den mobilen Mülleimer als in einen herkömmlichen.» Dadurch bleibe weniger Abfall auf den Bänken oder in den Boarding-Bereichen liegen.
In Basel sind die Abfallroboter im sogenannten Airside-Bereich im Einsatz, also nach den Sicherheitskontrollen bei den Gates. Jeder Roboter bewegt sich innerhalb eines vordefinierten Bereichs und steht unter der Aufsicht des Personals eines Reinigungsunternehmens. (aargauerzeitung.ch)
