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18-jähriger Dschihadist aus Winterthur: «Der Islam ist nicht meine Religion» – kurz darauf schliesst er sich dem IS an



Mehrere Jugendliche aus Winterthur schlossen sich seit vergangenem Dezember der Terrormiliz IS in Syrien und Irak an – watson berichtete. Für das Politmagazin «Rundschau» des Schweizer Fernsehens SRF hat der Schweizer Kriegsreporter Kurt Pelda den Werdegang eines 18-Jährigen aus Winterthur-Wülflingen recherchiert – dieser hatte sich in der zweiten Jahreshälfte 2014 binnen weniger Monate vom normalen Jugendlichen zum ideologisch verbrämten Gotteskrieger gewandelt.

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Martialische Pose: Der 18-jährige Sandro aus Winterthur, irgendwo in Syrien.  screenshot: srf/rundschau

Sandro, wie er im Beitrag und in diversen Medienberichten genannt wird – was aber nicht sein richtiger Name ist, habe innert weniger Monate seine Lehre per SMS geschmissen und den Islam angenommen, erzählt eine Bekannte des 18-Jährigen. Er habe eine komplette Wandlung durchlaufen, sei vorher ein fröhlicher Typ gewesen, habe getrunken und geraucht. In kurzer Zeit, so die Bekannte, habe er alle Texte aus dem Koran auswendig gekannt.

«Islam ist nicht meine Religion»

Noch im vergangenen Sommer habe Sandro verlauten lassen: «Ich könnte mir nicht vorstellen, Muslim zu sein. Der Islam ist nicht meine Religion». Im November habe sie dann von seiner Konvertierung gehört – «mit uns Frauen redete er nicht mehr». Von seinem Vater sei Sandro aus der Wohnung geschmissen worden. Er habe dann, das habe ihr ein Freund erzählt, in der Moschee geschlafen. In jener in Winterthur ging Sandro offenbar ebenso ein und aus wie im El-Furkan-Gebetsraum in Embrach, der nach Medienrecherchen schon länger im Verdacht steht, radikalen Islamisten als Begegnungsort zu dienen.

Kriegsreporter Pelda nahm via Facebook Kontakt mit dem Neo-Dschihadisten auf. Dort bekennt Sandro sich – er nennt sich einstweilen Abu Malik – unmissverständlich zum IS und beharrt auf der Feststellung, die Terrormiliz werde in den hiesigen Medien falsch dargestellt. Obwohl er sich auf seinen Social-Media-Profilen gerne martialisch zeigt, will Sandro noch nicht an Kampfhandlungen teilgenommen haben. Wohl aber, so Pelda, habe er eine Ausbildung an Kalaschnikows erhalten. Und als Vorbild bezeichne er einen 21-jährigen, ebenfalls aus Winterthur stammenden Weggenossen. Dieser soll im Januar in der Nähe der umkämpften Kurdenstadt Kobane bei einem US-Luftangriff ums Leben gekommen sein.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Sandro. Das bestätigte ein Sprecher gegenüber der «Rundschau». (tat)

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quelle: x80014 / stringer/iraq
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