Schweiz
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Der verurteilte Terror-Unterstützer R.S. hatte Zugang zum Bundeshaus – er kam als Journalist. Er stand 2014 vor dem Bundestrafgericht, hier mit seiner Frau. bild: keystone

Verurteilter Terror-Propagandist schleicht sich an SP-Anlass im Bundeshaus ein



Im September haben sich auf Einladung von SP-Parlamentariern Vertreter von der türkischen Oppositionsparteien CHP und HDP im Parlamentsgebäude getroffen. Zutritt zum Treffen verschafft hat sich ein vom Bundesstrafgericht wegen Terrorpropaganda verurteilter Iraker.

Die SP bedauerte dies in einem Communiqué vom Freitag. «Wären der SP die Hintergründe der Person bekannt gewesen, hätte sie sie niemals zu diesem Treffen zugelassen.» Nun wurde bekannt, dass der Mann ein Kurde aus dem Irak war, der 2014 vom Bundesstrafgericht wegen dschihadistischer Propaganda im Internet zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden war.

Dialog zwischen Oppositionsparteien

SP-Generalsekretär Michael Sorg bestätigte am Samstag einen Bericht der «Schweiz am Wochenende». Die SP hatte im September ein Treffen mit hochrangigen Vertretern der Oppositionsparteien HDP und der CHP im Bundeshaus organisiert. Ziel war, den Dialog zwischen den türkischen Oppositionsparteien zu fördern.

Interessierte hatten laut SP Zutritt zum Treffen. Zutritt zum Anlass verschaffte der Mann sich, indem er sich mit einem Decknamen als Journalist für Diaspora TV ausgab, zu dessen Partnern das Bundesamt für Gesundheit und swissinfo.ch gehören. Die SP entschuldigte sich bei den Anwesenden und auch den Parlamentsdiensten.

Diese übernehmen keine Verantwortung für Gäste von Ratsmitgliedern im Parlamentsgebäude, wie Karin Burkhalter, Sprecherin der Parlamentsdienste, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA ausführte. Zum Parlamentsgebäude erhalte Zutritt, wer eine Einladung vorlege und sich an die Hausregeln halte.

Der Bundessicherheitsdienst sorge mit Eingangskontrollen für die Sicherheit der Menschen im Gebäude und dafür, dass im Haus nichts beschädigt werde. Laut Burkhalter wurde der Raum, in dem der Anlass stattfand, von einem SP-Nationalrat ohne nähere Angaben reserviert. Eine Teilnehmerliste lag den Parlamentsdiensten nicht vor.

«Exemplarisch»

«Der Fall zeigt exemplarisch, in welch heiklem Umfeld die Türkeipolitik stattfindet. Wer sich um offenen Dialog mit allen Seiten bemüht, läuft immer Gefahr, dass ungebetene Gäste am Tisch sitzen, mit denen man nichts zu tun haben will», liess sich Parteipräsident Christian Levrat im Communiqué zitieren. Die SP will nach eigenen Aussagen künftig genauer kontrollieren, wer von ihr organisierten Treffen dieser Art teilnimmt. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Cédric Wermutstropfen 12.10.2019 16:27
    Highlight Highlight Der SP jetzt hieraus einen Strick zu drehen, wäre nicht fair. Klar fühlen sich solche Leute von ihren Positionen angezogen, aber es besteht eben doch ein wichtiger Unterschied und in einer freiheitlichen Gesellschaft ist es eben manchmal schwierig Leute auszuschliessen, die man nicht bei sich wissen will. Die SP hier vorschnell zu verurteilen wäre genauso ungerecht, wie dies bei der AfD et al. wegen des Einzeltäters von Halle zu tun.
    • ingmarbergman 12.10.2019 17:43
      Highlight Highlight Der braune Cedric mal wieder die Realität am verdrehen..wie-de-wie-sie-dir gefällt..

      Für dich zum Mitschreiben: Die AfD ist eine rechtsextreme Partei, welche in Deutschland den Rechtsstaat und die Demokratie frontal angreift. Mit deiner Aussage zeigst du einmal mehr deine Gesinnung.
    • Cédric Wermutstropfen 12.10.2019 19:11
      Highlight Highlight @ingmar: Die AfD ist weder Rechtsextrem, noch greift sie den Rechtsstaat an. Die Aussage mit der Demokratiefeindlichkeit ist aber das Lächerlichste an Deiner gesamten Aussage; fordert die AfD schliesslich als einzige grosse Partei mehr basisdemokratische Instrumente für Deutschland nach dem Vorbild der Schweiz. Du bist genau einer jener Leute, die gebetsmühlenartig irgendwelche Lügen nachplappern. Mir scheint, Du hast Dich nie selbst ernsthaft mit der AfD auseinandergesetzt. Du musst sie ja nicht mögen, aber Unwahrheiten verbreiten geht gar nicht.
    • MeineMeinung 12.10.2019 19:21
      Highlight Highlight Inwiefern sollte sich einer der Propaganda für Terror (welcher meist gegen anders lebende und anders gläubige richtet) von den Position der SP, welche z.B. Multikultur und akzeptanz von anders lebenden und gläubigen Menschen beinhaltet, angezogen fühlen?
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