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Tötungsdelikt von Eschenz TG: Vater drohte Tötung der Kinder an



epa08517975 A general view shows the apartment building where a man and two children have been found dead, in Eschenz, Switzerland, 30 June 2020. Media reports state that according to the police, a 38-year-old man killed his two children, aged four and seven, and then killed himself. The motive of the incident, which reportedly took place between 27 and 28 June, is currently under investigation.  EPA/ENNIO LEANZA

Der Tatort in Eschenz Bild: keystone

Der Täter des Tötungsdelikts von Eschenz TG wurde im vergangenen Herbst im Kanton Schaffhausen vorübergehend festgenommen. Er drohte seiner Partnerin damit, sich selbst und die Kinder zu töten. Am vergangenen Wochenende machte er die Drohung wahr.

Der Schaffhauser Justizdirektor Ernst Landolt (SVP) trat am Donnerstag vor die Medien, um die Vorgeschichte des Eschenzer Tötungsdeliktes aus Sicht der Schaffhauser Behörden zu erläutern.

Die Familie zog im Jahr 2019 aus einem anderen Kanton in den Kanton Schaffhausen. Am Abend des 22. Oktobers rief die Ehefrau gemäss Justizdirektor Landolt die Polizei an. Ihr Ehemann drohe zuhause mit Suizid, er wolle sich und die Kinder umbringen, habe sie gegenüber der Polizei gesagt.

Nach drei Tagen wieder aus Klinik entlassen

Polizisten verhafteten den 38-jährigen Deutschen daraufhin und verfügten eine Wegweisung aus der gemeinsamen Wohnung. Eine angeordnete Fürsorgerische Unterbringung in einer Klinik wurde nach drei Tagen allerdings wieder aufgehoben. Die psychiatrische Abklärung habe keine Selbst- oder Fremdgefährdung ergeben.

In den folgenden Monaten sei der Mann polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Die Eltern hätten sich in einem Eheschutzverfahren auf eine Regelung zur Kinderbetreuung geeinigt.

«Kein Kesb-Fall»

Im März und April habe sich die Mutter bei der Schaffhauser Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) gemeldet, wegen eines Elternkonfliktes bei der Trennung, sagte Kesb-Präsidentin Christine Thommen.

Landolt betonte, dass die involvierten Schaffhauser Behörden zu jeder Zeit korrekt gehandelt hätten. Den Behörden seien keine Anzeichen einer Selbst- oder Fremdgefährdung vorgelegen. Die Tat sei nicht vorhersehbar gewesen. «Das ganze ist auch kein Kesb-Fall.» Die Kesb habe bei dieser Familie keinen einzigen Entscheid gefällt.

Zuerst die Kinder, dann sich selbst getötet

Die Leichen des 38-jährigen Deutschen und seiner zwei Kinder im Alter von vier und sieben Jahren wurden am Sonntag in seiner Wohnung in Eschenz TG aufgefunden. Der Mann tötete zuerst seine beiden Kinder und anschliessend sich selbst.

Dies ergaben die Obduktionen durch das Institut für Rechtsmedizin, wie die Thurgauer Kantonspolizei am Dienstag mitteilte. Während die beiden Kinder keine äusseren Verletzungen aufwiesen, sei der Vater an den Folgen von Stichverletzungen gestorben.

Die Todesursache der Kinder ist noch nicht restlos geklärt. Es könne ausgeschlossen werden, dass weitere Personen in die Tat involviert waren. (aeg/sda)

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