Schweiz
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Keine Tötungsabsicht: Bundesgericht hebt Urteile gegen Schläger von Kreuzlingen auf



Das Bundesgericht hat die Urteile gegen zwei Schläger von Kreuzlingen aufgehoben und den Fall zur Neubeurteilung ans Thurgauer Obergericht zurückgewiesen. Die beiden jungen Männer hatten 2009 am Bahnhof Kreuzlingen grundlos zwei Gleichaltrige zusammengeschlagen.

Das Thurgauer Obergericht verurteilte den heute 26-jährigen Haupttäter im Herbst 2013 wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, versuchter schwerer Körperverletzung und weiterer Tatbestände zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren. Dagegen erhob der Verurteilte Beschwerde beim Bundesgericht.

Schläger von Kreuzlingen

Die Schläger wurde von einer Überwachungskamera gefilmt screenshot: Kapo tg

Gemäss dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil hiess das Bundesgericht die Beschwerde teilweise gut. Es verneinte eine Tötungsabsicht. Dass die Täter eines der Opfer am Boden liegen gelassen hätten, ohne sich um den Verletzten zu kümmern, bedeute noch keinen Tötungsvorsatz.

Der zweite Beschwerdeführer focht das Strafmass vor Bundesgericht an. Statt einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren wegen versuchter schwerer Körperverletzung – sechs Monate davon sollte er absitzen – beantragte er eine bedingte Strafe von zwei Jahren. Seine Beschwerde wurde vom Bundesgericht gutgeheissen.

Von Überwachungskamera gefilmt

Die beiden Schweizer hatten im Mai 2009 am Bahnhof Kreuzlingen zusammen mit einem weiteren Kollegen, der bereits verurteilt ist, grundlos zwei junge Männer angegriffen und mit Fusstritten und Faustschlägen verletzt. Ein Opfer erlitt eine Gehirnerschütterung und beide leichte bis mittelschwere Verletzungen.

Eine Überwachungskamera filmte die Täter. Die Thurgauer Strafverfolgungsbehörden veröffentlichten eine Videosequenz im Internet. Kurz danach konnten die Täter identifiziert und verhaftet werden. Sie gestanden die Tat. (mlu/sda)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hans Jürg 06.05.2015 15:07
    Highlight Highlight Greift hier nicht das Konstrukt "Eventualvorsatz"?
    Bei Rasern wird das erfolgreich angewendet.
  • SVRN5774 06.05.2015 14:46
    Highlight Highlight Hätten sie irgendwelche illegale Downloads gemacht müssten sie bestimmt 10 Jahre ins Gefängnis. Aber da es ja "nur" paar Menschen waren ist es nicht so tragisch.
  • gebi1 06.05.2015 14:29
    Highlight Highlight Wer so viel kriminelle Energie besitzt hat eigentlich den Verbleib in unserer Gesellschaft verwirkt. Dass die Täter die Urteile nicht akzeptiert haben, deutet darauf, dass sie nicht begreifen und keine Reue zeigen. Ich hoffe, dass sich dies noch ändert.
  • Tom Garret 06.05.2015 14:23
    Highlight Highlight Okey ich bin ja kein Jurist oder so. Aber eine Tötungsabsicht ist doch tatsächlich schwierig zu unterstellen. Von daher überlasse ich das mal den Experten. Was mich aber wirklich schockiert ist, dass die Täter nun auf freiem Fuss sind, also gar nicht richtig bestraft werden. Wenn ich mir die Bilder anschaue dann muss so jemand einfach eine Strafe absitzen, das geht bei weitem nicht mehr unter Jugendlicher Übermut oder so Da darf man doch nicht einfach so davon kommen? Finde Bedingte Strafen eh ein Witz. Wenn dann nur als Zusatz zu einer richtigen Gefängnisstrafe. Aber so? Lächerlich...
    • gurix 06.05.2015 14:56
      Highlight Highlight Harte Strafe nützen leider da niemandem, sondern die Integration ist gefragt. Wenn er nach diesen 6 Jahren noch gleich agieren würde, wäre er erstens bereits anderweitig aufgefallen und im Knast. Zweitens hätte der Knast ihn kaum rehabilitiert. Unser System basiert auf der Annahme, dass sich Menschen ändern können. Passiert dies nicht, kann man ihn, meiner Meinung nach, an die nächste Wand stellen. Das ist aber wieder ein anderes Thema.
  • Monachus 06.05.2015 14:09
    Highlight Highlight Wie ich schon bereits beim Artikel zu Sondame und United Tribunes geschrieben habe: von wegen, dass die Gerichte die bestehenden Gesetze mit aller Härte umsetzen. Das Bundesgericht erweist sich seit mehreren Jahren als wahrer Totengräber der Rechtsordnung und -sicherheit in der Schweiz. Diese Leute bekommen 30'000 CHF/Monat(!) dafür, dass sie die Schweiz unsicher für den Normalbürger machen. Eine absolute Schande!
  • Glück 06.05.2015 13:57
    Highlight Highlight Und am Schluss erhalten sie noch eine Entschädigung für eine "ungerechtfertigte" Verurteilung!? Danke vielmals Bundesgereicht!, was Du entschieden hast versteht zwar niemand aber ihr seid eben gescheiter und auch sehr nahe am Volk! Eine Dummheit ist das, und nichts anderes!
  • Fox1Charlie 06.05.2015 13:49
    Highlight Highlight Die Rechtssprechung in der Schweiz ist bei solchen Delikten doch ein schlechter Witz.
  • imo 06.05.2015 13:33
    Highlight Highlight Nur sechs Monate soll er absitzen, meiner Meinung nach viel zu wenig! Da sitzt ja ein Grasdealer oder Raser (ohne Unfall, ohne das er das Leben eines dritten gefärded) länger im Knast! Ich fordere min. 5 Jahre unbedingt! Alles andere ist Kuscheljustiz!!!
    • kettcar #lina4weindoch 06.05.2015 14:19
      Highlight Highlight imo: Ein Raser gefährdet quasi immer das Leben Dritter...
    • Tom Garret 06.05.2015 14:25
      Highlight Highlight Nein, "sollte er absitzen". Die Beschwerde wurden gutgeheissen, das heisst er ist auf freiem Fuss und wenn er sich zwei Jahre lang nichts zu schulden kommen lässt wars das... Unglaublich!
      Das waren unbekannte! Irgendwelche! Ich meine wenn sowas aus einem Streit heraus passiert ist es nochmals was anderes, dann sind ev. beide Seiten beteiligt aber hier, einfach wahllos... Und dafür gibts nichts?
    • Oberon 06.05.2015 20:22
      Highlight Highlight @kettcar
      Dies trifft auf jeden Autofahrer (LKW, PKW...) zu und es ist eine Illusion dies explizit auf "Raser" projizieren zu wollen.

    Weitere Antworten anzeigen
  • Angelo C. 06.05.2015 13:28
    Highlight Highlight Es ist ein absoluter Skandal, dass hierzulande immer wieder eine derart unrühmliche Kuscheljustiz betrieben wird! Und rafft sich ein Gericht doch mal zu einem halbwegs richtungsweisenden Urteil gegen diese Unsitte, wahllos Leute mit Fusstritten an den Kopf invalid zu prügeln oder gar zu töten auf, dann gibt es ja noch die mässig senile Truppe in Lausanne, die zu einem ultramilden Urteil verhilft und so dem nachvollziehbaren Volkswillen einen dicken Strich durch die Rechnung macht :-(! Diese bekannten Schläger sehen solche Fehlurteile als quasi folgenlose Bestätigung, wenn nicht gar als Honorierung ihres Tuns an - und werden sich dadurch auch bei einem nächsten Mal kaum vermehrt zurückhalten.
  • Ilovepies 06.05.2015 13:04
    Highlight Highlight Gewalt muss härter bestraft werden. Mal schauen was passiert wenn das einem politiker oder anwalt widerfährt. Geht dann etwas?
  • amore 06.05.2015 12:45
    Highlight Highlight SKANDAL!
  • zombie1969 06.05.2015 12:26
    Highlight Highlight Das Ausholen eines Täters zum Tritt gegen das Opfer (Videokamera-Bild), dürfte für normale Menschen allerdings weiterhin zu anderen Schlüssen führen.

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