Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Une voiture passe devant une balise anti-gibier ce mardi 8 mai sur la route du Chalet-a-Gobet a Lausanne. Pour lutter contre les accidents impliquant du gibier, le canton de Vaud installe des balises lumineuses et sonores qui chassent les animaux sauvages des abords des routes a l'approche d'une voiture. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Wildwarner sollen die Tiere in der Nacht davon abhalten, die Strasse zu überqueren. Bild: KEYSTONE

Autofahrer aufgepasst: Liebestolle Rehe machen die Strasse unsicher



Für Rehe ist jetzt ein Höhepunkt im Jahr: Brunftzeit. Das bedeutet für Autofahrer, dass sie noch aufmerksamer sein müssen als sonst, wenn sie in der Morgen- oder Abenddämmerung einem Waldrand oder einem Feld entlang fahren.

Die Rehbrunft dauert ungefähr von Mitte Juli bis Mitte August, wie der Zürcher Jagd- und Fischereiverwalter Urs Philipp am Freitag zur Nachrichtenagentur sda sagte. Sind die Rehgeissen brünftig, sondern sie ein Sekret ab, das die Böcke anlockt. Zudem melden sie mit speziellen Fiep-Lauten ihre Paarungsbereitschaft.

Ein Rehkitz, als Findelkind in den Tierpark gekommen, spaziert am Diernstag, 15. Juni 2004 durchs Gras im Tierpark Goldau. (KEYSTONE/ Sigi Tischler)

Bild: KEYSTONE

Bis sie aber einen Bock an sich heran lassen, muss der ihnen erst einmal über weite Strecken hinterher laufen. Hat ein Bock Witterung aufgenommen, so folgt er der Geiss über Stock und Stein, durch Wald und über Wiesen - und eben auch über Strassen.

Die Brunftzeit ist aber nur eine von mehreren Zeiten im Jahr, in denen mehr als sonst mit Rehen auf der Strasse gerechnet werden muss, wie Philipp sagt. In jeder Saison gibt es typische Ursachen für erhöhte Unfallgefahr.

Im Frühling werden Reviere gesucht

Leben im frühen Frühling die Rehe noch in gemischten Gruppen - junge, alte, Geissen, Böcke - so trennen sie sich ab April. Die Reviersuche geht los. Vor allem die Geissen besetzen jetzt ihr Revier, in dem sie die Kitze aufziehen wollen.

Dazu wollen sie ihre Ruhe haben: Sie vertreiben die letztjährigen Jungtiere, und auch Böcke sind vorderhand nicht erwünscht, so Philipp. Dies verursacht Bewegung in der Reh-Population und damit steigt die Unfallgefahr auf Strassen.

Nach der Brunft im Sommer wird es im Herbst erneut gefährlicher. So lange auf den Feldern Weizen, Raps und vor allem Mais stehen, bieten sie den Rehen ideale Einstände: Deckung, Schatten, Schutz vor Menschen.

Werden die Felder gemäht, gehen diese Plätze verloren - die Rehe müssen sich neue Einstände suchen, dabei allenfalls auch Konkurrenten vertreiben. Wieder kommt Bewegung in die Population, wieder überqueren mehr Rehe als üblich die Strassen.

Salz lecken an der Strasse

Und schliesslich kommt als vierte Zeit mit erhöhter Unfallgefahr der Winter, vor allem, wenn lange eine hohe Schneedecke liegt und die Strassen gesalzen sind. Dann, so Philipp, kommen mehr Rehe als sonst aus dem Wald: Sie wissen, dass sie an der Strasse Salz lecken können.

Zurzeit sind es nun aber die Rehe im Liebesrausch, welche die Strassen unsicher machen. Da - wie auch in den anderen Jahreszeiten - hilft nur erhöhte Aufmerksamkeit am Steuer, wie Philipp sagt. Und sofort bremsen, wenn aus der Dunkelheit zwei Augen leuchten.

Sie könnten zu einem Reh, aber auch zu einem anderen Wildtier gehören. Tausende von ihnen fallen jedes Jahr dem Strassenverkehr zum Opfer. Laut Statistik des Bundesamtes für Umwelt wurden 2013 in der ganzen Schweiz 8654 Rehe im Strassenverkehr getötet. Dazu kamen 5845 Füchse, 569 Feldhasen, 461 Hirsche und 29 Gämsen. Und die Dunkelziffer ist «erheblich», wie Philipp sagt. Sie betrage «locker 20-30 Prozent». (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Good-News

Die Schweiz hat einen neuen Vogel des Jahres. Wir gratulieren herzlich 🎉🎉

Birdlife Schweiz hat den Vogel des Jahres 2021 gekürt. Der glückliche Gewinner ist ...

*Trommelwirbel*

... der Steinkauz!

Natürlich darf da das obligatorische Siegerküsschen nicht fehlen:

Der Steinkauz wäre vor 20 Jahren beinahe ausgestorben. Schutzprogramme haben nun dazu geführt, dass der Bestand der kleinen Eule wieder angewachsen ist. Laut Birdlife sei der Steinkauz ein sympathisches Symbol für den Naturschutz, eine nachhaltige Landwirtschaftspolitik und für eine Raumplanung, die die …

Artikel lesen
Link zum Artikel