Schweiz
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FILE - In this Dec. 8, 2016, file photo, foie gras producer Robin Arribit force-feeds a duck with corn in La Bastide Clairence, southwestern France. California prosecutors said Friday, Dec. 7, 2018, that Amazon has agreed not to sell foie gras in the state from birds that have been force fed after state lawmakers banned that form of the fatty duck and goose liver delicacy. (AP Photo/Bob Edme, File)

Bild: AP/AP

Tierschützer wollen Importverbot von Stopfleber durchsetzen – das gefällt nicht allen



SP-Nationalrat Matthias Aebischer forderte 2017 ein Importverbot von Qualprodukten wie beispielsweise Gänseleber, Pelz oder Reptilienleder. Seine Motion wurde zwar vom Nationalrat angenommen, scheiterte dann aber kläglich im Ständerat. Besonders gross war der Widerstand aus der Romandie und der Uhrenindustrie.

Ausnahmen vorgesehen

Die Alliance Animal Suisse, ein Verbund dreier Tierschutzorganisationen, unternimmt nun ein neuer Anlauf – diesmal mit Barbara Keller-Inhelder. Die SVP-Politikerin will vorerst im Parlament erneut eine Motion zum Importverbot jener Produkte einreichen. Unterschrieben haben 43 Nationalräte aus allen Fraktionen.

Barbara Keller-Inhelder, Nationalraetin, SVP-SG, spricht waehrend einer Medienkonferenz zur Lancierung der eidgenoessischen Volksinitiative

Barbara Keller-Inhelder. Bild: KEYSTONE

Laut dem Tages-Anzeiger könnte der neue Vorstoss durchaus bessere Chancen haben. Einerseits wird die Motion von einer SVP-Nationalrätin eingereicht und könnte somit mehrheitsfähiger sein als der letzte Versuch. Andererseits sind diesmal auch Ausnahmen vorgesehen: «Bei der Festlegung der tierischen ­Erzeugnisse ist eine Güterabwägung vorzunehmen und ein entsprechender Spielraum zu nutzen».

Koscher- und Halalfleisch Ja, Stopfleber Nein

So könnte beispielsweise jüdisches Koscher- und muslimisches Halalfleisch vom Verbot ausgenommen werden. Gerade die Diskussion um die Religionsfreiheit war ein Grund, warum Aebischers Vorstoss scheiterte – es war unklar, wie Einfuhren dieser Produkte folglich gehandhabt werden würden.

Nationalrat Matthias Aebischer, SP-BE, im Hauptquartier des JA-Komitees zum Geldspielgesetz, am Sonntag, 10. Juni 2018, in Bern. Die Schweizer Stimmbevoelkerung entscheidet heute ueber zwei Vorlagen: Die Vollgeld-Initiative und dasGeldspielgesetz. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Matthias Aebischer. Bild: KEYSTONE

Klar verboten wäre aber der Import von Stopfleber. Der Konsum hat sich in der Schweiz seit 2000 fast verdoppelt. Letztes Jahr wurden rund 250 Tonnen davon konsumiert.

Der alljährliche Pelzfellmarkt in Kamtschatka:

abspielen

Video: srf

Haltung des Ständerats unklar

Ob der Ständerat die Motion gutheissen wird, ist unklar – bislang haben sich nur wenige Politiker zum Thema geäussert. Zu den Gegner zählt Martin Schmid von der FDP. Der Bundesrat könne wegen des geltenden Tierschutzes heute schon den Import gewisser Erzeugnisse unterbinden. SVP-Politiker Roland Eberle ist der Auffassung, dass jeder selber entscheiden könne, was er konsumieren wolle.

ARCHIV - ZUM VERZICHT DER BUNDESRATSKANDIDATUR VON MARTIN SCHMID STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Die Freisinnigen Philipp Mueller (AG), Martin Schmid (GR) und Ruedi Noser (ZH),  von links, befassen sich mit der Unternehmenssteuerreform III (USRIII) am Donnerstag, 9. Juni 2016 im Staenderat in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Martin Schmid. Bild: KEYSTONE

Allerdings stellt sich die Frage, ob ein Importverbot «mit den Handelsverpflichtungen der Schweiz vereinbar wäre», wie der Tages-Anzeiger weiter berichtet. Die Welthandelsorganisation (WTO) hat bei Handelsabkommen Massnahmen anerkannt, die zum Schutz der Tiere erforderlich sind – das freut die Befürworter der neuen Motion. So dürfen beispielsweise keine Produkte von Robben in die Schweiz importiert werden.

Der Bundesrat sagt aber, dass ein Einfuhrverbot nicht generell zulässig sei. Handelspartner könnten dies als diskriminierend empfinden.

Bedenken beim Israelitischen Gemeindebund

Sollte der Vorstoss im Parlament abgelehnt werden, werde eine Volks-Initiative lanciert, sagt die Tierschützerin Katharina Büttiker. Viele der 43 Nationalräte wären bereit, dem Unterstützungskomitee beizutreten, sagte sie gegenüber dem Tages-Anzeiger.

Allerdings sind im Initiativtext keine expliziten Ausnahmen vorgesehen. «Wir wollen den Text allgemein halten. Das Parlament könnte dann im Ausführungs­gesetz eine Güterabwägung zwischen Tierschutz und Religionsfreiheit vornehmen».

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) könnte wohl mit der Motion leben – mit der Initiative hingegen nicht. «Es bliebe einem religiösen Juden nichts anderes übrig, als auszuwandern», sagt deren Präsident Herbert Winter im Tagi. Bei der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz hätte man bei einem Importverbot weniger Mühe. Der Islam würde die Betäubung von Tieren vor dem Töten zulassen. (vom)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Walser 21.03.2019 13:13
    Highlight Highlight Schächten, oder Töten ohne Betäubung und Stopfen sind in der Schweiz zu Recht verboten. Import erlaubt. Die Schweizer delegieren das Quälen an Menschen anderer Staaten. Schändlich und niederträchtig! Mehr gibts dazu nicht zu sagen.
    • Oigen 21.03.2019 13:19
      Highlight Highlight da gebe ich ihnen absolut recht!!!

      leider gibt es viele dieser beispiele, mein liebstes (ärgstes) kommt aus Kanada

      Weltweit grösster Asbest lieferant, jedoch ist die benutzung von asbest IN Kanada verboten...
  • Gary Poor 21.03.2019 11:44
    Highlight Highlight Dann muss aber auch Fleisch aus Massentierhaltung verboten werden. Das ist auch grausamste Tierquälerei.
  • Peter R. 21.03.2019 10:09
    Highlight Highlight Diese Motion würde ich unterstützen. Foie gras zu essen ist ein no-go, wenn man bedenkt wie die Tiere geplagt werden, dass sie endlich fressen.
    Typisch die Ablehnung in der Romandie, die werden beeinflusst durch die Franzosen. In Frankreich hat jeder Arbeitslose, auch wenn er es nicht vermag, das Gefühl, er müsse Gänseleber essen - nur weil es zum guten Ton gehört.
  • Chris K. 21.03.2019 10:02
    Highlight Highlight "...das gefällt nicht allen"
    Insbesondere auch einer gewissen Mitarbeiterin bei Watson.
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 21.03.2019 09:53
    Highlight Highlight Da wird die Romandie aber nicht mitmachen 🤷‍♂️
    • Magnum44 21.03.2019 12:12
      Highlight Highlight Insofern die Deutschschweiz der Initiative plus minus geschlossen zustimmt (wirkliche Gründe dagegen gibt es ja eigentlich nicht), spielt das keine Rolle.
  • Katzenseekatze 21.03.2019 09:48
    Highlight Highlight Die Tierquälerei muss aufhören.
  • Albert J. Katzenellenbogen 21.03.2019 09:35
    Highlight Highlight Gut.
  • Ridcully 21.03.2019 08:57
    Highlight Highlight Ich bin grundsätzlich einverstanden mit der Motion. Trotzdem sollten wir uns fragen wohin wir mit all den Vorschlägen und Gesetzen hinsteuern wollen. Irgendwann werden wir in einem orwellschen Polizeistaat enden. Tierschutz, Klimaschutz, Gender-Knatsch, etc. ist ja alles gut gemeint und irgendwie auch richtig. Trotzdem ist der Mensch nicht von sich aus 100% gut und das Leben ist nicht immer fair.
    Begeben wir uns nicht gesetzgeberisch in eine Bubble, die vollgestopft ist mit SOLL-Ansprüchen, die kaum ein Mensch zu 100% erfüllen kann?
    • öpfeli 21.03.2019 09:14
      Highlight Highlight Ah, weil es sonst zu viele Gesetze gibt, sollen Tiere weiterhin leiden? Sinnlose Argumentation wenn es um ein fühlendes Lebewesen geht.
    • Dr. Zoidberg 21.03.2019 09:21
      Highlight Highlight da bin ich absolut bei dir, allerdings müssen wir wohl akzeptieren, dass (viel zu) vielen menschen dinge wie tierschutz scheissegal sind. und man selbige ohne zwang, der in unserer gesellschaftsform nun mal durch den staat und gesetze erfolgt, nicht zu verhaltensänderungen bewegen kann.
    • Magnum44 21.03.2019 09:24
      Highlight Highlight Es ist schon schampar schwierig, einer Gans nicht ein Metallrohr in den Hals zu drücken und sie nicht mit Brei zu füllen. Passiert mir ständig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der Tom 21.03.2019 08:38
    Highlight Highlight Wer aus religiösen Gründen etwas tun muss was Menschen oder Tieren schadet soll von mir aus auswandern.
    • Nutshell 21.03.2019 09:39
      Highlight Highlight Und jene, die es frewillig tun, gleich hinterher. Oder ist Töten kein Schaden?
    • Dominik Treier 21.03.2019 09:47
      Highlight Highlight Sonst sehe ich mich eher als Befürworter der Religionsfreiheit und eigentlich aller persönlichen Feiheiten, doch in diesem Fall sehe ich es eindeutig auch so. Die persönliche Freiheit darf immer nur so weit gehen, wie damit die Würde eine Lebewesens nicht unnötig tangiert wird und gerade unmenschliche Praktiken wie da Schächten von Tieren aus traditionellen Gründen ist für mich daher nicht akzeptabel. Fleisch bei dem das Tier ohne Betäubung getötet wurde gehört verboten. Die Hexenverbrennung hatte auch Tradition und trotzdem würde sie heute keiner mehr befürworten...
  • G. Samsa 21.03.2019 08:38
    Highlight Highlight Seit langem ist mir ein Vorstoss der SVP sympathisch.
    Für mich persönlich ist Gänsestopfleber einfach nur ein Graus und gehört verboten. Denn offensichtlich ist nicht jeder Konsument mitfühlend genug um selber entscheiden zu können was er konsumiert und was nicht.

    Jeder der mit eigenen Augen gesehen hat wie Stopfleber produziert wird und sie trotzdem isst, nimmt Tierquälerei in kauf und macht sich ganz direkt mitschuldig.
  • Ironiker 21.03.2019 08:33
    Highlight Highlight Gänseleber, Jüdisches Koscher- und muslimisches Halalfleisch, lebende Hummer, etc... sollte alles verboten werden.

    Aber auch das schreddern von männlichen Kücken, oder die Haltung von Masttieren im zu engen Stall ohne Auslauf sollte verboten werden.

    Ich will nicht selber Fleisch verbieten, ich mag es ja selber. Aber die Art und Weise wie wir mit diesen Lebewesen umgehen geht gar nicht. Weder die Religionsfreiheit noch irgendwelche Traditionen von sogenannten Gourmets sollten über dem Tierwohl stehen.

    Es gibt bereits heute Bauern die es besser machen. Kostet halt ein bisschen mehr.
    • Dominik Treier 21.03.2019 09:50
      Highlight Highlight Es ist schlicht und einfach respektlos gegenüber dem Tier, dass sein Leben lassen muss um uns zu ernähren! Es solte wenigstens ein schönes, artgerechtes Leben und einen würdevollen und schmerlosen Tod erleben dürfen, wenn wir denn schon unbedingt weiter Fleisch zu essen gedenken...
    • karl_e 21.03.2019 10:42
      Highlight Highlight Dominik, sag das mal einem Wolf oder sonst einem Raubtier, wie beispielsweise dem Menschen.
    • Ironiker 21.03.2019 14:27
      Highlight Highlight @Wadeha

      Bitte meinen Text nochmals lesen. Meine Kritik umfasst sehr wohl Essen, welches von CH-Bürgern (von mir aus Christen, Katholiken, Athisten, etc.) gegessen wird. Ich erwähnte ebenfalls die Tierhaltung in zu engem Stall.

      Tiere sollten weder gestopft noch geschächtet noch lebendig gerupft werden. Es trifft alle, egal welcher Religion.

      In diesem Zusammenhang die Rassismuskeule zu schwingen ist deplatziert.

      Ich bin mir schon bewusst, dass es dadurch für gewisse Religionen Probleme geben wird. Aber das kann und soll nicht unser Problem sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bangarang 21.03.2019 08:21
    Highlight Highlight Es gibt alternativen zu Stopfleber. Mit dem richtigen Futtermix fressen die Gänse sich die Leber selber zur Übergrösse.
  • Lamino 420 21.03.2019 08:13
    Highlight Highlight Wer das isst, dem ist nicht mehr zu helfen. Wie kann man das?
  • Out of Order 21.03.2019 08:11
    Highlight Highlight Verstehe den Zusammenhang von Gänse-Stopfleber, Pelz oder Reptilienleder und den Juden nicht. Warum wollen die Auswandern? 🤷‍♂️
    • Dominik Treier 21.03.2019 11:35
      Highlight Highlight Google mal koscher und halal...

Das Schreddern lebender Küken wird verboten

In der Schweiz soll es verboten werden, lebende Küken zu schreddern. Das will nach dem Nationalrat auch der Ständerat. Er hat am Donnerstag eine entsprechende Motion ohne Gegenantrag angenommen.

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