Schweiz
Forschung

Stinkwanzen-Plage wird schlimmer – doch Hilfe naht

Die Stinkwanzen-Plage dürfte noch schlimmer werden – doch jetzt naht Hilfe

01.09.2020, 14:0701.09.2020, 14:07

Die aus Ostasien importierte Marmorierte Baumwanze hat sich seit 2017 explosionsartig in der Schweiz ausgebreitet und macht dabei Ernten in Millionenhöhe zunichte. Sollte die Klimaerwärmung voranschreiten wie bisher, dürfte sich die Lage verschärfen.

Stinkwanze Stinkkäfer, brauner Käfer Schweiz Marmorierte Baumwanze
Kennst du bestimmt: die Marmorierte Baumwanze

Die in Europa invasive Baumwanze – im Volksmund auch Stinkwanze genannt – befällt eine Vielzahl von Obst- und Gemüsekulturen. Unter den heutigen klimatischen Bedingungen rechnen Experten nicht damit, dass das Insekt in höhere Lagen vordringen wird. Doch Klimasimulationen von Wissenschaftlern um Sibylle Stöckli vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) zeigen: Die Erwärmung lockt Stinkwanzen in höhere Gefilde.

Das Team rechnet auch damit, dass die Marmorierte Baumwanze im Zuge des Klimawandels mehr Generationen als heute im Jahr ausbilden wird. Ausserdem wird sie im Frühjahr wohl früher und im Herbst länger ihr Unwesen treiben. Künftig sei in der Schweiz daher mit grösseren Ernteausfällen zu rechnen, schreiben die Forschenden im Fachmagazin «International Journal of Biometeorology».

Natürlicher Gegenspieler der Stinkwanze

Die 12 bis 17 Millimeter grossen Baumwanzen befallen über 200 verschiedene Wirtspflanzen. In China hält sich der Schaden dank der ebenfalls aus Asien stammenden Samuraiwespe in Grenzen.

Die Samuraiwespe parasitiert die Eier der Marmorierten Baumwanze. Sie legt also ihre Eier in die Eigelege des Sch�dlings und kann somit dessen Vermehrung entscheidend eind�mmen.
Die Samuraiwespe parasitiert die Eier der Marmorierten Baumwanze. Sie legt also ihre Eier in die Eigelege des Schädlings und kann somit dessen Vermehrung entscheidend eindämmen.Bild: sda

Deshalb startete die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Agroscope diesen Sommer den ersten Freisetzungsversuch mit Samuraiwespen. Dieser natürliche Gegenspieler parasitiert die Eier der Wanze und frisst diese von innen auf.

Die Samuraiwespe breitet sich seit ein paar Jahren zwar selbständig in der Schweiz aus, doch ist die Population noch sehr klein – zu klein, um die Baumwanze in Schach halten zu können. Der Versuch von Agroscope hat im Juli auf einer Birnenparzelle im Kanton Zürich begonnen. Erste Resultate sind in einigen Woche zu erwarten.

(sda/mlu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
13 Tierbilder, die zeigen, wie brutal die Natur sein kann
1 / 15
13 Tierbilder, die zeigen, wie brutal die Natur sein kann
Beginnen wir gemächlich und richten unser Augenmerk auf einen auch hierzulande bekannten Quälgeist:bild: reddit
Auf Facebook teilenAuf X teilen
So heftig stürzen sich Weisse Haie auf einen Delfin-Kadaver
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Muotathaler Wetterschmöcker: So wird das Winterwetter
Die Muotathaler Wetterschmöcker verkünden jeweils zweimal jährlich ihre humorvollen Wetterprognosen. Dabei fliessen Beobachtungen aus der Natur in die Vorhersagen mit ein. Etwa, wie sich die Bienen verhalten. Am Freitag hat sich der Meteorologische Verein Innerschwyz – so heissen die Wetterschmöcker offiziell – in Illgau zu seiner traditionellen Versammlung getroffen.
Zur Story