Schweiz
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Tour dur d'Schwiiz, 61. Etappe: Carouge – Saint-Cergue

Tour dur dSchwiiz

Die Enden der Schweiz werden immer lausiger. Der westlichste Punkt ist kein Ort, an den man geht. Weil es hat dort: nichts

Der südlichste Punkt der Schweiz, war zwar unspektakulär, aber immerhin ist er noch angeschrieben und eine Fahne weht dort. Im Norden fehlte die Fahne, im Westen hat's gar nichts mehr. Irgendwie enttäuschend.



Mit dem Velo durch die ganze Schweiz

In den kommenden knapp vier Monaten bereise ich mit dem Velo die ganze Schweiz. Auf meiner Tour dur d'Schwiiz besuche ich alle 2324 Gemeinden der Nation und werde eine Strecke von 11'000 Kilometern mit dem Velo hinter mich bringen. Dies entspricht der Distanz von Zürich nach Peking. Folge mir im Liveticker, auf Facebook und Twitter

Ich weiss nicht warum, aber ich finde die extremsten Punkte in allen Himmelsrichtungen von Ländern spannend. Hier hört es für mich so richtig auf. Nicht am Grenzübergang, sondern irgendwo im Grünen. Das letzte Eck einer Nation, der äusserste Punkt. Ich find's cool. 

Allerdings scheinen die Schweizer – oder zumindest die offizielle Schweiz – diese Vorliebe nicht zu teilen. Der südlichste Punkt bei Chiasso war schon unaufgeregt und enttäuschend, der nördlichste Punkt in Bargen noch mehr. Immerhin hat es dort eine Feuerstelle und einigermassen eine Aussicht. Trotz den Enttäuschungen hab ich mich überwunden auch noch den westlichsten Ort der Schweiz zu besuchen. In Chancy GE. 

Dafür pedale ich an Genf vorbei, den Salève, den «Balkon von Genf», auf französischem Gebiet markant und immer südlich von mir. So erreiche ich die westlichste Gemeinde der Schweiz: Chancy. Im kleinen Nest ist zum Feierabend ziemlich Betrieb auf der engen Durchfahrtsstrasse. Die Pendler aus Frankreich kehren alle heim über die Grenze. Auch ich folge der Strasse ein Stück, biege dann rechts ab und rolle durch den Wald:

tour dur dschwiiz 60. etappe

Das Strässchen südlich von Chancy Richtung westlichster Punkt der Schweiz.
Bild: watson

Rechts von mir fliesst die Rhone als Grenze zu Frankreich:

tour dur dschwiiz 60. etappe

Die Rhone. Ab Flussmitte ist Frankreich.
Bild: watson

Bald biege ich nochmals rechts ab und muss die letzten rund 300 Meter auf diesem Wanderweg zurücklegen:

tour dur dschwiiz 60. etappe

Das Velo kommt hier nicht lange mit. Die letzten Meter lege ich zu Fuss zurück.
Bild: watson

Allerdings scheint der Trampelpfad nicht gerade oft begangen zu werden. Denn bald sieht es so aus:

tour dur dschwiiz 60. etappe

Wer sieht denn Weg?
Bild: watson

Oder auch so:

tour dur dschwiiz 60. etappe

Nein, ein Touristenmagnet ist der westlichste Punkt nicht.
Bild: watson

Immerhin muss ich mir so kaum Sorgen machen um mein zurückgelassenes Velo und Gepäck. Denn hier kommen nicht viele Leute vorbei. Ich kraxle über einen Baumstamm und komme kurz aus dem Gestrüpp heraus an den Fluss:

tour dur dschwiiz 60. etappe

Noch 50 Meter bis zum westlichsten Punkt der Schweiz.
Bild: watson

Und dann – ich weiss es nur, weil ich mir zuvor Bilder vom Ort angeschaut habe – bin ich da. Beim westlichsten Grenzstein der Schweiz:

tour dur dschwiiz 60. etappe

Tataa! Das. Ist. Er. Der westlichste Grenzstein der Schweiz.
Bild: watson

Der Stein markiert allerdings nicht die Grenze, sondern sagt lediglich, dass diese einige Meter weiter westlich in der Mitte des Rhone liegt. Nämlich hier:

tour dur dschwiiz 60. etappe

Hier in der Flussmitte liegt der westlichste Punkt der Schweiz. Das Ding im Vordergrund ist nur ein Wasserstandmessgerät.
Bild: watson

Das Messhäuschen steht noch daneben am Ufer. Etwas weiter im Landesinneren führt der kleine Wanderweg über ein Brüggli und verschwindet im Wald. Aber ich entdecke keine Infotafel, keine Feuerstelle, schon gar keine Schweizer Fahne, einfach nichts.

tour dur dschwiiz 60. etappe

Naja, wie soll ich sagen: bisschen trostlos hier.
Bild: watson

Wie gesagt, ich finde nicht, dass an den «Enden» eines Landes ein Disneyland stehen soll. Grenzen, denen man dies ansieht – so richtig mit Mauern und Zäunen – find ich eh doof. Aber so bisschen den Ort feiern, oder sagen wir ehren, würd ich cool finden. Immerhin sagen mir meine Gastgeber am Abend, dass es ganz in der Nähe ein lauschiges Fleckchen mit Feuerstelle und allem gebe. Sie seien dort immer mal wieder hingefahren für Picknicks.

Naja, den östlichsten Punkt der Schweiz, den Piz Chavalatsch auf 2763 Metern im Val Müstair, habe ich auf dieser Tour verpasst. Ist mit dem Velo auch schwer zu erreichen. Vielleicht wandere ich dort mal auf den Gipfel. Das Panorama soll majestätisch sein. Immerhin also vermutlich ein würdiger Eckpunkt.

Tour dur d'Schwiiz, 60. Etappe: Allaman – Carouge

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mia_san_mia 16.09.2015 11:56
    Highlight Highlight Tatsächlich ziemlich unspektakulär :-)
  • zhch 16.09.2015 11:54
    Highlight Highlight Sind das wirklich (aus den USA importierte) Bisons?

    Wisents sehen praktisch gleich aus, sind aber eine echt europäische Art.
  • Don Quijote 16.09.2015 10:08
    Highlight Highlight Ist das Ding so zugewachsen? Ich habe jeweils in der Offiziersschule in Genf den Punkt mit den Aspiranten besucht und dachte, er sei ab der Teerstrassenkurve immer noch einfach erreichbar.

    Was im Artikel aber fehlt, ist die beispielsweise die Schneise entlang der Grenze, das alte Grenzschild (STOP, FRONTIèRE SUISSE) südlich des fotografierten Grenzsteins oder die Ruine etwas weiter oben im Wald (ehemaliger Kontrollposten?). Ausserdem da der Grenzstein #1, also der Anfang der Nummerierung. Da trafen sich 1993 auch Regierungsvertreter aus CH und F, um die 1816 definierte Grenze zu "huldigen".

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