Schweiz
Analyse

SRF startet schlecht ins neue Jahr: Aebli verliert mehrmals den Faden

Roger Aebli, SRF-Korrespondent in New York, schafft es nicht, seine Live-Zuschaltungen zu Ende zu führen.
Roger Aebli, SRF-Korrespondent in New York, schafft es nicht, seine Live-Zuschaltungen zu Ende zu führen.bild: screenshot srf
Analyse

Korrespondent verliert mehrmals den Faden: SRF startet schlecht ins neue Jahr

Sind die hohen Mediengebühren gerechtfertigt? Das fragen Kommentatoren nun in den sozialen Medien.
05.01.2026, 19:1205.01.2026, 22:05
Francesco Benini / ch media

An zwei aufeinanderfolgenden Tagen hat der Korrespondent des Schweizer Fernsehens in New York bei Live-Einschaltungen den Faden verloren. Roger Aebli war nicht in der Lage, seine Ausführungen zu Ende zu bringen – und musste von Moderator Florian Inhauser erlöst werden.

Roger Aeblis Liveschalte am Samstag ...

Video: watson/SRF

... und am Sonntag

Video: watson

Laut dem Schweizer Fernsehen wird Aebli nun eine mehrtägige Pause einlegen. Auf die Frage, ob er von seinem Posten abgezogen werde, antwortet das Unternehmen: «Nein.»

Die Auftritte lassen allerdings Zweifel daran aufkommen, ob der Korrespondent dem Druck von Live-Zuschaltungen gewachsen ist. Aebli kann sich keine weiteren Blackouts leisten. Die Aussetzer verbreiten sich schnell in den sozialen Medien; für den öffentlich finanzierten Sender bedeuten sie ein Reputationsrisiko.

Fahrige Einschätzungen verwirren die Zuschauer

Vor Jahren fiel die SRF-Korrespondentin in Rom durch fahrige Einschätzungen auf. Der Rundfunk sah sich mit dem Vorwurf mangelnder Professionalität konfrontiert. Beobachter fragten, nach welchen Kriterien das Schweizer Fernsehen seine Korrespondenten auswähle und wie diese ausgebildet würden. Die Journalistin verliess die Aussenstelle in Italien bald.

Kritik an SRF gibt es jetzt auch im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Brandkatastrophe in Crans-Montana. Das Online-Portal «Inside Paradeplatz» bemängelte: Nachrichtenportale privater Medienhäuser hätten kurz nach dem Ausbruch des Feuers erste Meldungen publiziert, während SRF am 1. Januar erst nach 9 Uhr das Thema aufgegriffen habe.

Die Medienstelle von SRF hält dazu fest: Die erste Newsmeldung sei am vergangenen Donnerstag kurz nach 07.00 Uhr auf srf.ch/news publiziert worden.

Es dauerte dann aber lange, bis das Schweizer Fernsehen in seinem Programm über den Brand berichtete. Ausländische Sender waren schneller.

Qualitätsansprüche kollidieren mit der Realität

Mit seiner gut bestückten Redaktion müsste SRF in der Lage sein, rascher auf grosse Ereignisse zu reagieren – diesen Vorwurf erheben mehrere Kommentatoren in den sozialen Medien. Die Kritik hängt mit der Abstimmung über die Halbierungsinitiative vom kommenden 8. März zusammen. Warum sollen dem Schweizer Radio und Fernsehen hohe Gebührenerträge zufliessen, wenn die SRF-Journalisten bei bedeutsamen Vorfällen nicht in die Gänge kommen? Solche Fragen werden nun diskutiert.

Die Vorhaltungen mögen zum Teil hart sein. Was aber nicht von der Hand zu weisen ist: Die Verantwortlichen des Schweizer Fernsehens und auch der SRG singen gerne das hohe Lied auf die Qualität der Berichterstattung am öffentlichen Radio und Fernsehen. Korrespondenten, die sich in der «Tagesschau» in ihren Ausführungen verlieren, stehen diesem Anspruch entgegen. (bzbasel.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
33 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
onecommentwonder
05.01.2026 19:50registriert September 2021
Total geschmacklos und unfair, dieser Artikel. Da hat ein Korrespondent gesundheitliche Probleme und das vor laufender Kamera, eine Situation, die keine:r von uns hier nachvollziehen kann. Und muss dann als Argument für die Halbierungsinitiative herhalten.
Gesundheitlich angeschlagen zu sein hat doch nichts, aber auch gar nichts mit fehlender Professionalität zu tun.
1183
Melden
Zum Kommentar
avatar
bokl
05.01.2026 19:43registriert Februar 2014
IP ist mittlerweile zu einem üblen Hassblog mutiert. Bitte nicht als normales Medienerzeugnis benennen und schon gar nicht als Aufhänger verwenden.
899
Melden
Zum Kommentar
avatar
Superbär
05.01.2026 19:56registriert Oktober 2025
Tja, jeder hat mal einen scheiss Tag, oder hald zwei… Halb so schlimm
662
Melden
Zum Kommentar
33
Trotz Chaos in der Welt: SMI startet mit neuem Rekord in den Handel
Der SMI hat sich am Mittwoch gleich zum Start in neue Höhen geschwungen. Damit lässt sich der Schweizer Leitindex von der guten Stimmung an der Wall Street anstecken. Dort hatten sowohl der Dow Jones als auch die Tech-Börse Nasdaq zugelegt.
«Zwar hat das Jahr mit vielen Unsicherheiten begonnen, aber nichts von allem hat die Bullen davon abgehalten, die Märkte weiter nach oben zu treiben», kommentierte eine Händlerin den bisherigen Jahresstart.
Zur Story