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Modern ist es, aber es funktioniert nicht: Das neue News- und Sportcenter des Schweizer Fernsehens in Zürich.
Modern ist es, aber es funktioniert nicht: Das neue News- und Sportcenter des Schweizer Fernsehens in Zürich.
Bild: srf

Das SRF verschiebt die Inbetriebnahme seiner neuen Studios erneut – das kostet Millionen

Die technischen Probleme sind so gross, dass SRF nicht vor 2022 aus dem Newscenter senden kann – das bereits 2019 erstellt worden war. Die Reparaturarbeiten verschlingen 400'000 Franken pro Monat.
05.06.2021, 09:24
Francesco Benini / ch media

Das Trauerspiel geht weiter. Im vergangenen Dezember liess das Schweizer Fernsehen verlauten: «Nach aktuellem Projektplan sind erste Sendungen aus den Studioflächen im neuen News- und Sportcenter frühestens ab Mitte 2021 möglich.»

Aus den neuen Studios hätte eigentlich ab November 2019 gesendet werden sollen. So war es geplant. Wegen technischer Probleme musste der Start mehrmals verschoben werden. Nun zeigt sich: Die Schwierigkeiten sind noch immer nicht behoben. Auf Anfrage erklärt Remo Vogt, der Gesamtprojektleiter am Standort Leutschenbach in Zürich:

«Erste Sendungen aus den neuen Studios des News- und Sportcenters werden entweder Ende 2021 oder im Frühjahr 2022 ausgestrahlt».

Der Entscheid, welche Variante den Vorzug erhält, wird im kommenden Juli getroffen.

Damit steht fest, dass die Verspätung mehr als zwei Jahre betragen wird. Mühe bereitet den Technikern zurzeit der «Master Control Room», das Herzstück der Signalverteilung von SRF – und der gesamten SRG. «Während der konkreten Erarbeitung hat sich gezeigt, dass die Umsetzung dieses komplexen Teilprojekts mehr Zeit benötigt als in ersten Schätzungen erwartet», sagt Remo Vogt.

Von 15 Teilprojekten sind erst deren 6 umgesetzt

Die Techniker des Schweizer Fernsehens sahen sich veranlasst, die Inbetriebnahme des News- und Sportcenters in 15 Teilprojekte aufzuteilen. Sie werden nicht gleichzeitig, sondern schrittweise umgesetzt. Projektleiter Vogt erklärt, sechs Teilprojekte seien realisiert, zum Beispiel die Newsrooms für Nachrichten und Sport und ein neues Schnittsystem.

Das Projekt bindet zurzeit 25 Vollzeitstellen; nach Angaben von Vogt sind ein bis zwei externe Techniker dabei. Das kostet das Schweizer Fernsehen pro Monat rund 400'000 Franken. Das ist bitter für ein öffentliches Medienunternehmen, das Mittel einsparen muss und darum Mitarbeiter entlässt. Das disfunktionale News- und Sportcenter sorgt unter den Angestellten am Leutschenbach für zahllose beissende Kommentare.

Neben dem Spott gibt es einen Vorwurf, der ernst zu nehmen ist: Das Schweizer Fernsehen sei viel zu ambitioniert gewesen, als es in den neuen Studios auf die IP-Technologie gesetzt habe – die noch kaum erprobt worden ist. Der Sender wollte sich als technologischer Vorreiter profilieren und bezahlt dafür nun einen hohen Preis. Die technischen Probleme sind viel grösser, als die Verantwortlichen beim Beschaffungsentscheid annahmen.

Wäre es nicht besser, das Projekt abzubrechen?

Es gibt am Leutschenbach Kritiker, die finden: Es wäre am besten, das Projekt abzubrechen und Studios mit erprobten technischen Anlagen einzubauen. Erst 6 der 15 Teilprojekte seien umgesetzt – noch nicht einmal die Hälfte. Die IP-Technologie sei extrem schwer in den Griff zu bekommen.

Projektleiter Vogt will davon nichts wissen. «SRF ist überzeugt, dass der Technologie-Entscheid richtig ist», sagt er. In ersten Teilprojekten komme die IP-Technologie zum Einsatz; sie laufe fehlerfrei und zuverlässig. Für die Anwender biete die Technologie eine grosse Flexibilität. (aargauerzeitung.ch)

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