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Solidaritaets-Sitzstreik von Schuelern und Schuelerinnen auf dem Zuercher Sechselaeutenplatz am Freitag, 25. Januar 2019. Auch diesen Freitag gehen in der Schweiz Schueler fuers Klima auf die Strasse. Statt in Davos schliessen sich in verschiedenen Schweizer Staedten Schueler Gretas Protest an. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Stop CO2: Die Forderung der Klimajugend ist klar. Die Treibhausgasemissionen der Schweiz müssen auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Bild: KEYSTONE

Darum brauchen Männer mehr Strom als Frauen

Reden wir nur vom Klimaschutz, tun aber nichts dafür? Diese Frage versuchte die ETH Zürich in einer neuen Studie zu beantworten. 4 Dinge, die du darüber wissen musst.



Klimaschutz beginnt im Kleinen. Denn: Privathaushalte gehören zu den grössten Klimasündern. Sie sind für rund 18,4 Prozent der jährlichen Schweizer Treibhausgasemissionen verantwortlich. Forscher an der ETH Zürich untersuchten, wie stark sich die Emissionen zwischen einzelnen Personen und Haushalten in der Schweiz unterscheiden. Und – besonders spannend – wie sich das Einkommen und das Umweltbewusstsein auf die Treibhausgasemissionen auswirken.

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Unser ökologischer Fussabdruck ist gross. 6028 Kilogramm CO2 stossen wir durchschnittlich pro Jahr und Kopf aus. Vor allem in einem Bereich hat die Schweizer Bevölkerung noch Aufholbedarf:

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bild: watson/obrist

Ein Faktor, der den ökologischen Fussabdruck mit beeinflusst, ist das Einkommen. Zahlreiche Studien haben gezeigt: Je mehr man verdient, desto mehr CO2 stösst man aus. Für Andreas Diekmann, Leiter der ETH-Studie, ist das wenig erstaunlich: «Je mehr Einkommen zur Verfügung steht, desto mehr wird natürlich konsumiert und desto grösser ist faktisch die Umweltbelastung.»

Zur ETH-Studie

Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Steuerung des Energieverbrauchs» forschte die ETH Zürich zum Thema CO2-Emissionen. Für die Studie wurden bestehende Daten des Schweizer Umweltsurveys 2007 genutzt. Befragt wurden knapp 3400 Personen aus sämtlichen Sprachregionen der Schweiz.

Erstaunlich sei etwas anderes, heisst es in der Mitteilung von der ETH: Der Einfluss des Einkommens ist doch nicht so gross wie von vielen Forschern angenommen.

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bild: watson/obrist

Besonders bei den Emissionen, die durch die Nahrung entstehen, spielt das Einkommen kaum eine Rolle. «Hier kommt eher das Umweltbewusstsein zum Tragen, ob jemand zum Beispiel biologische oder vegane Lebensmittel vorzieht», schreibt die ETH in einer Mitteilung.

Anders bei der Mobilität. Wie die folgende Grafik zeigt, sind hier die Effekte des Einkommens viel stärker.

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bild: watson/obrist

Nicht nur beim Einkommen gibt es signifikante Unterschiede, sondern auch beim Geschlecht. Der ökologische Fussabdruck der Frauen ist um ein Viertel kleiner als derjenige der Männer. Denn: Männer, die in Einpersonenhaushalten leben, verbrauchen um einiges mehr Strom.

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bild: watson/obrist

Der Geschlechterunterschied bleibt auch bestehen, wenn man den verschiedenen Einkommen und Wohngrössen Rechnung trägt, so die Studie. Eine Vermutung, warum das so ist, liefert die Studie gleich mit. So haben die Forscher herausgefunden, dass Frauen sensibler auf Umweltthemen reagieren und zukunftsorientierter handeln würden.

Und was heisst das jetzt?

Die Ökobilanz der Haushalte muss bis 2030 verbessert werden, will die Schweiz ihre Treibhausgasemissionen verringern. Studienleiter Diekmann liefert direkt einen Vorschlag mit: «Alle Studien deuten auf die Wirksamkeit von Lenkungsabgaben hin», sagt er in der Mitteilung der ETH.

Durch Rückerstattungen der Einnahmen könnten sogar einkommensschwache Schichten profitieren, so der emeritierte Professor. Denn: Ihre Ökobilanz würde günstiger ausfallen als die der wohlhabenden Haushalte.

Die Grafik 4 enthielt in der ursprünglichen Version des Artikels ein Plus. Das wurde korrigiert. Wir entschuldigen uns für den Fehler.

Wie Greta Thunberg zum Vorbild einer Generation wurde

Video: srf

Klimademo der Jungen (und auch der Alten)

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