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Schluss mit PET-Flaschen im Müll – die Pöstler sollen's richten

In fünf Gemeinden läuft während sechs Monaten ein Pilotprojekt — ein Mehraufwand für die Post.
13.05.2019, 07:2813.05.2019, 08:48
Sarah Kunz / ch media
Können PET-Flaschen in Zukunft auch von zu Hause aus entsorgt werden?
Können PET-Flaschen in Zukunft auch von zu Hause aus entsorgt werden?bild: zvg

An über 50'000 Sammelstellen können in der Schweiz PET-Getränkeflaschen kostenlos zurückgegeben werden. 83 Prozent aller leeren Flaschen werden so gesammelt und wiederverwertet. Das scheint aber noch immer nicht zu reichen.

«Entweder haben nicht alle die Möglichkeit, diese Sammelstellen aufzusuchen, oder es ist ihnen zu viel Aufwand», sagt Stefanie Brauchli, Mediensprecherin von PET-Recycling Schweiz. «Unser Ziel ist es, so viele Flaschen wie möglich zurückzubekommen.» Denn das Rezyklieren von PET-Flaschen sei um 50 Prozent umweltfreundlicher, als wenn sie verbrannt würden.

Aus diesem Grund hat das Unternehmen mit der Post zusammengespannt. In einem sechsmonatigen Pilotprojekt werden in Ennetbaden, Cham, Horw, Kloten und Le Grand-Saconnex seit April PET-Flaschen von zu Hause abgeholt. Für 2.50 Franken können 35-Liter-Säcke über die Website des Unternehmens bezogen werden, in denen die leeren Flaschen gesammelt werden. Die gefüllten Säcke können dann an einem beliebigen Tag neben dem Briefkasten deponiert werden, von wo aus der Postbote sie auf seinem Anhänger mitnimmt.

Mehraufwand für Pöstler

Während der nächsten sechs Monate will das Unternehmen damit herausfinden, ob das Bedürfnis der Bevölkerung nach dieser Dienstleistung überhaupt vorhanden ist. Ausserdem soll während dieser Zeit getestet werden, ob das Projekt in dieser Form funktioniert.

«Für die Pöstler bedeutet das natürlich einen Mehraufwand», sagt Brauchli. Dieser Einsatz würde aber durch die Einnahmen aus den Verkäufen der Säcke beglichen. «Die Kosten dafür fliessen in die Post, wir erhalten nichts», sagt Brauchli.

Eine Frage bleibt ausserdem, ob Regen einen Einfluss auf den Transport habe und ob die Menge der zu transportierenden Säcke die Postboten plötzlich vor eine neue Herausforderung stellt. «Das wird sich im nächsten halben Jahr sicher herauskristallisieren.» Bisher habe aber alles gut geklappt.

Brauchli wohnt in Ennetbaden und probiert das Angebot gleich selbst aus: «Ich bin überrascht, wie toll alles klappt», sagt sie begeistert. Lachend fügt sie an: «Ich habe meinen Pöstler sogar etwas auf die Probe gestellt und den Sack einmal etwas weiter weg vom Briefkasten deponiert.» Auch das habe keine Probleme ergeben. «Da muss ich ihm ein grosses Kompliment aussprechen.»

Die Reaktionen der Bevölkerung sind aber gespalten. «Die einen finden das Angebot super. Andere finden es unnötig oder bedauern die Postboten.» In einer der fünf Testgemeinden findet das Pilotprojekt grösstenteils Anklang: In Ennetbaden machen laut Brauchli die meisten mit. (aargauerzeitung.ch)

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Plastikmüll im Meer

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Nachweis von Mikroplastik im Wasser

Video: srf

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75 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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John_Doe
13.05.2019 08:17registriert August 2014
Jetzt bin ich verwirrt. Machen sie das vor, während oder nach der Krankenkassenberatung?
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N. Y. P.
13.05.2019 08:32registriert August 2018
Liebe Post

Die PET - Flaschen nehme ich, wenn ich in den Coop oder in die Migros gehe, immer gleich mit. Ist schon fast ein Ritual und geht ganz gut.

Aber, wenn ihr vielleicht meine Wäsche machen könnt ?
Jeden 2. Freitag würde mir passen.
Der Schlüssel ist jeweils im 3. Blumentopf von links. Ein Nespresso darf der Pöstler auch rauslassen.

Danke.
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wydy
13.05.2019 08:06registriert Februar 2016
Das ist eigentlich nicht Aufgabe der Post. Man könnte ja bei den Sammelstellen für Aluminium & Glas ebenfalls PET sammeln, so dass man nicht auf die Öffnungszeiten von Coop & Co angewiesen ist. Oder man sammelt es ein wie bspw. Karton 1-2x im Monat.
Wobei man wohl eher von dem Plastikwahn wegkommen sollte und wieder vermehrt auf wiederverwendbares Glas setzen wie bspw. in DE
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