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So sieht der Blinker fürs Velo aus. bild: twitter/velohub_ch

Bremslicht, Blinker und Sicherheitslaser: So funktioniert das neue Velolicht aus Schlieren

Vier junge Spanier wollen in Schlieren die Geschichte des Fahrrades weiterschreiben und es mit ihrer Erfindung in die technologische Zukunft führen. Mit dem Blinker des Startups Velohub soll das Velofahren sicherer werden – so funktioniert er.

Alex Rudolf / az Limmattaler Zeitung



Die Draisine wurde im 1817 erfunden und hat mit den heutigen Velos, deren Vorgänger sie ist, nicht mehr viel zu tun. Ziemlich genau 200 Jahre später wollen vier junge Spanier in Schlieren die Geschichte des Fahrrades weiterschreiben und es mit ihrer Erfindung in die technologische Zukunft führen. «Auf mechanischer Ebene werden Fahrräder immer besser, leichter, schneller, sicherer. Elektronische Technologien wurden bis anhin aber noch zu wenig genutzt», sagt Javier Fernández de Alegría. Er ist CEO und Sprecher des Startups Velohub. Gemeinsam mit drei Kollegen arbeitet er seit vergangenem November in einem mit Glaswänden abgetrennten Bereich der Werkstatt im Zühlke-Hauptsitz in Schlieren. Sie entwickeln gemeinsam den Blinker, das erste und bislang einzige Produkt des Startups.

So sieht das dann aus:

Im von Velohub entwickelten Blinker sind mehrere Funktionen enthalten. Das hinter dem Sattel befestigte Gerät zeigt mit einem Handgriff an, in welche Richtung der Fahrradfahrer abbiegen will. «Da so auf Handzeichen verzichtet werden kann, muss nicht einhändig gefahren werden, was die Sicherheit erhöht», so Fernández de Alegría. Hinzu kommt, dass mithilfe von Laserprojektoren links und rechts des Fahrrads Streifen auf den Boden geleuchtet werden können. Diese sollen den Autofahrern den optimalen Sicherheitsabstand anzeigen. Integriert in den Blinker sind die gesetzlich vorgeschriebenen Funktionen wie Vorder- und Rücklicht. Neu ist jedoch ein Bremslicht vorhanden.

Fernández de Alegría ist sich sicher, dass der Blinker den heutigen Zeitgeist trifft. «Das Velo ist das urbane Verkehrsmittel der Zukunft, da viele Städte im Autoverkehr ersticken.» Weil das Velo in Anbetracht des teils grossen Verkehrsaufkommens zu unsicher sei, habe man nach Verbesserungen im Sicherheitsbereich gesucht. Die vier baldigen ETH-Absolventen sind begeisterte Velofahrer und schliessen diesen Sommer in verschiedenen Bereichen der Hochschule ab – vornehmlich in Management und technischem Ingenieurwesen. Was als Idee unter den Spanischen Expats in Zürich Ende 2015 begann, reifte zum Geschäftsplan und wurde mit einem Förderpreis bedacht. Die Swiss Startup Factory, eine Plattform verschiedener Investoren – unterstützte das Projekt im Anschluss. Mithilfe des Crowdfundings «Kickstarter» generierte das Jungunternehmen im vergangenen Mai 50'000 Euro für die Weiterentwicklung.

Javier Fernández de Alegría, CEO von Velohub.

Im vergangenen November wurde bekannt, dass Zühlke das Startup unter seine Fittiche nimmt. «Will man tausende Exemplare eines Produktes herstellen lassen, müssen sämtliche Komponenten stimmen, sonst setzt man sich der Gefahr aus, mit dem kleinsten Fehler Unmengen von Geld zu verlieren», so Fernández de Alegría. Zühlke, eines der führenden Unternehmen im Bereich Serienproduktion, helfe seinem Startup dabei. In wöchentlichen Sitzungen und spontanen Treffen mit Experten profitiere Velohub.

Prototypen bis nach Australien

Bereits im kommenden Juni soll mit der Produktion begonnen werden. «Wir sind derzeit in der heissen Phase», sagt Fernández de Alegría und zeigt auf eine Wandtafel in der Ecke des Büros. Darauf ist eine Vielzahl von Zetteln, Notizen, Grafen und Tabellen mit Magneten befestigt. Verbunden zu einem für Aussenstehende nicht nachvollziehbaren System an Massnahmen sind sie durch dünne Kreidestriche. «Der Weg zur Marktreife ist lange und steinig – auf dieser Tafel ist unserer abgebildet.»

Im September soll der Blinker in den Regalen von Velofachhändlern stehen. Man sei bereits mit 15 Grossverteilern in Kontakt, die zwischen 300 und 2000 Veloshops beliefern, und versende derzeit die Prototypen – einen davon gar nach Australien. Wo der Blinker produziert werde, ob in Deutschland oder Spanien, sei noch offen. An einem nächsten, konkreten Produkt arbeitet Velohub zwar noch nicht, doch an Ideen mangelt es den ETH-Absolventen nicht. «Fast sämtliches Fahrrad-Zubehör kann technisch aufgewertet und mit Funktionen ergänzt werden. Denkbar ist auch, Schlösser oder Helme mit dem Smartphone zu verbinden», so Fernández de Alegría. Wie sich dies jedoch konkret ausgestalte, wüssten die Jungunternehmer noch nicht. (aargauerzeitung.ch)

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