«Mon Amour»: Hecht lässt Ballermann-Version entfernen
Ballermann – das ist Party, Alkohol und Schlager. In den vergangenen Tagen feiert die berüchtigte Partymeile auf Mallorca ihre Saisoneröffnung – und bereits jetzt scheint es einen neuen Sommerhit 2026 zu geben. Zumindest, wenn es nach Social Media geht.
Der Song heisst «Mon Amour». Bereits der Name dürfte den Fans einer bestimmten Schweizer Band ein Begriff sein, spätestens jedoch nach den ersten Klängen und Zeilen des Liedes ist klar: Es handelt sich um die übersetzte Version eines berühmten Schweizer Liedes.
Hinter dem Song stecken der deutsche Schlagersänger und Reality-TV-Star Marc Eggers, die Internetpersönlichkeit Paul Frege, ebenfalls aus Deutschland, und der Basler Influencer Adrian Vogt alias Aditotoro. Bei ihrer Version von «Mon Amour» handelt sich um eine sogenannte Bearbeitung, nicht um ein blosses Cover. Dies, weil der Text ins Hochdeutsche übersetzt wurde.
Herausgebracht haben die drei ihre Version von «Mon Amour» schon am 6. März – und sie haben auf Social Media grosse Wellen damit geschlagen. Diverse Clips dazu haben auf Instagram und TikTok mittlerweile hunderttausende Aufrufe.
Neben einigen Schweizerinnen und Schweizern, die sagten, das Original sei besser, war der Tenor in den Kommentaren damals schon vorwiegend positiv. Im Zuge der Saisoneröffnung des Ballermanns auf Mallorca gibt es jetzt wieder neuen Content zum Song auf Social Media und die breite Meinung dazu bleibt unverändert. Einige Userinnen und User bezeichnen den Song sogar jetzt schon als «Malle-Hit 2026».
Hecht lässt Kopie entfernen
Hecht wurde vom Release im März genauso überrascht wie alle anderen auch, teilte die Band in einem Video auf TikTok mit. Man sei nicht gefragt worden, freue sich aber, dass «Mon Amour» für so viel Freude sorge, heisst es darin.
Das birgt eine gewisse Brisanz. Bei Eggers, Vogts und Freges Version von «Mon Amour» handelt sich nämlich um eine sogenannte Bearbeitung, nicht um ein blosses Cover, und zwar, weil der Text ins Hochdeutsche übersetzt wurde. Diese Unterscheidung ist wichtig und hat gewisse rechtliche Implikationen. Für ein Cover braucht man keine Erlaubnis, für eine Bearbeitung hingegen schon.
Zunächst schien es aber so, als würde Hecht daraus keine grosse Sache machen. Unter dem Clip der «Mon Amour»-Kopie auf Instagram hinterliess der offizielle Hecht-Account zumindest einen positiven Kommentar.
An den Swiss Music Awards am 19. März klang es dann schon etwas ambivalenter. Die Band sagte in einem Interview mit dem «Blick», dass sie keine abschliessende Meinung dazu habe. Man hätte es cooler gefunden, wäre man involviert gewesen.
Am Freitagabend dann die Wende: Auf Social Media gab die Band bekannt, dass sie die drei Influencer gebeten habe, den Song von allen Plattformen zu entfernen. «Bei einer Bearbeitung muss die Urheberschaft eigentlich immer ihr Einverständnis geben», erklärt Hecht-Sänger Stefan Buck im Video. «Sie haben das aber nicht gemacht. Sie haben uns nicht gefragt.»
Das findet die Band nicht in Ordnung: «Das geht gegen unsere Werte. Wir wollen dafür einstehen.» Man habe verschiedene andere Versionen freigegeben und freue sich über deren Erfolg. Doch die drei Influencer hätten nicht nachgefragt. Dass andere ihre aufwendige Arbeit einfach so als eigenen Content verwenden würden und damit «tausende Videos» machten, «das ist eigentlich nicht das, was wir wollten». Zumindest auf Youtube war die Ballermann-Version am Abend allerdings noch abspielbar.
