Schweiz
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HANDOUT - Am Samstagnachmittag, 06. Juli 2019, zog ein heftiges Gewitter über das Sarneraatal. In mehreren Gemeinden kam es durch umgestuerzte Baeume zu Verkehrsbehinderungen. In Alpnach Dorf wurde eine Person durch einen umstuerzenden Baum schwer verletzt. (HANDOUT/KANTONSPOLIZEI OBWALDEN) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

In Alpnach Dorf wurde eine Person durch einen umstürzenden Baum schwer verletzt. Bild: KANTONSPOLIZEI OBWALDEN

32 Singdrosseln krachen in Fensterscheibe – so wütete das Gewitter über der Schweiz



Über die Schweiz sind am Samstagnachmittag und in der Nacht auf Sonntag heftige Gewitter hinweggefegt.

In Birsfelden BL hat der Sturm einen ganzen Vogelschwarm ausgelöscht. Es wird vermutet, dass die tot aufgefundenen 32 Singdrosseln durch das Gewitter aufgeschreckt wurden und der Schwarm in die Fensterscheiben des Rheinkraftwerks flog, wie die Polizei mitteilt.

Der beigezogene Sachverständige des kantonalen Jagd- und Fischereiwesens Basel-Landschaft vermute, dass die Vögel, die auf der Kraftwerkinsel in Birsfelden nächtigten, durch das Gewitter in der Nacht auf Sonntag aufgeschreckt worden seien. In der Folge sei der ganze Schwarz in die grossen Fensterscheiben des Kraftwerks geflogen.

Bild

32 Singvögel krachten in eine Scheibe in Birsfelden. bild: Kapo bl

Besonders betroffen war am Samstag die Zentralschweiz. In Unterägeri ZG schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein, in Luzern wurden vier Personen durch umstürzende Bäume verletzt.

Alle Verletzten wurden durch den Rettungsdienst ins Spital gebracht. Betroffen war der Bireggwald oberhalb der Stadt Luzern. Polizei, Feuerwehr und Ambulanzen waren dort im Einsatz, wie die Polizei auf Anfrage bestätigte. Insgesamt gingen bei der Luzerner Polizei 100 Meldungen ein.

Boote in Seenot

Am Abend war die Bahnstrecke zwischen Luzern und Meggen auf der LInie nach Arth-Goldau SZ wegen Unwetterschäden unterbrochen. Reisende mussten auf Busse umsteigen. Fernverkehrszüge wurden umgeleitet. In Kriens war der Betrieb der Pilatusbahnen teilweise durch einen umgestürzten Baum ebenfalls unterbrochen.

Ein Stand am Züri Fäscht wird vom vorüberziehenden Gewitter plattgedrückt.

Ein Stand am Zürifest wurde vom Gewitter beinahe weggefegt. Bild: KEYSTONE

In einem Zweifamilienhaus in Unterägeri schlug am Nachmittag ein Blitz ein. Verletzt wurde niemand. Der Blitzeinschlag führte zu keinem Feuer, richtete aber grossen Schaden an. Ein Teil des Hauses ist zur Zeit jedoch nicht mehr bewohnbar, für die vierköpfige Familie konnte eine Ersatzunterkunft organisiert werden, wie die Zuger Polizei mitteilte. Zudem wurde ein Auto durch herabstürzende Ziegel getroffen.

Auf dem Aegerisee musste ein Katamaran geborgen werden, in der Gemeinde Oberägeri wurde ein Stalldach beschädigt und in Zug ist ein Baum auf einen Wanderweg gestürzt. In Cham und in Zug drohten zwei Baugerüste umzustürzen und mussten gesichert werden. Laut Polizei gab es bislang keine Verletzten.

Rund 30 Notrufe in Schwyz

Im Kanton Schwyz betraf die Mehrzahl der rund 30 Notrufe, die bei der Kantonspolizei innert 90 Minuten eingingen, umgestürzte Bäume und Bauabschrankungen sowie weitere Gegenstände, die vom Wind losgerissen wurden. Verletzt wurde niemand.

Bild

screenshot: lightningmaps.org

Auf dem Zürichsee gerieten drei Boote in Seenot, weshalb der Seerettungsdienst Pfäffikon aufgeboten wurde, wie die Kantonspolizei Schwyz weiter mitteilte. Ein Segelboot in Nuolen kenterte, die beiden Passagiere wurden von einem anderen Boot in Sicherheit gebracht. In Unteriberg und in Arth wurden Hausdächer abgedeckt.

So siehst du, ob Gewitter in deine Richtung ziehen ...

Auf lightningmaps.org kann (auch mit dem Smartphone) bis auf einzelne Gemeinden herangezoomt werden, um das Spektakel am Himmel im Browser-Fenster mitzuverfolgen.

Blitze werden als kleine rote, orange und gelbe Punkte angezeigt. Beim näheren Heranzoomen wird auch die «akustische Donnerfront» angezeigt. Man kann also nicht nur die Blitze, sondern auch den Donner sehen.

Lebensgefährlich verletzt

Ein heftiges Gewitter zog auch über das Sarneraatal, wie die Kantonspolizei Obwalden mitteilte. In mehreren Gemeinden kam es durch umgestürzte Bäume zu Verkehrsbehinderungen. In Alpnach Dorf fielen mehrere Bäume auf ein Fahrzeug. Dabei wurden mehrere Personen im Auto eingeklemmt und mussten mit schwerem Gerät befreit werden. Eine Person wurde lebensgefährlich verletzt und durch die Rega ins Spital gebracht.

Der orkanartike Sturm Lothar bringt am 26. Dezember 1999, einen Baukran zum Umstuerzen und ein frisch renoviertes Haus in Rueschlikon bei Zuerich beschaedigt. Nach dem Orkan vom 26. Dezember 1999 hat sich die Lage in der Schweiz einen Tag spaeter weitgehend beruhigt. Sturm

Nur gerade der Sturm Lothar vom 26. Dezember 1999 mit über 140 km/h und der Sturm vom 26. Januar 1995 mit rund 140 km/h erreichten höhere Werte. Bild: KEYSTONE

Im Kanton Bern gingen innert drei Stunden rund 30 Meldungen im Zusammenhang mit Gewittern ein, wie eine Sprecherin der Kantonspolizei auf Anfrage sagte. Die meisten davon hätten umgestürzte Bäume, abgeknickte Äste oder weggewehte Gegenstände betroffen. Meldungen über Verletzte gab es nicht.

Windspitzen von 135 km/h

Die von MeteoSchweiz erhobenen Daten sind ausserordentlich: So wurden in Luzern Windspitzen von 135 Kilometer pro Stunde (km/h) gemessen: Dabei handelt es sich um den dritthöchsten Wert seit der Einführung der einheitlichen Messungen im Jahr 1981.

Diese Unwettermeldung kam aus dem Kanton Bern

Nur gerade der Sturm Lothar vom 26. Dezember 1999 mit über 140 km/h und der Sturm vom 26. Januar 1995 mit rund 140 km/h erreichten höhere Werte. Bemerkenswert war auch der Temperatursturz, wie der Meteorologe Ludwig Zgraggen von MeteoSchweiz der Agentur Keystone-SDA sagte: Innerhalb von nur gerade 20 Minuten fiel das Thermometer um acht Grad von 24 auf 16 Grad.

Eindrückliche Bilder aus Luzern

Der Gewitterzug sei von West nach Ost entlang der Voralpen durch die Schweiz gezogen. Generell seien in der Zentralschweiz verbreitet 90 bis 110 km/h Windspitzen gemessen worden. Aber auch in Thun habe der Wind Spitzen von 94 km/h erreicht und im waadtländischen Oron seien es sogar 110 km/h gewesen. Für den Zürichsee, wo am Abend wiederum Hunderttausende am Züri Fäscht erwartet wurden, wurde am Nachmittag eine Sturmwarnung herausgegeben.

(dsc/ohe/sda)

Der Untergang – im Tornado Alley

Hach, Züri Fäscht!

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40Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Christian Mueller (1) 07.07.2019 18:42
    Highlight Highlight Wie weiss man, dass der ganze vogelschwarm starb? Die, die übermebt haben sind ja weitergeflogen. 32 sind auch etwas wenig für einen schwarm...
  • Biotop 07.07.2019 10:42
    Highlight Highlight Dieses Phänomen wird als Wetter Dynamik bezeichnet. Wobei Häufigkeit und Intensität tendenziell zunehmen mit grossen regionalen Unterschieden. Für die Ursache dieses globalen Trends gibt es fundierte Erklärungen.
  • Rupert The Bear 07.07.2019 10:29
    Highlight Highlight Die ewige Nummer 1
    Benutzer Bild
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 07.07.2019 09:33
    Highlight Highlight Zürifest hatte wirklich glück war kurz nach 16 Uhr in Zürich und da war es schon wieder schön die ganze nacht.
  • G. 07.07.2019 04:49
    Highlight Highlight Da steht „wütete“. Was heisst hier „wütete“? Wir haben jetzt 04:47 Uhr AM und in der Aglo Bern wütet es immer noch. Und zwar so, dass die Baugerüste zu brummen beginnen...

    ✌️
    • Midnight 07.07.2019 05:03
      Highlight Highlight Bei uns im Wehntal hat es soeben auch mal eine Stunde gestürmt. Fairerweise muss man sagen, dass das hier öftea mal so abgeht und die Sturmböen hielten sich bislang auch in Grenzen. Letztes Jahr war es hier wesentlich schlimmer.

      An die Lichtshow, die gerade abgeht, kommt allerdings kein Feuerwerk der Welt heran! ⚡🌩️⚡
    • leu84 07.07.2019 05:24
      Highlight Highlight Der ist jetzt über mir, in der Nähe von Aarau. Falls es derselbe Polteri ist. Etwas kurz nach 5 Uhr begann es, mich aufzuwecken.
    • thelastpanda 07.07.2019 05:54
      Highlight Highlight Weil es im Artikel um das Gewitter von gestern Nachmittag geht 😉 in der Bodenseeregion wütet aber gerade auch ein neuer Sturm, klingt aber langsam schon wieder ab. Meine armen Gurken auf dem Balkon hatten einen schlechten Tag.
    Weitere Antworten anzeigen
  • momet 06.07.2019 20:00
    Highlight Highlight Hier war gar nichts! Klettgau Schaffhausen. Es hat mal etwas nach Regen ausgesehen. Kam aber nichts. So muss ich nun halt doch noch schnell Pflänzchen tränken. Schon seltsam so Strichweises Unwetter. Und grad daneben nichts.
  • Maya Eldorado 06.07.2019 18:27
    Highlight Highlight Ja wirkich!? Da lese ich weiter unten, dass es weder in Basel noch im Laufental geregnet hat.
    Aber dazwischen in Arlesheim kam ein extrem starker Wind mit starkem Regen und Hagelkörnern.
    Das Ganze dauerte aber nicht sehr sehr lange und inzwischen scheint wieder die Sonne.

    Morgen soll es ja nochmals regnen mit Gewitter. Mal schauen wo es dann durchzieht.
    • batschki 06.07.2019 18:40
      Highlight Highlight Ziemlich vom heutigen Hagel zerfetzt: Melonen in Arlesheim.
      Benutzer Bild
    • Maya Eldorado 06.07.2019 18:48
      Highlight Highlight Ich gehe dann meinen Pflanzblätz nach dem Nachtessen anschauen.
    • batschki 06.07.2019 19:37
      Highlight Highlight Strichweise sieht's bei mir aus wie gehackter Spinat.
      Kein Vergleich mit den Schäden in der Zentralschweiz!
      Trotzdem: ich stand hilflos da und alles wurde innert Sekunden zermanscht. So muss sich eine existentielle Hilflosigkeit anfühlen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zeit_Genosse 06.07.2019 17:24
    Highlight Highlight Danke für den Link.
  • Th. Dörnbach 06.07.2019 17:23
    Highlight Highlight Ein typisches Sommergewitter halt.
    • Stiller Berg 06.07.2019 19:23
      Highlight Highlight Nö das war kein typisches Sommergewitter. Die Stärke der Windböen war ausserordentlich.
    • Th. Dörnbach 06.07.2019 20:13
      Highlight Highlight Nicht für unsere Region.
    • Coffeetime 06.07.2019 23:59
      Highlight Highlight Normales Gewitter entwurzelt Bäume? 🤔 Ich war mit dem Auto unterwegs, war nicht ganz normal, die Situation in der Innerschweiz.

      Den Temperatursturz hatte ich auch bemerkt. Das ging sehr schnell...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Herr Kules 06.07.2019 17:16
    Highlight Highlight Unglaublich. Davon hat man im Laufental nichts gespürt.
  • El Vals del Obrero 06.07.2019 17:13
    Highlight Highlight In der Basler Innerstadt habe ich bloss bemerkt, dass es eine Zeit lang einige dunkle Wolken hatte, das Gewitter zog aber anscheinend leicht südlich davon durch. Nicht einmal geregnet hat es.
    • Saraina 06.07.2019 18:27
      Highlight Highlight Man wünscht sich so einen ergiebigen, sanften Landregen für Basel und seine Umgebung!
    • El Vals del Obrero 06.07.2019 18:46
      Highlight Highlight Das dachte ich auch. Wenn man aber von all den Schäden an anderen Orten liest, wirkt es auf die Betroffenen wohl etwas komisch, sich deswegen zu beklagen.
    • pamayer 07.07.2019 07:36
      Highlight Highlight In Basel. Ca 15 h sehr starke Windböen.
  • Natürlich 06.07.2019 17:11
    Highlight Highlight Ich habe noch nie bzw. selten sowas erlebt bei uns in Luzern.
    Bin beim Kollegen zu Besuch und dort hat es den ganzen relativ massiven Gartentisch mitsamt Stühlen mit einer Böe davon gewindet.
    Echt heftig.
    • Trajane 06.07.2019 21:22
      Highlight Highlight Am Züri Fäscht hat eine Böe einige Marktstände umgeblasen, vor- und nacher waren die Winde weit weniger stark 😯
  • The Count 06.07.2019 16:45
    Highlight Highlight In Meggen haben sich hunderte von Ziegel von einem Scheunendach verabschiedet. Fahrleitungsschäden legten die Strecke zwischen Luzern und Immensee lahm, Unfall in Meggen aufgrund herumfliegender Baustellenabschrankungen...
  • Howard271 06.07.2019 16:17
    Highlight Highlight Hier in Luzern gabs sogar einen Stromausfall von ca. 15 minuten und einige Bäume wurden entwurzelt...
    • Aglaya 06.07.2019 17:38
      Highlight Highlight Der Stromausfall war wohl nur Quartierweise, ich war nicht betroffen.
    • Howard271 06.07.2019 21:18
      Highlight Highlight Ja, ich glaube vor allem richtung horw/allmend
  • plaga versus 06.07.2019 16:10
    Highlight Highlight Ach, Unwetter in Familiengärten sind ganz extrem und schlimm.

    Waren die Sachen fest im Boden verankert, nicht?
    • G.Oreb 06.07.2019 19:15
      Highlight Highlight @tösstaler
      Oder sie ist im Garten und wir in der Stube, dann gehts auch :)
  • Gender Bender 06.07.2019 15:50
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.

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