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HANDOUT - Erdrutsch in einem Rebberg in Luechigen, SG, nachdem der heftige Regen in Teilen der Schweiz am Samstag, 4. Juni 2016 zu Ueberschwemmungen und Erdrutschen gefuehrt hat. Im Kanton St. Gallen kam es beim Dorf Luechingen zum Abrutschen von zwei Haengen. Mehrere Keller und Garagen wurden ueberflutet. Personen kamen keine zu Schaden. Ein Teil eines Rebbergs sei kurz nach 17 Uhr auf einer Breite von rund 15 Metern abgerutscht, teilte die Kantonspolizei St. Gallen mit. (POLIZEI ST. GALLEN) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Ein von einem Erdrutsch zerstörter Rebberg. Solche Schäden liessen sich nicht versichern, klagt der Bauernverband.
Bild: POLIZEI SG

Verfaulte Erdbeeren, verpilzte Kartoffeln: Der Regen hat den Schweizer Bauern die Ernte vermiest

Der Mai war der nasseste Monat seit Messbeginn. Und es regnet weiter. Die Bauern rechnen mit massiven Ernteausfällen und finanziellen Einbussen.



Jeder hat's gemerkt: Im Mai regnete es oft und viel, und auch der Juni fiel bis jetzt ins Wasser. Die Zahlen des aktuellen Klimabulletins von Meteoschweiz sind deutlich: Der vergangene Monat geht als niederschlagsreichster in die Geschichte ein. Die Mengen erreichten über die ganze Schweiz gemessen 130 bis 170 Prozent der Normalwerte. Lokal gab es sogar Werte zwischen 180 und 250 Prozent mehr Regen als üblich. Hinzu kommt, dass die Temperaturen 0.6 Grad unter dem Durchschnitt lagen.

Diese nassen Wochen durchziehen langsam aber sicher die Bilanz der Schweizer Bauern. Während vor wenigen Tagen noch unklar war, ob die Landwirtschaft wegen des Regens massive Schäden davontragen wird oder nicht, tönt es beim Bauernverband heute düsterer.

Angst vor Pilzbefall

«Nach dem zu nassen Mai folgte ein noch nässerer Juni», sagt Hans Rüssli vom Schweizerischen Bauernverband. 2016 sei ein absolutes Extrem, «nicht mit dem Vorjahr zu vergleichen».

Die Liste der negativen Folgen ist lang:

«Bei vielen dürfte es zu spät sein»

Den Bauern bleibt nicht viel, um gegen die Nässe anzukommen. Jetzt sei eine intensive Überwachung der Kulturen nötig, sagt Rüssli. «Der Bauer muss täglich die Pflanzen kontrollieren. Kranke Pflanzen müssen sofort rausgenommen und vom Feld getragen werden», mahnt er.

Pilzmittel zu versprühen ist nur erlaubt, wenn die Ernte noch nicht erfolgt ist – beispielsweise bei den Reben. Doch Getreidefeldern, die nicht bereits gegen Pilzkrankheiten behandelt sind, droht der Totalausfall. «Bei vielen Bauern dürfte es bereits zu spät sein», sagt Rüssli. Und das heisst: Massive finanzielle Einbussen. «Wir reden hier von zehntausenden von Franken, die der Regen ersäuft.»

«Bei vielen Bauern dürfte es bereits zu spät sein.»

Hans Rüssli

Detailhandel muss Aktionen verschieben

Der Detailhandel spürt die Nervosität der Bauern. «Es gibt zwar keine Engpässe in der Lieferung, aber wir merken, dass die Lage wegen des Wetters angespannt ist», sagt Coop-Mediensprecherin Nadja Ruch. Ein Problem gebe es mit den Frühkartoffeln. «Diese sollten jetzt geerntet werden, aber weil der Boden so schwer ist, ist das technisch nicht möglich», sagt sie. Vor leeren Regalen werde trotzdem niemand stehen, die Nachfrage könne gedeckt werden.

Auch die Migros rechnet nicht mit einem Engpass. Der Grossverteiler müsse einzig einige Aktionsangebote verschieben, da die Ernte generell ein bis zwei Wochen später bereit sei, sagt Mediensprecherin Martina Bosshard. 

Zur Abwechslung: Das sind die 20 sonnigsten Plätze der Schweiz und die 10 sonnigsten Orte der Welt

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