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Unwetter in der Schweiz
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Hochwasser: Dauerregen hält Feuerwehr auf Trab

Die Schweiz hat einen nassen Start in den Wonnemonat Mai erwischt. In der Nacht auf Samstag schüttete es verbreitet wie aus Kübeln. In mehreren Kantonen traten Bäche über die Ufer, Dutzende Keller füllten sich mit Wasser.



Besonders betroffen war das Wallis. In St-Gingolph VS trat in der Nacht die Morge über die Ufer. Die Wassermassen hätten Schlamm und Schutt auf die Strassen gespült, sagte ein Keystone-Fotograf vor Ort.

15 Personen mussten evakuiert werden, wie Gemeindepräsident Bertrand Duchoud auf Anfrage sagte. Zwei Restaurants seien beschädigt worden und mindestens zwei Autos ganz oder teilweise unter dem Schutt begraben worden. Verletzt wurde niemand.

Fast 300 Meldungen im Kanton Bern

Auch in der Deutschschweiz hielten die starken Regenfälle die Feuerwehren auf Trab. Im Kanton Bern gingen deswegen 285 Meldungen bei der Kantonspolizei ein. Stark betroffen waren vor allem die Regionen entlang des Jurasüdfusses. 

Gemeldet wurden etwa Wasserschäden in Kellern und Tiefgaragen sowie überflutete Strassen. Wegen Erdrutschen und Steinschlägen mussten vor allem in der Region Biel und im Berner Jura mehrere Strassen vorübergehend gesperrt werden. 

Im Kanton Solothurn registrierte die Alarmzentrale der Polizei rund 160 Meldungen. Am stärksten betroffen war der westliche Kantonsteil. Im Aargau bewältigten die Feuerwehren 112 Hochwassereinsätze, in den Kantonen Zürich und Freiburg waren es mehr als 70.

Schiffe passen nicht mehr unter Brücken durch

Der Dauerregen behinderte auch die Schifffahrt. Die Rheinschifffahrt zwischen Rheinfelden AG und der Schleuse Kembs (F) musste am Samstag wegen Hochwassers zeitweise eingestellt werden.

In der Stadt Zürich verkehrten die drei Limmatschiffe Felix, Regula und Turicum nur noch auf dem Seebecken, wie es beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) hiess. Der Pegel der Limmat war so hoch, dass die ohnehin schon flach gebauten Limmatschiffe nicht mehr unter den Brücken hindurchpassen.

Rekordwert in Genf

Einen historischen Rekordwert vermeldete Genf: Die Durchflussmenge der Arve betrug am Samstagmorgen 865 Kubikmeter pro Sekunde - so viel wie noch nie seit Messbeginn 1935, wie François Pasquini von den Genfer Behörden sagte. An einigen Stellen trat die Arve über die Ufer.

«In Genf hat die Arve das Jahrhunderthochwasser übertroffen»

«Der Zusammenfluss von Rhône und Arve in der Monsunzeit. Der Pegel steigt gefährlich an». 

Heikel war die Lage auch zwischen Troistorrents VS und Val-d'Illiez VS. Wegen eines drohenden Erdrutsches musste die Strasse zwischen den beiden Orten gesperrt werden. Ein Haus in der Gefahrenzone musste evakuiert werden.

Bereits am Freitagabend hatten in Monthey VS rund 300 Personen ihre Häuser verlassen müssen, weil der Fluss Vièze einen kritischen Pegelstand erreicht hatte. Sie konnten am Samstagmorgen jedoch wieder zurückkehren, wie die Behörden mitteilten. In Troistorrents waren rund 20 Personen evakuiert worden.

Des personnes observent la riviere Vieze en crue, dans le quartier evacue ce vendredi 1er mai 2015 a Monthey, Valais. MeteoSuisse a lance vendredi un avertissement de fortes precipitations jusqu'a samedi matin. A Monthey (VS), pres de la Vieze, les habitants ont ete pries de quitter les lieux. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Die Vièze ist zu einem reissenden Fluss geworden.  Bild: KEYSTONE

Über 100 Liter Regen

An mehreren Orten sind innert gut 24 Stunden über 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Spitzenreiter ist La Dôle im Kanton Waadt mit 130 Liter, wie Meteonews mitteilte. In Grenchen SO schüttete es 110 Liter, in La Neuveville BE waren es 109. Auch in Sarnen OW, Biel BE, Wynau BE und Solothurn fielen bis am Samstagmorgen rund 100 Liter Regen pro Quadratmeter.

Der Samstag verschafft der verregneten Schweiz eine Verschnaufpause. Laut MeteoSchweiz wird überall trockenes und vorübergehend recht sonniges Wetter erwartet. In der Nacht auf Sonntag wird aber erneut Regen erwartet. (dhr/sda)

1. Mai – Tag des Regenschirms

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1. Mai - Tag des Regenschirms
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