Schweiz
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Andermatt: Ursache des Lawinenniedergangs ist weiter unklar



Die Ursache des Lawinenniedergangs vom Donnerstag, bei dem sechs Skifahrer verschüttet wurden, ist weiter unklar. Die beiden Leichtverletzten konnten das Spital verlassen.

Eine der Verletzten Personen habe schon am Donnerstagabend das Spital verlassen können, die andere sei über Nacht zur Kontrolle im Spital behalten worden, sagte Reto Pfister, Kommandant der Kantonspolizei Uri, am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

epaselect epa08090935 Rescue forces and helicopters search for missing persons after an avalanche swept down a ski piste in the central town of Andermatt in canton Uri, Switzerland, Switzerland, 26 December 2019. Six people have been rescued, two of them with minor injuries but cantonal authorities fear that several other people may be buried. An extensive rescue operation is underway.  EPA/Urs Flueeler

Sechs Personen waren von der Lawine verschüttet worden. Bild: EPA

Die Polizei klärt ab, wer oder was die Lawine ausgelöst hatte und ob es richtig gewesen sei, dass die Piste am Donnerstag geöffnet war. Diese Abklärungen dauerten noch an, sagte Pfister. Es seien nicht einfache Fragen, die beantwortet werden müssten.

Am Donnerstag war im Skigebiet am Oberalppass eine Gleitschneelawine auf eine geöffnete und markierte Piste niedergegangen. Sechs Personen wurden von der Schneemasse verschüttet. Vier von ihnen blieben unverletzt, zwei wurden leicht verletzt.

Skifahrer müssten zwar den Verhältnissen angepasst fahren, sagte Andreas Keller, Sprecher des Verbandes Seilbahnen Schweiz, auf Anfrage. Bezüglich der Lawinengefahr trügen sie aber keine Eigenverantwortung.

Die Sicherheit auf den Schweizer Skipisten sei hoch. Sie sei in umfangreichen Richtlinien geregelt, nach denen auch die Gerichte Zwischenfälle beurteilten. Die Sicherheitskonzepte der Skigebiete würden alle drei Jahre überprüft.

epa08090922 Rescue forces and helicopters search for missing persons after an avalanche swept down a ski piste in the central town of Andermatt in canton Uri, Switzerland, Switzerland, 26 December 2019. Six people have been rescued, two of them with minor injuries but cantonal authorities fear that several other people may be buried. An extensive rescue operation is underway.  EPA/Urs Flueeler

Hier ging die Lawine ab. Bild: EPA

Verantwortlich dafür, dass die Skifahrer sicher ihr Hobby ausüben können, ist der jeweilige Sicherheitsverantwortliche. Er muss auch die Lawinengefahr einschätzen. Er müsse die Lawinensituation in jedem Fall vor Ort beurteilen und dürfe dies nicht nur auf Grund eines Lawinenbulletins tun, sagte Keller.

Liegt die Sicherheit der Skipiste in der Verantwortung des Betreibers, so trägt der Skifahrer oder Snowboarder beim Befahren der Piste dennoch eine Eigenverantwortung. Die der Sportausübung innewohnenden Gefahren könnten ihnen nicht abgenommen werden, heisst es in den Richtlinien

Der Seilbahnverband vergleicht die Skipisten mit den Strassen. Jeder Wintersportler muss den Bedingungen angepasst unterwegs sein und die in den FIS-Regeln festgehaltenen Sorgfaltspflichten einhalten. Wer ausserhalb der markierten Pisten eine Lawine auslöst, kann dafür zur Verantwortung gezogen werden. (sda)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Luzi Fair 27.12.2019 15:04
    Highlight Highlight Wer das Video gesehen hat, sieht dass sich die Lawine in einem von der Sonne beschienenen Hang löst.
    Leider ist nicht zu sehen, ob jemand in diesen Hang gefahren ist. Sollte dies der Fall gewesen sein, dann war das grobfahrlässig.
    Ich gehe jedoch davon aus, dass die Erwärmung der Schneedecke durch die Sonne zum Lawinenabgang geführt hat. In diesem Fall war es meiner Ansicht nach fahrlässig, die Piste unter diesem Hang geöffnet zu lassen.
    Zum Glück würde niemand ernsthaft verletzt.
    • Bündn0r 27.12.2019 15:38
      Highlight Highlight Gleitschneelawinen (davon wurde in den Interviews gesprochen) werden nicht durch Personen ausgelöst und können auch nur schwer gesprengt werden.

      Vielmehr entstehen sie durch warmen, glatten Boden und isolation durch dicke Schneeschichten. Die Sonne ist dabei auch nicht verantwortlich (im Frühling schon).

      Aber glaub nicht mir, glaub den Spezialisten aus Davos: https://www.slf.ch/de/lawinen/lawinenkunde-und-praevention/lawinenarten/hintergrundinfo-zu-gleitschneelawinen.html
    • Zauggovia 27.12.2019 19:18
      Highlight Highlight Dass Sonnenerwärmung Lawinen auslöst (Nassschneelawinen) kommt im Dezember sehr selten vor, das ist normalerweise ein Phänomen im Frühling.

      Aber komm, überlass solche Mutmassungen den Experten.

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