DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Kleine Pokerturniere ausserhalb von Spielbanken sollen neu zugelassen werden.<br data-editable="remove">
Kleine Pokerturniere ausserhalb von Spielbanken sollen neu zugelassen werden.
Bild:

Good News für Spieler: Steuerfreie Lottogewinne, private Pokerturniere und Online-Casinos sollen legal werden

21.10.2015, 14:5821.10.2015, 16:39

Lottospieler dürfen sich freuen: Wer im Lotto gewinnt, soll seinen Gewinn künftig nicht mehr als Einkommen versteuern müssen; dasselbe gilt für Wettgewinne. Mit dieser Änderung will der Bundesrat eine Ungleichbehandlung beheben, denn Casino-Gewinne unterliegen bereits heute weder der Einkommens- noch der Verrechnungssteuer.

Zudem sollen Schweizer Casinos künftig Roulette, Blackjack und andere Geldspiele auch im Internet anbieten dürfen. Und kleine Pokerturniere ausserhalb von Spielbanken sollen neu zugelassen werden. An diesen Vorschlägen hält der Bundesrat nach der Vernehmlassung fest.

Nur Pokerturniere sollen erlaubt werden

Andere Geldspielturniere mit kleinen Einsätzen sollen jedoch ausserhalb Casinos weiterhin verboten sein. Ursprünglich hatte der Bundesrat auch dies erlauben wollen, nach der Vernehmlassung sah er jedoch davon ab. Im privaten Kreis soll wie bis anhin ohne Bewilligung um Geld gespielt werden dürfen.

Der Bundesrat verabschiedete am Mittwoch die Botschaft zum neuen Geldspielgesetz. Dieses soll einerseits besser vor Spielsucht und Wettmanipulationen schützen, bringt andererseits in einigen Bereichen auch Lockerungen.

Neben diesen Lockerungen will der Bundesrat mit dem neuen Gesetz auch den Schutz vor Spielsucht verbessern. Die Kantone sollen verpflichtet sein, Massnahmen zur Prävention von exzessivem Geldspiel zu ergreifen und Behandlungen für spielsüchtige Personen anzubieten.

Sperrung von illegalen Online-Casinos

Gleichzeitig will der Bundesrat gegen illegale Spielangebote vorgehen. Dazu sollen die Strafbestimmungen modernisiert werden, und der Zugang zu illegalen Online-Geldspielangeboten im Ausland soll gesperrt werden können. Zu Schweizer Online-Casinos sollen nur volljährige Personen Zugang haben.

Mit dem neuen Gesetz soll weiter der Schutz vor Geldwäscherei verbessert werden. Spielbanken und die Veranstalter der potenziell gefährlichsten Lotterien, Sportwetten und Geschicklichkeitsspiele werden dem Geldwäschereigesetz unterstellt. Keine Änderung bringt das Gesetz bei der Spielbankenabgabe - diese bleibt im Grundsatz für die AHV/IV bestimmt. Die Erträge aus Lotterien und Sportwetten werden weiterhin für gemeinnützige Zwecke eingesetzt.

«Existenzielle Gefährdung der Branche»

Die Casinos hatten sich vehement gegen das aus ihrer Sicht zu restriktive neue Geldspielgesetz gewehrt. Philipp Sprenger, Verwaltungsrat der Swiss Casinos Holding, hatte von einer «existenziellen Gefährdung der Branche» gesprochen. Die Suchtfachverbände wiederum befanden, es bestünden «einige gravierende Lücken» beim Spielerschutz.

Mit dem neuen Gesetz über Geldspiele setzt der Bundesrat den Verfassungsartikel über Geldspiel um, den das Stimmvolk im März 2012 mit grosser Mehrheit verabschiedet hatte. Bisher sind Geldspiele in zwei Gesetzen geregelt, eines davon stammt aus dem Jahr 1923. (whr/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

7 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7
Das Zivilver­tei­di­gungs­buch von 1969: Der Krieg in den Köpfen
1969 liess der Bundesrat ein rotes Büchlein an alle Haushalte in der Schweiz verteilen: Das Zivilverteidigungsbuch. Das Buch sorgte jahrelang für rote Köpfe ...

Eine Wurfsendung der besonderen Art landete im Herbst 1969 in allen Schweizer Haushalten: Das Zivilverteidigungsbuch – ein Taschenbuch von 320 Seiten mit auffällig rotem Umschlag, es wurde in allen drei Landessprachen in einer Auflage von 2,6 Millionen Exemplaren gedruckt. Die Gesamtkosten für das kontroverse Werk beliefen sich auf 4,8 Millionen Franken. Das Buch, aber auch die Kontroverse darüber erlauben einen Blick auf die mentale Verfassung der Schweiz in den Jahren des Kalten Krieges.

Zur Story