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«Er hat keine Angst, sich Feinde zu machen» – das ist der neue UBS-CEO Hamers

Schneller als von vielen erwartet erhält die UBS einen neuen Chef. Was Ralph Hamers mit der Schweizer Grossbank vorhat und wie die Nachricht vom Wechseln nach Zürich in seiner Heimat aufgenommen wird.

Samuel Christian Thomi / ch media



ARCHIV --- ZUM NEUEN CEO DER UBS, RALPH HAMERS, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- epa05851415 Chief Executive Officer and Chairman of the Executive Board of ING Group Ralph Hamers speaks during the IIF G20 Conference 'The G20 Agenda under the German Presidency' in Frankfurt Main, Germany, 16 March 2017. EPA/ARMANDO BABANI

Der künftige UBS-Chef: Ralph Hamers. Bild: EPA

Die UBS erhält einen neuen Chef. Und zwar bereits im kommenden Herbst, wie die Schweizer Grossbank in der Nacht auf Donnerstag bekannt gegeben hat. Am Vormittag soll dazu näher informiert werden. Was hat der neue Chef mit der UBS vor?

«Ich fühle mich geehrt, die Chance zu erhalten, dieses grossartige Unternehmen führen zu dürfen», wird Ralph Hamers in der Mitteilung der UBS zitiert. «Ich habe die Strategieumsetzung unter der Leitung von Axel und Sergio von Beginn weg bewundert», sagt der 54-Jährige über seinen neuen Chef – UBS-Präsident Axel Weber – und seinen Vorgänger Sergio Ermotti. Und weiter erklärt der künftige Chef: «Die Bank verfügt in allen Geschäftseinheiten über eine hervorragende globale Kundenbasis.»

Insider und Investoren von Wahl überrascht

Laut Hamers, der von der grössten holländischen Bank ING kommt, profitieren die einzelnen Divisionen der Schweizer Grossbank «von der unglaublich starken Marke UBS». Nun freue er sich darauf, «mit dem Managementteam, dem Verwaltungsrat und allen Mitarbeitenden von UBS diese Position weiter zu stärken und die Kunden dabei zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen.»

Dass das einschneidende Folgen haben könnte, insinuiert das Finanzportal «finews.ch». Hatte es Hamers doch bereits früher als «mutigsten Banker Europas» apostrophiert. Denn im Gegensatz zu den Ankündigungen vieler Branchenkollegen habe der Holländer ING unter seiner Führung in den letzten sechs Jahren auch wirklich vom reinen Finanzdienstleister zu einem Tech-Konzern umgebaut. Sprich: Die Prozesse im Unternehmen standardisiert und digitalisiert. Und dass es in genau diese Richtung nun auch mit der UBS gehen soll, verspricht sich laut Mitteilung jedenfalls nun auch der Verwaltungsrat der Schweizer Grossbank.

Überraschung in London und New York

Die «Financial Times», welche als erste über Hamers Ernennung berichtet hatte, zeigte sich von der Wahl überrascht. Insider und Investoren bei ING wie UBS hätten nicht damit gerechnet. Laut dem Londoner Blatt wird Hamers noch bis Ende Juni für die Holländer tätig sein. Im September soll er dann bei der UBS in die Konzernleitung aufgenommen werden und nach zwei Monaten Übergangszeit mit dem scheidenden Tessiner Sergio Ermotti schliesslich ab November den Chefsessel übernehmen.

UBS-CEO Sergio Ermotti hat in der Nacht zum Donnertag seinen Rücktritt angekündigt. Ab dem 1. November wird der derzeitige ING-Chef Ralph Hamers die Position übernehmen.

Sergio Ermotti Bild: KEYSTONE

Damit wird die Schweizer Grossbank UBS erstmals unter rein ausländischer Leitung stehen. Der 62-jährige Verwaltungsratspräsident Axel Weber ist Deutscher.

Laut «Wall Street Journal» fiel Ralph Hamers die Entscheidung schwer, ING zu verlassen. Doch habe er sich am Ende gegen mindestens zwei interne Bewerber bei der UBS als neuen Chef durchgesetzt. Die US-Zeitung nennt COO Sabine Keller-Busse und den im November von Konkurrentin Credit Suisse angeworbenen Banker Iqbal Khan.

Kämpfer für hohe Boni

In seiner Heimat wird Hamers vom «Volkskrant» als «geradlinig und diskret» beschrieben. Aber auch als jemanden, der «keine Angst hatte, sich Feinde zu machen.» So habe er als jüngster CEO der Geschichte ING nach der Finanzkrise zwar neu aufgestellt, seither dem Staat alle Beihilfen zurückbezahlt und das Unternehmen digitalisiert.

ARCHIV --- ZUM NEUEN CEO DER UBS, RALPH HAMERS, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- epa06187629 Ralph Hamers, CEO of ING Group, speaks at the 'Man meets Technology' Banking Summit in Frankfurt Main, Germany, 06 September 2017. The 'Man meets Technology' banking summit brings together moe than 500 decision-makers from banking, fintech, media and compliance sectors. EPA-EFE/ARMANDO BABANI

Nicht alle mögen ihn: Der neue UBS-Boss Hamers Bild: EPA

Doch verweist die Zeitung in der Berichterstattung über Hamers Wechsel zur UBS am Donnerstag auch auf dessen letzten grossen Disput. 2018 wollte der Verwaltungsrat Hamers den Lohn um die Hälfte auf drei Millionen Euro erhöhen. Nach heftigen öffentlichen Auseinandersetzungen erhielt er schliesslich knapp zwei Millionen. Hierzu ist wichtig zu wissen, dass Bankmanager-Boni in Holland auf 20 Prozent des Fixlohns limitiert sind.

Ralph Hamers hat diese Boni-Beschränkung immer wieder kritisiert. Mit Verweis darauf – und auf Sergio Ermottis Lohn und Boni bei der UBS in Zürich – hält der «Volkskrant» schliesslich fest: «Gehälter von vier Mal drei Millionen Euro sind dort keine Seltenheit.»

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Avalon 20.02.2020 19:07
    Highlight Highlight Können wir diese Beschränkung bei den Boni bitte auch einführen?
  • pascii 20.02.2020 17:31
    Highlight Highlight Sein Feind ist das Haargel.
  • Rethinking 20.02.2020 17:12
    Highlight Highlight Somit dürfte auch klar sein warum er gewechselt hat... Das liebe Geld...
  • Makatitom 20.02.2020 15:25
    Highlight Highlight Irgendwie erinnert mich dieses Gesicht und dieser Gesichtsausdruck an Lucky Luciano, Genovese, Gotti und Konsorten. Naja, passt ja bestens zur Bankmafia in den Händen Kathars und Singapurs
  • Beat_ 20.02.2020 14:40
    Highlight Highlight Diese Verwaltungsräte sollte man auswechslen. Stellen einen an, der vor allem an die grosse Kohle will...
    Der kommt doch nur wegen fehlendem Lohndeckel und keiner Bonusbeschränkung. Der Einfluss einer einzelnen Person auf Grosskonzerne wird sowieso immer überschätzt.
  • Heb dä Latz! 20.02.2020 12:52
    Highlight Highlight Ralph Hamers hat diese Boni-Beschränkung immer wieder kritisiert.

    Na dann frohes Hosentaschenfüllen bei der UBS, mit dem Geld kann er dann hoffentlich auch was Gutes tun und nicht nur für sich schauen.
  • Firefly 20.02.2020 12:51
    Highlight Highlight «Er hat keine Angst, sich Feinde zu machen»

    Ja natürlich, Angst sollte man ja auch nicht vor seinen Feinden haben sondern vor falschen Freunden.

    Aber was hat das jetzt mit seine Qualifikation zu tun?
  • thoroz 20.02.2020 12:32
    Highlight Highlight Ging ja ratz fatz... Problem weg und zack - kommt schon der Top Sanierer!
  • Skeptischer Optimist 20.02.2020 11:26
    Highlight Highlight «Er hat keine Angst, sich Feinde zu machen»

    Yeah, right.

    Was könnte da schon schief gehen?
  • CalibriLight 20.02.2020 11:26
    Highlight Highlight "Er hat keine Angst sich Feinde zu machen."
    Na das nenne ich dich mal eine 1a Qualifikation.

    *Ironie off*
    • Hansdamp_f 20.02.2020 17:14
      Highlight Highlight Als CEO wie im Leben IST das eine wichtige Qualifikation.

      Nur Freunde haben bloss PiPi Langstrumpf, Windfahnen sowie Leute ohne Rückgrat und Ambitionen.
    • Don Alejandro 20.02.2020 18:15
      Highlight Highlight Bei der Staastsrettung durch die Steuerzahler hat sich die UBS sicherlich auch keine Feinde geschaffen.
  • Neruda 20.02.2020 11:15
    Highlight Highlight Passt ja zur UBS, ein Chef, der sich darüber echauffiert, dass in Holland die Boni auf max. 20% des Festlohns begrenzt sind und der den Hals nicht voll genug kriegen kann. Wieder mal schön den grössten Unsympath ausgesucht. Kommt sicher gut.
  • Der Buchstabe I 20.02.2020 10:13
    Highlight Highlight "Er hat keine Angst, sich Feinde zu machen", soll bitte nicht zur Ausreden für Korruption und unmoralische Geschäfte werden.

    Aber wem mache ich was vor.. es ist die UBS..

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