Schweiz
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Lifthersteller Schindler baut am Hauptsitz in Ebikon 120 Stellen ab



Der zunehmend globalen Ausrichtung des Schweizer Liftherstellers Schindler fallen am Hauptsitz Ebikon 120 Stellen in der Produktion zum Opfer. Die Gewerkschaft Unia reagiert mit Empörung und spricht von einem Know-How-Verlust.

Schindler bezeichnete in einer Mitteilung vom Dienstag den Stellenabbau als Neuausrichtung der Produktion in Ebikon. Dort würden mit rund 200 Mitarbeitern Aufzugskomponenten für den globalen Markt produziert.

Wegen der hohen Produktionskosten in der Schweiz, der Verschiebung der Märkte nach Asien und des Ausbaus der dortigen Produktion könne die Fabrik in Ebikon nicht mehr ausgelastet werden, erklärte Schindler-Sprecherin Barbara Schmidhauser schriftlich auf Anfrage. Es seien immer mehr konzerninterne Aufträge ins Ausland abgewandert.

Tatsächlich ist bei Schindler das Asiengeschäft in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Die Region Asien-Pazifik hat mittlerweile einen Umsatzanteil von 33 Prozent erreicht, 65 Prozent aller Neuanlagen wurden in dieser Boom-Region geordert. Schindler müsse den Märkten folgen und dort produzieren, wo die Nachfrage steige, erklärte Schmidhauser.

Konkurrenzfähigkeit sichern

Der Schindler-Konzern bekennt sich nach eigenen Angaben trotz dieser Entwicklung zum Standort Ebikon. Um die Konkurrenzfähigkeit des Werkes dauerhaft zu sichern, solle die Produktion gestrafft und das Werk zu einem globalen Kompetenzzentrum für Spezialanfertigungen werden, heisst es in der Mitteilung.

Die Mehrheit der Stellen fallen dieser «dauerhaften Lösung» aber zum Opfer. Bis Ende 2017 sei in der Fabrik in Ebikon der Abbau von 120 Stellen vorgesehen, teilte Schindler mit. Ein Teil des Abbaus könne durch natürliche Fluktuation, interne Transfers und vorzeitige Pensionierungen erreicht werden.

Das Unternehmen kann Kündigungen nicht ausschliessen. Schindler verfüge für diesen Fall über einen gut ausgestatteten Sozialplan, heisst es in der Mitteilung. Das Unternehmen wolle mit den Sozialpartnern eine verantwortungsvolle und faire Lösung für die Mitarbeiter finden. In der vom Stellenabbau betroffenen Fabrik arbeiten auch 16 Lehrlinge. Diese seien von den Massnahmen nicht betroffen, teilte Schindler mit.

Unia kritisiert Gewinnmaximierung

Die Gewerkschaft Unia reagierte mit Empörung auf den angekündigten Stellenabbau. Mit der Verlagerung von Produktionsstellen nach China und Indien marginalisiere Schindler seine Produktion in der Schweiz und provoziere einen enormen Know-How-Verlust, von dem der ganze Industrieplatz Schweiz betroffen sei.

Schindler hatte 2015 bei einem Umsatz von 9.4 Milliarden Franken einen Gewinn von 747 Millionen Franken erzielt. Unia wirft dem Unternehmen vor, auf dem Buckel von Spezialisten in Ebikon eine weitere Gewinnsteigerung anzustreben. Schindler habe volle Auftragsbücher. Die mangelnde Auslastung sei deswegen hausgemacht.

Der Stellenabbau war von Schindler noch vor Börsenschluss mitgeteilt worden. Während des Handels dürfen eigentlich keine börsenrelevanten Informationen kommuniziert werden. Unia hatte aber zuvor mitgeteilt, dass Schindler 120 Personen entlasse. (sda)

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