Schweiz
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ZUM JAHRESERGEBNIS 2013 DES TOURISMUSKONZERNS HOTELPLAN STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG, 4. MAERZ 2014 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG  - Die Reiseunterlagen eines Kunden liegen am 10. Mai 2010 auf einem Tisch im Reisebuero Hotelplan in Zuerich-Oerlikon. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

«Bon voyage»: Das Reisebüro Hotelplan gründet mit der deutschen Airline Germania eine neue Airline. Das Schweizerkreuz auf der Heckflosse beurteilen die Marketingexperten als besonders wichtig.  Bild: KEYSTONE

«Schweizer Qualität»

Hotelplan spannt für neue Schweizer Airline mit deutscher Fluggesellschaft zusammen

Die deutsche Airline Germania will eine Schweizer Tochterfirma gründen, die mit helvetischem Anstrich die Lüfte erobern soll – der Plan kommt vom Reisekonzern Hotelplan.

thomas schlittler / aargauer zeitung



Ein Artikel der

Bald ist es zwei Jahre her, seit die Basler Charterfluggesellschaft Hello Konkurs gegangen ist. Die Pleite schmerzte nicht nur Firmengründer Moritz Suter, sondern auch Hotelplan: Denn Hello führte für den Reisekonzern Charterflüge an diverse Destinationen durch, das Grounding kostete Hotelplan rund eine Million Franken. 

Auf der Suche nach einer Nachfolgerin wurde Hotelplan in Tschechien fündig: Travel Service Airlines sollte die 35 Flüge pro Woche übernehmen, die Hello für Hotelplan durchgeführt hatte. Für Flüge innerhalb Europas war die Kooperation mit Travel Service Airlines kein Problem, für Flüge in Nicht-EU-Länder schon – darunter die wichtige Feriendestination Ägypten

Denn gemäss Artikel 108 der Schweizer Luftfahrtverordnung aus dem Jahre 1973 kann ausländischen Airlines nur eine Betriebsbewilligung erteilt werden, wenn sie «keine wesentlichen schweizerischen Interessen» beeinträchtigen. Von diesem Vetorecht machte Edelweiss Gebrauch. So kam die Schweizer Airline in den Genuss, für Hotelplan die Flüge nach Ägypten durchzuführen – obwohl die Edelweiss-Sitze rund 20 Prozent mehr kosten. Diese Bevormundung wollte Hotelplan nicht akzeptieren. Die Migros-Tochter versuchte, das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) von einer Lockerung der protektionistischen Gesetzeshandhabung zu überzeugen – ohne Erfolg. 

Schweizerkreuz auf Heckflosse ist wichtig fürs Vertrauen

Anfang Juli wurde bekannt, dass Hotelplan die Gesetzgebung – und damit die aufgezwungenen Edelweiss-Flüge – gemeinsam mit der deutschen Airline Germania umgehen will. Germania beantragte beim Bazl eine Schweizer Betriebsgenehmigung. Wird diese erteilt, gälte Germania als Schweizer Airline – und dürfte in Nicht-EU-Länder fliegen. 

Germania ist offensichtlich sehr optimistisch, die Bewilligung zu erhalten. Online werden bereits «Kapitäne und erfahrene Co-Piloten mit gültigen Type Rating für die Airbus A320 Family» gesucht. Die Interessenten werden im Stelleninserat darauf vorbereitet, «im März des nächsten Jahres mit den Flugzeugen der Germania Flug AG ab Zürich abheben zu können». Ob Germania in der Schweiz nur als Chartergesellschaft für Hotelplan operieren wird, wollte die Airline gestern nicht sagen. Experten gehen aber davon aus, dass Germania hierzulande grössere Pläne hat. 

Wie stark ist das Schweizerkreuz als Marke?

Germania plant offenbar nicht nur auf dem Papier eine Schweizer Airline, die neue Fluggesellschaft soll auch einen helvetischen Anstrich bekommen: «Ziel ist es, mit einer Schweizer Flagge fliegen zu können», sagte Hotelplan-Suisse-CEO Kurt Eberhard dem Branchenmagazin Travel Inside. Der Projektname dafür laute Holidayjet – definitiv sei der aber noch nicht. 

Hotelplan hofft, dass mit der neuen Airline alles klappt. «Vielen unserer Kunden ist es wichtig, dass auf ihrem Flugzeug ein Schweizer Kreuz drauf ist», sagt Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir. Die Zusammenarbeit mit der tschechischen Travel Service Airlines findet dagegen nach gut eineinhalb Jahren ein Ende. Neben dem Problem mit den aussereuropäischen Flügen begründet Hotelplan dies damit, dass Travel Service für seine Bedürfnisse ein zu grosses Flugzeug gehabt habe. 

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