Schweiz
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Genfer Privatbank will reiche Schweizer nach Italien locken – und so geht's



People walk on a bridge which leads to business center and the Unicredit headquarters building, center, in Milan, Italy, Tuesday, Nov. 11 , 2014. The recent Europe-wide health check on banks is producing results for Italy, whose top two lenders on Tuesday posted a strong rise in quarterly profits after cleaning up their finances in anticipation of the test. While nine smaller Italian banks failed the test, putting a negative spotlight on Italy's failure to generate economic growth, UniCredit and Intesa SanPaolo, the country's two biggest banks, passed with strong marks. Ahead of the test, the two banks cleaned out their books by writing off bad loans, a painful process that seems to be paying dividends. On Tuesday, both reported profits in the three months ending Sept. 30 more than doubling, early signs of recovery in the banking sector. (AP Photo/Luca Bruno)

Die Intesa Sanpaolo will Reiche nach Italien locken. Bild: AP/AP

Italien will sich als Gastland für Betuchte profilieren, die sich als Steueropfer insbesondere in der Schweiz fühlen. Auf diesen Zug aufgesprungen ist die Genfer Intesa Sanpaolo Private Bank (Suisse) Morval, eine Tochter der italienischen Intesa Sanpaolo, die hofft, dadurch neue Kunden für ihre Vermögensverwaltung gewinnen zu können.

Anfang Oktober organisierte das Institut in Genf eine Veranstaltung mit 40 sorgfältig ausgewählten Gästen – darunter bestehende und potenzielle Kunden – in Anwesenheit von externen Steuerberatern und einem Vertreter der italienischen Steuerbehörde (Agenzia delle entrate). Das ganze lief unter der Schirmherrschaft der italienischen Botschaft in Bern.

Ziel dieses exklusiven Treffens war es, die Gäste über den Status «res non dom» (Steuerzahler ohne Wohnsitz) zu unterrichten. Mehrere europäische Länder kennen einen solchen Mechanismus. Am bekanntesten dafür ist Grossbritannien. Dabei entrichten die Begünstigten für einen begrenzten Zeitraum eine Abgeltungssteuer (Flat Tax), ohne dass sie sich in dem betreffenden Land physisch niederlassen müssen.

Italien bietet diese Lösung bereits seit drei Jahren reichen Ausländern an. Transalpine «res non dom» können somit für 15 Jahre von einer jährlichen Steuer von 100'000 Euro profitieren, die mit der vor einiger Zeit in Grossbritannien beschlossenen Steuer identisch ist.

«Wir haben festgestellt, dass viele 'res non dom' in England, die das Ende ihrer 15-jährigen Periode erreichen und ihre Interessen verlagern wollen, sich dieser Möglichkeit nicht bewusst sind», sagte Marco Longo, CEO der Intesa Sanpaolo Private Bank (Schweiz) Morval, gegenüber AWP.

Neukunden anlocken

Dieses Steuerbonbon will Italien nun bewerben und die Genfer Bank will dazu ihren Beitrag leisten, der aber nicht selbstlos ist. «Wir haben einen doppelten Vorteil. Einerseits kann unser Aktionär in Italien unsere Kunden an die richtigen Adressen weiterleiten. Andererseits kann die Schweizer Bank die Vermögenswerte der zukünftigen 'res non dom' verwalten», betont Herr Longo.

Die Unterstützung bestehender Kunden bei der Verlegung ihres Steuerdomizils nach Italien werde ihre Bindung an die Bank stärken. «Wir hoffen natürlich, dass uns das für Neukunden interessant macht, die uns ihr Vermögen zur Verwaltung anvertrauen würden», sagt der CEO der Bank weiter. Wachstumsziele dazu wollte er nicht nennen.

Das erste Feedback der Teilnehmer des Genfer Events ist vielversprechend. Nach Angaben des Managers der Bank äusserte ein Viertel von ihnen Interesse oder bat anschliessend um Informationen über den «res non dom»-Mechanismus in Italien.

Ende September verwaltete die Intesa Sanpaolo Private Bank (Schweiz) Morval Vermögen im Umfang von 5,5 Milliarden Franken. Das Institut erhielt seinen neuen Namen im Februar nach der Übernahme der Genfer Bank Morval, die bisher mehrheitlich im Besitz der Familie Zanon di Valgiurata aus Turin war. Sie ist auch in Lugano präsent. (aeg/sda/awp)

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Patho 11.11.2019 14:52
    Highlight Highlight Wie wärs, wenn die EU zuerst mal vor ihrer eigenen Haustüre wischen würde, bevor man die ganze Zeit graue und schwarze Listen mit Steueroasen publiziert und damit droht gegen solche Praktiken Massnahmen zu ergreifen.
  • Chrigi-B 11.11.2019 12:25
    Highlight Highlight Wie wäre es, wenn alle Länder solche Praktiken verbieten würden?

    Revolutionärer Ansatz, oder....

    🙈
  • AquaeHelveticae 11.11.2019 11:42
    Highlight Highlight Man stelle sich einfach mal vor die Schweizer Botschaft in Rom oder London würde einen vergleichbaren Anlass durchführen um reiche Italiener in die Schweiz zu locken.
    • WID 11.11.2019 14:13
      Highlight Highlight @ AquaeHelveticae: in London gäbe das keine Probleme
  • Triumvir 11.11.2019 10:46
    Highlight Highlight "Steuerzahler ohne Wohnsitz". Habe ich das richtig gelesen. Ich hoffe mal, dass unsere Steuerbehörden diese billige und höchst fragwürdige Steuerflucht unterbinden werden!

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