11 Grafiken, die hoffentlich nicht nur E-Auto-Fahrer interessieren
E-Autos sind gekommen, um zu bleiben
2025 wurden weltweit rund 12,7 Millionen vollelektrische E-Autos (BEV) verkauft, gegenüber 10,3 Millionen im Jahr davor. Das ist ein Wachstum von rund 23 Prozent. Stromer erreichten so einen Anteil von über 15 Prozent an den Neuzulassungen, da E-Autos auch in bevölkerungsreichen Schwellenländern wie der Türkei sowie in Vietnam, Thailand oder Indonesien populärer werden.
Schon seit 2021 ziehen die globalen E-Auto-Verkäufe stark an. Aber zwischen China (Elektro-Boom), Europa (leichtes Wachstum), den USA (Stagnation) und Japan (Nachzügler) gibt es grosse Unterschiede.
Globale E-Auto-Verkäufe von 2014 bis 2025
Besonders schwer tun sich Elektroautos in Japan – und dafür gibt es mehrere Gründe: Seit dem Erfolg des Toyota Prius in den 90er-Jahren gelten Hybridfahrzeuge dort als die perfekte Lösung. Japanische Giganten wie Toyota und Honda haben massiv in die Hybrid-Technologie investiert und wollen diesen Vorsprung so lange wie möglich auskosten.
Die japanische Regierung und Toyota träumen zudem weiterhin von einer «Wasserstoff-Gesellschaft». Das Ladenetz für E-Autos hinkt daher China und Westeuropa hinterher. Erst die nun anlaufende Elektrifizierung der in Japan populären Kei-Cars (Kleinstwagen) könnte zum Einfallstor für den E-Antrieb werden.
China zieht davon
Der Grossteil der weltweiten E-Auto-Verkäufe im letzten Jahr konzentriert sich auf China (8 Mio.).
Europa (2,5 Mio.) und die USA (1,4 Mio.) sind abgehängt.
Jeder dritte Neuwagen in China war 2025 ein E-Auto. Zusammen mit teilelektrischen Plug-in-Hybriden erreichen vollelektrifizierte Autos einen Anteil von über 50 Prozent an den Neuwagenverkäufen.
Für Peking ist die staatliche Förderung der Elektroauto- und Akku-Hersteller ein wichtiger Schritt für die angestrebte Energiewende. Und natürlich will China endlich den internationalen Automarkt erobern, was im Zeitalter des Verbrennungsmotors nie gelang.
Ganz anders die USA: Dort kommen Elektroautos kaum vom Fleck. Die Trump-Regierung setzt zur Freude der Fossilindustrie auf Verbrenner-Autos und hat zuletzt zentrale Klimaschutzregeln gekippt. Die Autohersteller haben daher in den Vereinigten Staaten ihre E-Auto-Ausbaupläne zurückgefahren und setzen wieder vermehrt auf Verbrenner- bzw. Hybrid-Autos.
In Europa hingegen nahmen Stromer im letzten Jahr nach einer kurzen Verkaufsdelle erneut Fahrt auf. Auch 2026 setzt sich das Stromer-Wachstum bislang fort.
Stromer knacken 20-Prozent-Marke in Europa
In Europa war 2025 jeder fünfte verkaufte Neuwagen ein E-Auto. Zwischen den einzelnen Ländern ist das Gefälle aber enorm, wie die nächste Grafik verdeutlicht.
Die Unterschiede in Europa sind gewaltig
Anteil vollelektrischer E-Autos an den Neuzulassungen im Jahr 2025
Europäische Länder mit dem höchsten und niedrigsten Elektroauto-Anteil an den 2025 neu zugelassenen Personenwagen:
- Norwegen: 96 %
- Dänemark: 69 %
- Island: 41 %
- Niederlande: 40 %
- Malta: 38 %
- Finnland: 37 %
- Schweden: 37 %
- Belgien: 35 %
- Portugal: 23 %
- Grossbritannien: 23 %
- Schweiz: 23 %
- Österreich: 21 %
- Frankreich: 20 %
- Deutschland: 19 %
- Irland: 19 %
- Türkei: 17 %
- Spanien: 9 %
- Polen: 7 %
- Italien: 6 %
- Griechenland 6 %
- Bulgarien 5 %
- Slowakei 5 %
- Kroatien: 2 %
In Europa setzten sich Elektroautos in Skandinavien und den Beneluxstaaten am schnellsten durch. Die Nachzügler liegen mehrheitlich in Ost- und Südeuropa. Die Kombination aus staatlichen Anreizen und günstigeren E-Autos (aus China) liess den Stromer-Anteil zuletzt aber auch in Polen und Spanien ansteigen.
Allgemein gilt: Staatliche Förderprogramme und der Ausbau der Ladeinfrastruktur korrelieren stark mit dem Stromer-Anteil.
Die Elektro-Turbos in Europa
In diesen europäischen Ländern setzen sich E-Autos am schnellsten durch – die Schweiz gehört nicht dazu
Die Norweger sind zuerst aufs E-Auto umgestiegen, die Dänen holen rasch auf. In der Schweiz dümpeln E-Autos seit mehreren Jahren bei einem Anteil von rund 20 Prozent vor sich hin. Aber warum?
Die auf Bundesebene fehlende und auf kantonaler Ebene teils ineffiziente Förderung fordert ihren Tribut. Elektroautos stossen in der Schweiz aber auch an Grenzen, weil das «Recht auf Laden» für Mieter und Stockwerkeigentümer in Bundesbern lange keine Priorität hatte. Dass skandinavischen Staaten der Wechsel aufs E-Auto leichter fällt, hat auch viel mit dem weit höheren Eigenheimanteil in Norwegen oder Dänemark zu tun.
Die Dänen haben sich zudem ehrgeizige Ziele für die Entwicklung der Elektromobilität gesetzt. Dies spiegelt sich in politischen Förderprogrammen wider. So hat das Land in den vergangenen Jahren eine progressive Steuerpolitik verfolgt, die den Kauf von E-Autos begünstigt. Dadurch sind Stromer im Vergleich zu Verbrennern finanziell attraktiver geworden. Als Konsequenz sind Elektroautos in der Bevölkerung, anders als bei uns, breit akzeptiert.
Dabei schwingt ein psychologischer Effekt mit: Sobald sich gefühlt die Mehrheit für ein E-Auto entscheidet, will fast niemand mehr die plötzlich als veraltet wahrgenommene Technologie, sprich ein Benzinauto.
Die Elektro-Nachzügler in Europa
In diesen europäischen Ländern sind E-Autos Exoten
Unter den grossen europäischen Nationen zählen Spanien und Italien zu den Spätzündern. Spanien fördert E-Autos nun aber mit vom Staat und den Herstellern finanzierten Rabatten sowie steuerlichen Anreizen. Das hat der Elektromobilität 2025 neuen Schub verliehen. Auch Italien hat zuletzt ein neues Förderprogramm für die E-Mobilität aufgelegt, von dem primär Haushalte mit tiefen und mittleren Einkommen profitieren.
Während E-Autos in Europa fast überall zulegen, fällt ein Land ab: Nur knapp zwei Prozent der verkauften Neuwagen in Kroatien fahren vollständig elektrisch. Ineffiziente Förderprogramme und ein schwach ausgebautes Schnellladenetz im Hinterland machen den Balkanstaat in Europa zum Schlusslicht.
Der Siegeszug des Hybrid-Antriebs in der Schweiz
Schweizer kaufen seit 2020 etwas mehr E-Autos und viel weniger reine Benzin- oder Dieselautos. Aber der eigentliche Sieger der Antriebswende ist bislang der Hybridantrieb. Hybrid-Autos, die ebenfalls einen Verbrennungsmotor haben, machen inzwischen 35 Prozent der Neuzulassungen aus.
Der Marktanteil von Benzinern ist in wenigen Jahren von 60 auf 24 Prozent gefallen, jener von Diesel-Autos von 40 auf 7 Prozent. Doch von diesem Wandel profitieren hierzulande Hybride mehr als E-Autos.
Die weltweit grössten Elektroauto-Hersteller
Nach zwei Jahren in Folge mit sinkenden E-Auto-Verkäufen ist Tesla erstmals seit Jahren nicht mehr der grösste Elektroauto-Hersteller. Der Marktführer heisst neu BYD aus China. Der Elektroauto- und Akkuhersteller lieferte 2025 fast 2,3 Millionen E-Autos aus. Das waren über 600'000 vollelektrische Modelle mehr als Tesla.
Das stärkste Wachstum verzeichnete der Geely-Konzern, ebenfalls aus China, der mit seinen E-Autos erstmals die Millionenmarke knackte und neu die Nummer drei ist – vor Volkswagen mit knapp einer Million Stromer. Der grösste europäische Autokonzern steigerte seine globalen E-Auto-Auslieferungen im letzten Jahr um über 30 Prozent.
Gewinner und Verlierer in Europa
Der mit Abstand grösste E-Auto-Hersteller in Europa ist längst nicht mehr Tesla, sondern der VW-Konzern. Auch andere etablierte Hersteller wie BMW, Renault oder Hyundai sowie neue Marktteilnehmer wie Geely und BYD aus China jagen dem Elektroauto-Pionier aus den USA Kundschaft ab.
Die populärsten E-Auto-Hersteller in der Schweiz
Tesla ist auch in der Schweiz nicht mehr Marktführer im E-Auto-Segment. Jedes dritte neue Elektroauto kam 2025 aus dem VW-Konzern, nur noch jedes achte von Tesla. Auch BMW, Hyundai-Kia und Geely mit Marken wie Volvo und Polestar könnten bald an Tesla vorbeiziehen.
Preise für Lithium-Ionen-Batteriezellen
Die Akkupreise für E-Autos befinden sich in einer historischen Abwärtsspirale. Lag der durchschnittliche Preis für Batteriezellen im Jahr 2010 noch bei über 1100 US-Dollar pro Kilowattstunde (kWh), so ist er bis Anfang 2026 auf einen globalen Durchschnitt von etwa 100 bis 105 Dollar/kWh gefallen. In China liegen die Preise teilweise sogar schon unter der 80-Dollar-Marke, umgerechnet gut 60 Franken.
Vor knapp 15 Jahren waren sinkende Akkukosten die Voraussetzung für die ersten erfolgreichen Elektroautos. Vor einigen Jahren sanken die Kosten auf ein Niveau, das E-Autos für den Massenmarkt ermöglichte. Seit 2024 sind die Akkukosten nochmals um 8 Prozent gesunken. Dies ermöglicht erstmals E-Autos, die im Anschaffungspreis kaum noch teurer als vergleichbare Benzin-Modelle sind. Mit ihren tieferen Betriebskosten sind Stromer somit nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch die logische Wahl.
Die anhaltende Überkapazität in der Zellfertigung, der intensive Wettbewerb und die fortschreitende Umstellung auf kostengünstigere Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) sprechen für weiterhin fallende Kosten. Zumindest temporär können steigende Rohstoffpreise Akkus aber auch verteuern.
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