Schweiz
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People walk past a travel bureau of Swiss travel group Kuoni Switzerland in Zurich January 14, 2015. Kuoni shares jumped 7 percent after saying it would exit from tour operating activities as it focuses on its core business as a service provider to global travel industry. REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND)

Die Kuoni-Reisebüros sollen bald nicht mehr dem gleichnamigen Reisekonzern gehören. Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Fakten zum Kuoni-Deal

Kuoni ohne Reisebüros? Was absurd klingt, ist bald Realität

Heute Morgen gab der Schweizer Reisekonzern Kuoni bekannt, dass er keine Reisen mehr verkaufen will – zumindest nicht mehr für Otto Normalverbraucher. Wie geht das?



Das ist passiert

Der Reisekonzern Kuoni hat heute Morgen verkündet, er wolle aus dem Reiseveranstaltergeschäft aussteigen. Er gibt das Geschäft mit der Organisation und dem Verkauf von Reisen in der Schweiz, Grossbritannien und zahlreichen anderen Ländern auf.

Das will Kuoni verkaufen

Dazu stellt Kuoni seine sechs Ländergesellschaften ins Schaufenster. Ländergesellschaften gibt es in der Schweiz, in Grossbritannien, den Benelux-Ländern, in Hongkong/China, Skandinavien/Finnland und in Indien. Diese bieten Individual- und Pauschalreisen in Europa und Asien an. Das Unternehmen will sie mit dem gut eingeführten Namen Kuoni verkaufen. In Italien, Spanien, Frankreich und Österreich gibt es bereits Reisebüros, die unter dem Namen Kuoni laufen, aber nicht den Schweizern gehören.

Hierzulande unterhält Kuoni neben den Reisebüros und den unter der Kuoni-Flagge segelnden Angeboten eine Vielzahl von Marken. Diese sollen zusammen mit Kuoni Schweiz als ein Paket verkauft werden. Dabei ist Kuoni bemüht, die Geschäftsstellen und die Weiterbeschäftigung der Mitarbeitenden zu sichern.

Diese Marken stehen zum Verkauf

Insgesamt arbeiten 3800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit in einem der rund 250 Reisebüros des Schweizer Traditionsunternehmens. In der Schweiz sind es 80 Büros.

Kuoni versichert, dass der Käufer alle Marken unter einem Dach übernehmen muss. «Es kann kein Käufer nur eine oder zwei Marken herauspicken», erklärt Peter Brun, Pressesprecher von Kuoni.

Das bleibt im Mutterkonzern

Mit dem angestrebten Verkauf des Reisegeschäfts konzentriert sich Kuoni künftig auf drei wachstumsträchtige Kerngeschäfte, die aktuell rund 60 Prozent des Konzernumsatzes generieren:

Das Unternehmen will mit der neuen Struktur vom starken Anstieg der Reisenden aus Asien profitieren, teilte Kuoni am Mittwoch mit.

Das bedeutet es für mich als Kunden

«Sie können Ihre Sommerferien auch dieses Jahr bei Kuoni oder einem der Spezialisten buchen», versichert Peter Brun, Pressesprecher von Kuoni, gegenüber watson. Auch wenn der Verkauf durch den Kuoni-Mutterkonzern einmal abgeschlossen sei – er ist im Laufe des Jahres 2015 geplant – ändere sich für die Kunden nichts, wenn ein neuer Besitzer das Geschäft weiterführt. «Sie können weiterhin in der gewohnten Umgebung ihre Ferien buchen.»

Deshalb trennt sich Kuoni von den Reisebüros

Kuoni sieht sich «wegen veränderter Marktbedingungen mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert», wie es in der Medienmitteilung heisst. Eine strategische Lagebeurteilung habe ergeben, dass man sich auf die drei oben genannten Bereiche konzentrieren wolle.

Unter den «veränderten Marktbedingungen» muss man wohl die Tatsache verstehen, dass die klassischen Reisebüros ein Auslaufmodell sind und das Internet für Buchungszwecke bei den meisten Kunden heute Standard ist.

Die Zahlen, die der Schweizer Reise-Verband (SRV) erhebt, sprechen eine deutliche Sprache: In den letzten zehn Jahren sind in der Schweiz rund 1000 Reisebüros eingegangen. Walter Kunz, Geschäftsführer vom SRV sieht allerdings einen Lichtblick: «Die Reisebüros erleben zurzeit eine Renaissance.» Die Komplexität von Reisen würde die Leute wieder vermehrt in die Geschäftsstellen locken.

Nicht zuletzt will sich Kuoni auf den Markt in Asien, den Mittleren Osten und Afrika konzentrieren – dort, wo der Markt noch nicht so gesättigt ist wie in Europa. Die Reiseveranstalter, die zum Verkauf stehen, sind hauptsächlich auf Europa und die USA ausgerichtet. Dennoch sagt Peter Brun: «Es ist ein attraktives Angebot für einen Käufer, der in den schweizerischen Reisemarkt einsteigen oder seine Präsenz ausbauen will.»

Was passiert weiter?

Beim Schweizer Reise-Verband hofft man auf einen Käufer, der die Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten kann, wie Geschäftsführer Walter Kunz sagt. «Wir hoffen auf einen Schweizer Käufer», sagt er.

Wer der Käufer ist, ist vollkommen offen. Möglich sind Schweizer Reisekonzerne wie Hotelplan, aber auch ausländische Private Equity-Gesellschaften oder Reisekonzerne.

(egg/sda)

Das sind die wertvollsten Reisepässe

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