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10 Tipps, wie du mit der 3. Säule Steuern sparst

beni manz / moneyland.ch



Ein Artikel von

In der dritten Säule liegen geschätzte 100 Milliarden Franken an Vorsorgeguthaben. Trotz der finanziellen Wichtigkeit von Vorsorge-Entscheidungen unterlaufen hier vielen immer noch grobe Fehler. Im Folgenden haben wir für dich die wichtigsten zehn Tipps für die dritte Säule zusammengestellt.

1. Steuern sparen

Das Praktischste an der Säule 3a ist die Steuerersparnis. Die Einzahlung kannst du vollumfänglich bei deiner Einkommenssteuer in Abzug bringen. Je nach Kanton, Einkommen und der Höhe des einbezahlten Betrags kannst du mehr als 1000, manchmal sogar mehr als 2000 Franken pro Jahr sparen.

Beim Bezug deines 3a-Kapitals werden zwar wieder Steuern fällig. Allerdings zu einem reduzierten Steuersatz. Dieser variiert ebenfalls stark je nach Kanton und Betragshöhe, liegt aber in der Regel zwischen 3 und 10 Prozent.

2. Maximale Einzahlungen

Dieses und nächstes Jahr kannst du je höchstens 6768 Franken in die Säule 3a einzahlen, und zwar unabhängig von der Anzahl deiner 3a-Konten. Das ist der Maximalbetrag, wenn du eine Pensionskasse hast.

Ohne Pensionskasse – zum Beispiel wenn du selbständig bist – kannst du bis zu 20 Prozent deines Nettoeinkommens einzahlen, aber höchstens 33840 Franken pro Jahr.

Zu viel einzahlen lohnt sich nicht, da dies das Steueramt nicht akzeptiert. Die maximal möglichen Einzahlungen werden für jedes Jahr neu definiert und wurden in den letzten 20 Jahren durchschnittlich jedes zweite Jahr angehoben.

Nachzahlungen in die Säule 3a für vergangene Jahre sind nicht möglich – wenn du in diesem Jahr Steuern sparen möchtest, musst du das noch bis Ende Jahr tun.

3. Mehrere 3a-Konten

Es lohnt sich, mehrere 3a-Konten zu führen. Der Grund: Der Spezial-Steuersatz, der bei der Auszahlung deiner 3a-Ersparnisse zur Anwendung kommt, ist wie die gewöhnliche Einkommenssteuer progressiv. Mit einem gestaffelten Bezug über mehrere Jahre hinweg kannst du die Progression abschwächen und so Steuern sparen.

Da ein 3a-Konto immer ganz aufgelöst werden muss, sind für einen gestaffelten Bezug auch mehrere Konten nötig. Je nach Bank kannst du auch zwei bis drei 3a-Konten beim gleichen Institut eröffnen.

Übrigens: Die 3a-Gelder werden bei der Auszahlung zusammen mit deinem Pensionskassen-Kapital versteuert. Wenn möglich solltest du dir also die Pensionskassengelder nicht im gleichen Jahr wie dein 3a-Vermögen auszahlen lassen.

4. Sparkonto oder Fonds?

In der Säule 3a hast du die Wahl zwischen einer Sparkonto- und/oder einer Wertschriften-Lösung. Sparkonten sind die konservativere Variante mit minimalem Risiko. Dir wird jedes Jahr ein Zins gutgeschrieben, wobei sich der Zinssatz laufend ändern kann.

Eine Wertschriftenlösung via Anlagefonds eignet sich nur für Personen mit etwas längerem Atem, da der Fonds je nach Wirtschaftslage und Zusammensetzung auch Verluste erleiden kann. Dafür können bei Vorsorgefonds im günstigen Fall auch die Renditen höher ausfallen. Je nach gewünschtem Risiko kannst du dich für einen Anlagefonds mit mehr oder weniger Aktienanteil entscheiden.

5. Zinssätze vergleichen

Die Zinssätze auf 3a-Sparkonten sind seit 2008 am Sinken und erreichen ständig neue Tiefstwerte. Momentan liegen die 3a-Zinssätze gerade einmal noch bei 0.49% pro Jahr. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Banken sind aber immer noch gross und reichen von 0% bis maximal 1%. Ein Vergleich lohnt sich also. Eine Auflistung von mehr als 90 3a-Sparkonten findest du hier.

6. Kosten vergleichen

Falls du dich für einen Vorsorgefonds entscheidest, musst du unbedingt alle anfallenden Gebühren und Kosten vorgängig vergleichen. Viele Vorsorgefonds sind teuer und fressen dir mit ihren Kosten die Rendite weg. Am günstigsten sind in der Regel passive Vorsorgefonds, die via ETF investieren. Eine Aufschlüsselung aller relevanten Kosten findest du hier.

7. Sicherheit

Ein häufiges Missverständnis betrifft die Sicherheit der Vorsorgegelder, wenn die Bank pleitegehen sollte. Säule-3a- und Freizügigkeitskonten gelten zwar als privilegierte Einlagen, sind aber im Gegensatz zu gewöhnlichen Sparkonten nicht durch die Einlagensicherung in der Höhe von 100'000 Franken pro Institut abgedeckt.

Immerhin werden Vorsorge-Sparkonten im Fall eines Bankenkonkurses privilegiert behandelt, das heisst sie fallen nicht in die dritte, sondern nur in die zweite Konkursklasse. Das erhöht die Auszahlungswahrscheinlichkeit, garantiert sie aber leider nicht.

Etwas sicherer sind die Vorsorgespargelder bei Kantonalbanken mit einer Staatsgarantie. Hier garantiert der Kanton im Konkursfall eine vollständige Rückerstattung.

8. 3a ist nicht gleich 3b

Die dritte Säule ist nichts anderes als die freiwillige private Vorsorge. Neben der gebundenen Säule 3a gibt es die ungebundene Säule 3b. Interessant ist vor allem die Säule 3a, da du hier deine Einzahlungen ganz legal von den Steuern in Abzug bringen kannst.

Der Nachteil: Dein Geld bleibt in der Regel bis fünf Jahre vor dem Erreichen des AHV-Alters gesperrt. Im Fall der Säule 3b kannst du zwar flexibel über dein Geld verfügen – dafür gibt es keine Steuervorteile.

9. Finger weg von Sparversicherungen

Viele Makler versuchen, den Kunden Lebensversicherungen für die dritte Säule anzudrehen. Vermittler kassieren beim Abschluss solcher Sparversicherungen hohe Provisionen.

In aller Regel gilt hier: Finger weg. Sparversicherungen haben eine Reihe von Nachteilen, darunter hohe Kosten, ein eingeschränktes Produktangebot und drohende Verluste bei einem frühzeitigen Ausstieg. Darüber hinaus überlegen sich viele gar nicht, ob sie den teuren Versicherungsschutz überhaupt brauchen.

Meistens ist es besser, Sparen und Versichern zu trennen. Wenn du tatsächlich mit einer Todesfall- oder Erwerbsausfallversicherung liebäugelst, kannst du diese auch separat als Risikoversicherung abschliessen. Das ist sogar via Säule 3a möglich.

10. Wann kann ich das 3a-Konto auflösen?

Dein 3a-Vermögen darfst du frühestens fünf Jahre vor dem Erreichen des AHV- Alters beziehen, als Frau also erst ab 59, als Mann ab 60 Jahren. Es gibt aber eine Reihe von Ausnahmen für einen vorzeitigen Bezug.

Die wichtigsten Gründe: Wenn du dich beruflich selbständig machst oder dein Jobprofil als Selbständiger wechselst. Wenn du Wohneigentum für den Eigengebrauch kaufst. Wenn du die Schweiz verlässt. Zu guter Letzt: Wenn du zu mindestens 70 Prozent invalid wirst oder stirbst (dann profitieren zumindest deine Erben von deinem Vorsorgevermögen).

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 09.12.2016 21:22
    Highlight Highlight Ich mache es wie N.Y.P. über Jahre. Kenne die Schlafraubermomente :)
    Bei 3a ist die langfristige Steuerersparnis im Vergleich zur Performance nicht so hoch wie viele denken. Nachrechnen lohnt sich. Zudem ist es gebundenes Kapital und mobiles Kapital liegt mir besser und arbeitet gezielter. Wer gern gut schlafen und mit seinem Geld nichts aktiv tun möchte, es sich leisten will, egal ist wie rs vermehrt wird, ist bei 3a richtig. Jedem das Seine und das ist gut so.
  • N. Y. P. D. 09.12.2016 17:12
    Highlight Highlight Ich will wirklich niemandem zu nahe treten hier.
    Aber, wenn ich diese 6000.- jährlich 40 Jahre lang hälftig in Roche und Novartis investiere habe ich ein Vielfaches vom investierten Kapital.
    Die Dividendenrendite + der Kursgewinn der Aktie betragen auf die 40 Jahre im Schnitt um die 5-7% pro Jahr.

    Sicherheit : Pharma ist lebensnotwendig

    Schlafrauber : Kursschwankunkungen der Aktien können locker mal 30% pro Jahr betragen.

    Na dann : Schlafet guet !
  • G. Schmidt 09.12.2016 11:03
    Highlight Highlight Super! Danke für diese Tipps!
  • Madison Pierce 09.12.2016 10:46
    Highlight Highlight Die Steuerersparnis ist leider nicht so gross, wenn man es auf 30 Jahre berechnet.
    Steuern (in Aarau) für Einkommen 80'000: 12'272 Fr.
    Einzahlung 6000 Fr. in 3a, Einkommen neu 74'000. Steuern: 10'729 Fr.
    Ersparnis: 1543 Fr.

    Zins 2% (durchschnittlicher 3a-Zinssatz letzte 10 Jahre) auf 6000 Fr. auf 30 Jahre: 4868 Fr.

    Zins 3% (konservative Annahme für andere Anlagen) auf 6000 Fr. auf 30 Jahre: 8563 Fr.

    Trotz fehlender Steuerersparnis hat man bei Anlagen ausserhalb der Säule 3a nach 30 Jahren über 2000 Fr. mehr als mit 3a. Wobei 3% noch ein konservativer Wert für so langfristige Anlagen ist.
    • Wehrli 09.12.2016 14:40
      Highlight Highlight Dann zeig mir mal wo ich 3% Konservativ kriege. Zudem spare ich auf den 3a Geldern 35% Steuern.
    • Moneyland-Team 09.12.2016 14:41
      Highlight Highlight Danke für das interessante Beispiel. Folgende Anmerkungen: 1) Es gibt auch ETF-Lösungen in der Säule 3a (passives Anlegen). Wenn auch das Angebot ausserhalb der 3a natürlich grösser ist. 2) Ihre aktuelle Steuer-Ersparnis müssten Sie im Beispiel natürlich dann auch auf 30 Jahre verzinsen (nach Ihrem Beispiel zu 3%). 3) Schlussendlich fallen nochmals spezielle Steuern bei der Auszahlung an, wenn auch reduzierte. Fazit: Die Simulation ist allgemein nicht einfach, weil man zukünftige Steuern, Zinsen und Renditen nicht kennt. Beste Grüsse
    • Hoppla! 09.12.2016 15:22
      Highlight Highlight Wenn du dein 3a-Geld in einem Fonds anlegst, solltest du doch die in etwas die gleiche Rendite haben wie bei ein vergleichbarer Fonds mit "normalem" Geld. Oder sehe ich das falsch?
  • #bringhansiback 09.12.2016 10:25
    Highlight Highlight Guter Artikel, aber warum wird der auf der Hauptseite nicht als Sponsored gekennzeichnet?
    • Adrian Eng 09.12.2016 12:07
      Highlight Highlight Weil es kein gesponserter Artikel ist. moneyland.ch ist ein Content-Partner von uns. Der Artikel ist eine unabhängige Information für den Leser oder die Leserin.
    • #bringhansiback 09.12.2016 12:30
      Highlight Highlight @Adrian Eng: Danke für die Erklärung!

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