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Warum diese herzigen Tierchen immer mehr zu Abfallprodukten werden



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Abfallprodukt der Milchwirtschaft: Wenige Wochen alte Zicklein im Schlachthof. Schweizer Tieschutz STS

Die zunehmende Beliebtheit von Ziegenmilch hat laut dem Schweizer Tierschutz (STS) eine Schattenseite: Die kleinen Zicklein haben kaum Wert und werden als Abfallprodukt behandelt.

Ziegenmilch liegt im Trend und ist nicht zuletzt bei Kuhmilch-Allergikern gefragt. Für Bauernbetriebe stellt die Milchproduktion mit Ziegen aufgrund des guten Literpreises ein lukratives Geschäft dar. Aktuell wird etwa doppelt so viel Ziegenmilch produziert wie vor rund 20 Jahren.

Das Problem dabei ist, dass Ziegen jedes Jahr gebären müssen, damit sie Milch geben, wie der Schweizer Tierschutz (STS) am Donnerstag vor den Medien in Zürich ausführte. Die kleinen Zicklein aber will kaum jemand. Das Fleisch der Ziegen ist weit weniger beliebt als deren Milch.

Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt laut dem STS bei gerade mal 70 Gramm von insgesamt 50 Kilogramm Fleisch, welches jeder Schweizer und jede Schweizerin durchschnittlich pro Jahr konsumiert. Ausser an Ostern besteht kaum Nachfrage.

«Gitzi haben für Milchbetriebe keinen Wert»

Die kleinen Gitzi haben laut dem Tierschutz für die Milchbetriebe keinen Wert. Zudem trinken sie den Milchproduzenten die wertvolle Ziegenmilch weg. «Viele Milchbetriebe wollen die Zicklein so schnell wie möglich loswerden», erklärte der Leiter des Kontrolldienstes des STS, Cesare Sciarra.

Oft würden die jungen Ziegen schon im Alter von lediglich zwei bis drei Tagen an Händler verkauft. Die Händler verkaufen die Tiere dann weiter an Mastbetriebe.

«Das Schlimme für uns ist, dass diese Tiere nach dem Verkauf an die Händler verschwinden und wir sie nicht mehr rückverfolgen können», sagte Sciarra. Nur ein Teil der ganz jungen Tiere lande auf den bekannten Schlachthöfen. «Wir wollen wissen, was mit den anderen Tieren passiert», betonte Sciarra.

Ein weiteres Problem ist laut dem STS, dass die Zicklein so früh von den Müttern getrennt werden. Ihr Immunsystem ist dann noch nicht voll entwickelt und sie erkranken häufiger an Lungenentzündungen, Gitzilähme oder einer Nierenkrankheit.

Zudem würden die Gitzi in den Mastbetrieben teilweise unter schlechten Bedingungen gehalten und so regelrecht «entsorgt», weiss der Tierschutz. Mortalitätsraten während der Mast von bis zu 13 Prozent seien keine Seltenheit.

Licht am Horizont

Immerhin, eine erste Verbesserung der Situation ist laut dem Schweizer Tierschutz in Sicht. Ab 2020 müssen Ziegen, so wie heute schon Rinder, in der Tierverkehrsdatenbank erfasst werden.

Der STS begrüsst das sehr. Dank der Datenbank wird es einfacher, die verschlungenen Transport- und Lebenswege der Zicklein nachzuvollziehen, bis sie im Alter von sechs bis acht Wochen geschlachtet werden.

Doch damit ist es laut dem Tierschutz-Verband nicht getan. Der STS fordert, dass ein Mindeststandard bei Fütterung, Haltung und Schlachtung eingeführt wird. Zu fördern sei die Aufzucht mit Mutterziegen oder zumindest die Mast auf dem Geburtsbetrieb. Es gelte, die Gesundheit der Gitzi zu gewährleisten.

Falls die Tiere dennoch an Mastbetriebe verkauft werden, fordert der STS eine Direktzuweisung. Zudem soll geregelt werden, in welchem Alter die Zicklein frühestens verkauft werden dürfen. Auch müsse die artgerecht Haltung sichergestellt werden. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • immerdar 28.06.2019 14:06
    Highlight Highlight Danke, ich bin bereits abgestillt und benötige keine artfremde Muttermilch mehr, für die notabene das Baby getötet wird.
  • Avenarius 28.06.2019 10:47
    Highlight Highlight Ich esse echt weniger Fleisch und Fisch genau wegen solchen Sachen. Hätte ich nie gedacht, dass das bei mir mal passiert. Übrigens: mehr als 51% des CO2-Ausstosses kommen von der Tierhaltung/Fleischproduktion. Mehr als bei Autos und Industrie. Weil wir Menschen sooo gerne Fleisch essen. Tja, weniger ist wirklich mehr !
    • Vegander 29.06.2019 10:28
      Highlight Highlight Und keines ist noch besser, auch für die Gesundheit. Ich esse seit 28 Jahren kein Fleisch mehr, und bald zwei Jahre davon vegan. Es ging mir noch nie so gut wie heute!
  • thatstheshit 27.06.2019 22:04
    Highlight Highlight Aber die Bauern sind ja mega tierlieb, wie sie stets betonen.
  • Simon Hirschhofer 27.06.2019 18:46
    Highlight Highlight Ich würde gerne Gitzi essen, bloss, wo kriege och die her? In Zürich kenn ich nichts wo ich (abgesehen vom Oster- oder Herbstgitzi) das kriegen kann...
  • Randalf 27.06.2019 17:31
    Highlight Highlight
    Ostergitzi gehört zu unserer Tradition.

    Es ist zartes Fleisch da die Gitzi mit Muttermilch grossgezogen wurden.

    Ob das heute noch so ist weiss ich leider nicht, aber vielleicht kann uns caini das beantworten.

    Für alle die nicht wissen wie das gemacht wird, gibt es das Rezept im Netz.
    • caini 27.06.2019 20:58
      Highlight Highlight Nun, die Ostergitzi werden meist knappe 2 Monate alt und fressen dementsprechend noch kein Grünfutter. Meine Gitzi werde mind. 3 Monate alt und laufe bis zum Ende neben der Mutter. Daher fressen meine Gitzi auch schon Grünfutter. Ich spühre keinen Unterschied von Milchgitzi gegenüber Meinen betreffend zärtlichkeit.
    • Randalf 27.06.2019 22:05
      Highlight Highlight
      Ich danke Dir, caini für Deine Antwort, aber ich habe noch eine Frage.

      Zu welchem Zeitpunkt gebären Ziegen? Wirklich im Frühling oder das ganze Jahr über?
    • caini 28.06.2019 06:25
      Highlight Highlight Kommt auf die Ziegen-Rasse an. Die meisten werden erst im Herbst "bockig", sofern ein Bock in der nähe ist. Daher gitzlen die meisten Ziegen im Januar, Februar. Gibt aber Rassen welche keine Saison haben und ganzjährig bockig werden können. Nun, man kann das ganze natürlich steuern und den Bock erst im Winter dazugeben damit man auf Anfang Sommer junge Ziegen hätte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • nicbel 27.06.2019 15:20
    Highlight Highlight Wieder etwas über das sich die "Bürobauern" empören können.
  • Momou 27.06.2019 14:39
    Highlight Highlight Mhhh Gitzikotlette usw

    https://www.schweizer-gitzi.ch/de/rezepte.html
  • demian 27.06.2019 14:14
    Highlight Highlight Wenn ich das Bild aus dem Mastbetrieb anschaue, frage ich mich wirklich wie man so ein System mit gutem Gewissen unterstützen kann!?

    Die domestizierten Tiere sind die grossen Verlierer der Industriellen Revolution.
    • thoms1 27.06.2019 15:13
      Highlight Highlight Wo siehst du ein Bild aus dem Mastbetrieb? Ich seh' nur eines aus einem Schlachthof...

      Leider geht viel zu oft vergessen, dass für den Landwirt nur gesunde Tiere "rentabel" sind und eine grosse Mehrheit der Landwirte Freude an ihren Tieren haben...
    • DemonCore 27.06.2019 17:08
      Highlight Highlight ... der menschlichen Gier
  • Bene883 27.06.2019 14:00
    Highlight Highlight Aber hauptsache die Klimavegis haben auf jedem Hipstersalat mit Honig überbackenen Ziegenkäse...
    • RichPurnell 27.06.2019 14:16
      Highlight Highlight Ist die Dorfbeiz noch nicht auf?
      Husch ab an den Stammtisch.
    • bärnergiu 27.06.2019 15:13
      Highlight Highlight Aber hauptsache etwas behauptet.
    • Bene883 27.06.2019 18:22
      Highlight Highlight Wohl einen Nerv getroffen 😉 i esse den übrigens auch gerne, aber jedes einigermassen hippe Lokal hat ihn mittlerweile auf der Karte, zumindest in Bern
    Weitere Antworten anzeigen
  • BerriVonHut 27.06.2019 13:59
    Highlight Highlight ich würde gerne mehr Gitzi essen, aber man kann das ja auch nirgends kaufen... Baroni hätte sicher 2-3 Rezepte auf Lager ;)
    • x4253 27.06.2019 14:28
      Highlight Highlight Sprich mit dem Metzger deines Vertrauens.
    • Vegander 28.06.2019 09:13
      Highlight Highlight Tierbabys von ihren Mütter trennen, sie umbringen und dann die Muttermilch dieser artfremden Spezies trinken ist aus meiner Sicht einach abartig. Egal ob es sich um Kühe, Schafe, Ziegen, Ratten, Schweine oder Hunde handelt.
    • Vegander 28.06.2019 09:23
      Highlight Highlight Den Metzger des Vertrauens findest du im Stirnlappen deines Gehirns vorne rechts! Besuchen kannst du ihn übrigens auf Facebook, es lohnt sich!
      https://www.facebook.com/dermetzgerdesvertrauens/
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerHans 27.06.2019 13:43
    Highlight Highlight Ein Wunder dass noch keiner auf den „Gitzi-Shredder“ gekommen ist.🙈
  • caini 27.06.2019 13:33
    Highlight Highlight Wir essen unsere Gitzis selbst. Meistens machen wir Wurst oder Trockenfleisch. Übrigens, mein Umfeld ist nach anfänglicher Skepsis sehr begeistert über das leckere und "leichte" Fleisch. Denn richtig zubereitetes Gitzi "böckelet" nicht. Weiterer Vorteil, ich weiss unter welchen Bedingungen meine Tiere aufgewachsen sind und dass keine unnötige Medikamente eingesetzt wurde. Kann Gitzi zum Verzehr empfehlen.
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 27.06.2019 20:31
      Highlight Highlight Ich frage mich ohnehin wieso man dieses Fleisch kaum findet.
      Trockenfleisch oder eben Wurst aus Gitzifleisch ist mega lecker. Bisher hab ich solche Leckereien nur an der Älplerchilbi im Muotathal bekommen. Ich würde aber eigentlich gerne öfters dieses gute Fleisch genießen.
    • Vegander 28.06.2019 09:11
      Highlight Highlight Wie kann man auch Tierbabys ermorden, um die Muttermilch ihrer Mütter stehlen zu können. Sorry, dass ich das so direkt ausdrücke, aber es ist doch so.
    • caini 28.06.2019 09:43
      Highlight Highlight @Vegander
      Ich stehle keine Milch. Meine Gitzi dürfe bis zum Ende ihres Lebens bei der Mutter mitlaufen. Danach mache ich ab und zu Käse oder verfüttere den Rest an die Gitzi welche ich zur Nachzucht aufziehe. Warum halte ich Ziegen? Ich Halte eine vom aussterben bedrohte Rasse, welche mir im übrigen optisch sehr gefällt. Dadurch erhalte ich die Rasse "am leben". Wie sollte deiner Ansicht nach die seltenen Rassen den erhalten bleiben? In den Wälder aussetzen? Oder aussterben lassen? Die Ziegenzucht ist für mich ein super Ausgleich zum stressigen Berufsalltag.
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