Schweiz
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Eine 800 Tonnen schwere Passerelle wird auf der Coop Grossbaustelle in Schafisheim montiert, am Samstag, 14. Februar 2015. Die Passerelle verbindet zwei neu entstandene Coop Gebaeude miteinander. Auf der groessten Privaten Baustelle der Schweiz entsteht gegenwaertig ein neuer Gebaeudekomplex, welcher eine Verteilzentrale, ein nationales Tiefkuehllager, eine Leergutzentrale sowie die neue Coop Grossbaeckerei und Konditorei umfassen wird. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Bild: KEYSTONE

Lohndumping auf Coop-Grossbaustelle: Statt 175 krampften die Handwerker 300 Stunden pro Monat – unbezahlt

Auf der grössten privaten Baustelle der Schweiz ist ein Fall von Lohndumping bekannt geworden: Im aargauischen Schafisheim sollen Elektromonteure für die neue Coop-Verteilzentrale bis zu 300 statt nur 175 Stunden gearbeitet haben.



In Schafisheim baut Coop ein neues Verteilzentrum mit Grossbäckerei. Doch auf der grössten privaten Baustelle der Schweiz werden Angestellte ausgebeutet, wie Recherchen vom «SonntagsBlick» zeigen. Elektromonteure aus Slowenien mussten ihrem Arbeitgeber Lohnanteile in bar zurückgeben und unbezahlte Überstunden leisten. Statt den nach GAV erlaubten 175 Stunden pro Monat arbeiteten sie bis zu 300 Stunden. Sie waren bei einer slowenischen Montagefirma angestellt, die am Ende einer Kette von Subunternehmen steht.

Coop trägt als Generalunternehmer die ganze Verantwortung. Mit dem Fall konfrontiert, schreibt ein Sprecher: «Wir tolerieren keine Gesetzverstösse und haben von der betroffenen Unternehmung eine sofortige lückenlose Aufklärung und die umgehende Begleichung allfälliger Ausstände gegenüber den Mitarbeitenden verlangt.» Der Grossverteiler scheint die Übersicht auf der Megabaustelle verloren zu haben.

Bereits vor zwei Jahren sorgte ein Lohndumpingfall bei Eisenlegern für Schlagzeilen. Eigentlich sollte eine Drittfirma, die von Coop engagiert wurde, die Einhaltung des Entsendegesetzes sicherstellen. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • iNDone 25.10.2015 14:52
    Highlight Highlight Die Leute welche die Preise drücken müssen zur Verantwortung gezogen werden. Dieses unsägliche sub- sub- subunternemens gemauschel muss gestoppt werden. Guter Lohn für gute Arbeit ist die einzige Lösung.
    64 1 Melden
    • EvilBetty 25.10.2015 15:44
      Highlight Highlight Das wäre dann Coop.
      19 1 Melden
    • manhunt 25.10.2015 16:21
      Highlight Highlight ich bin selber in der elektrobranche tätig. leider sind es die elektrounternehmen selbst, welche die preise drücken, indem sie aufträge "kaufen". so haben sich die preise systematisch nach unten entwickelt. es gibt vor allem bei den grossen playern immer jemanden der bereit ist mit dem preis "unten reinzugehen" um den den auftrag zu erhalten. in solchen fällen wird schon im voraus defizit budgetiert. um dieses jedoch nicht noch zu überschreiten, wird mit subunternehmern gearbeitet. soviel zur freien marktwirtschaft.
      22 0 Melden
  • stadtzuercher 25.10.2015 13:37
    Highlight Highlight ich schätze, mit der neuen wirtschaftsfreundlichen mehrheit im schweizerischen parlament werden wir in den nächsten monaten noch viel mehr solcher berichte lesen können.
    70 14 Melden
    • Silas89 25.10.2015 14:37
      Highlight Highlight Da frage ich mich aber doch, ob es nicht vielleicht sogar weniger darüber zu lesen geben wird. Lohndumping scheint ja nicht mehr zu interessieren.

      @thotha Ich kenne sogar Fälle, wo in der ganzen Outsourcing-Kette ein Teil dann wieder zurück an den Auftraggeber outgesourct wird.
      13 1 Melden
    • kliby 25.10.2015 14:40
      Highlight Highlight Weshalb stellen sich SVP und FDP gegen Solidarhaftung der Unternehmer für ihre Subunternehmer? Damit solche Fälle nicht geahndet werden können, und die Schweizer Auftraggeber mit Dumpinglöhnen abzocken können?
      43 2 Melden
    • Amboss 25.10.2015 21:03
      Highlight Highlight @stadtzürcher: Gesetze und Vorschriften helfen da gar nichts.
      Das hängt von der Einstellung der Bauherrschaft ab
      Bei einem Grossen Bauherren wie Coop einer ist, ist genügend Know-how vorhanden, wie man das unterbinden kann. Coop kann seine Unternehmer frei auswählen, Subunternehmer verbieten, Strafen bei Missachtung festlegen, etc... So man will...
      8 3 Melden
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