Schweiz
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Valentin Vogt, Praesident Schweizerischer Arbeitgeberverband, referiert anlaesslich einer Presskonferenz zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative, am Donnerstag, 8. Januar 2015, in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Valentin Vogt sieht beim Thema ältere Arbeitnehmer keinen akuten Handlungsbedarf. Bild: KEYSTONE

Interview

«Wer mit 55 entlassen wird, dem hilft es wenig, wenn er vom RAV in Kurse geschickt wird»

Arbeitslosigkeit im Alter ist ein emotionales Thema. Für Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt aber ist die Schweiz in diesem Bereich gut aufgestellt. Wer betroffen sei, brauche in erster Linie Betreuung.



Zu Auftakt der Wintersession 2015 haben ältere Arbeitslose vor dem Bundeshaus demonstriert, weil sie sich wie Müll behandelt fühlen. Was können Sie diesen Leuten sagen?
Valentin Vogt:
Ich kenne solche Menschen und betreue einige von ihnen. Wer mit 55 entlassen wird, dem hilft es wenig, wenn er oder sie vom RAV in Kurse geschickt wird. Die Leute brauchen Betreuung. Aber es sind Einzelschicksale, es handelt sich nicht um ein Massenphänomen. Wer vor 15 Jahren im Alter arbeitslos wurde, nahm es mehr oder weniger als Schicksalsschlag hin. Man konnte allenfalls einen Leserbrief schreiben. Heute können sie es mit drei Klicks zum nationalen Thema machen.

Demo des Vereins «50plus» in Bern. Video: keystone

Es mag kein Massenphänomen sein, aber es ist ein sehr emotionales Thema.
Jeder kennt jemanden, der davon betroffen ist. Das ist auch eine Folge der heutigen Kommunikationsmittel. Ich betreue wie gesagt etwa fünf Leute, die Schwierigkeiten haben, wieder eine Stelle zu finden. Häufig gehen sie die Sache nicht optimal an. 70 Prozent aller offenen Stellen werden gar nie ausgeschrieben. Man muss sein Netzwerk benutzen und vor allem mit seiner Vergangenheit abgeschlossen haben.

Arbeitslosigkeit im Alter

Wer mit über 50 – oder noch jünger – den Job verliert, hat häufig Mühe, eine neue Stelle zu finden. Arbeitslosigkeit im Alter ist ein heisses Eisen, ist damit doch die Angst vor Wohlstandsverlust verbunden. Tatsächlich nimmt die Sozialhilfequote bei älteren Menschen zu. Der Arbeitgeberverband allerdings erkennt in der Schweiz kein akutes Problem. Die Erwerbstätigkeit älterer Menschen sei im Vergleich sehr hoch, sagte Verbandspräsident Valentin Vogt an einer Medienkonferenz zum Thema «Ungenutzte Potenziale auf dem Arbeitsmarkt». Massnahmen wie einen Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmer lehnt der Verband ab. Nächste Woche findet auf Einladung von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann zum zweiten Mal die nationale Konferenz «Ältere Arbeitnehmende» statt.

Was verstehen Sie darunter?
Ich kenne Fälle von älteren Arbeitslosen, die einem möglichen neuen Arbeitgeber erst einmal erzählt haben, was alles schief gelaufen ist. Das interessiert den Arbeitgeber überhaupt nicht. Er will sich kein neues Problem einhandeln, sondern jemanden anstellen, der ihm bei der Bewältigung der täglichen Herausforderungen hilft. Solche Leute brauchen Betreuung, viele haben sich 30 Jahre lang nie mehr bewerben müssen. Man muss sie besser unterstützen.

«Wir müssen uns von der Idee verabschieden, dass wir bis 65 mit Vollgas unterwegs sind, und danach geschieht nichts mehr.»

Viele ältere Menschen sind nicht direkt von Jobverlust bedroht, aber sie fürchten sich davor.
Im CS­-Sorgenbarometer liegt das Thema Arbeitslosigkeit ganz oben. Aber wir klagen auf hohem Niveau. In Ländern wie Frankreich, in denen die Arbeitslosigkeit um einiges höher ist, machen sich die Leute zu diesem Thema viel weniger Sorgen.

Vor rund zehn Jahren hiess es, die Wirtschaft brauche die älteren Arbeitnehmer unbedingt. Dann kam die volle Personenfreizügigkeit. Was sagen Sie zum Vorwurf, die Unternehmen würden seither lieber jüngere Leute aus der EU rekrutieren?
Die werden in anderen Berufen eingesetzt als jenen, in denen die älteren Einheimischen tätig sind. Das ist zumindest meine persönliche Meinung. In meinem Unternehmen kann man einen Polen ohne Berufslehre nicht einfach an einem Bohrwerk einsetzen.

In den Köpfen vieler Arbeitgeber hält sich aber hartnäckig das Vorurteil, ältere Arbeitnehmer seien weniger flexibel.
Wer heute ihr Potenzial erkennt, ist der Sieger von morgen, und zwar aufgrund des verschärften Wettbewerbs. Aus demographischen Gründen scheiden jährlich 5000 Personen mehr aus dem Arbeitsmarkt aus, als neu hinzukommen. In zehn Jahren sind das 50'000 Leute. Bei den Lehrlingen lief es ähnlich. In unserer Firma wurde der erste Lehrvertrag 1896 unterschrieben. Davon profitieren wir noch heute, wir können unsere Lehrlinge auswählen. Wer vorausschaut, ist der Sieger von morgen. Wer von der Hand in den Mund lebt, wird den Winter nicht überleben.

«Wir brauchen nicht mehr Teilzeitjobs, es muss uns gelingen, die Pensen zu erhöhen.»

Sie postulieren Bogenkarrieren mit abnehmender Verantwortung und entsprechend sinkendem Lohn mit zunehmendem Alter als Mittel gegen Jobverluste.
Wir müssen uns von der Idee verabschieden, dass wir bis 65 mit Vollgas unterwegs sind, und danach geschieht nichts mehr. Wir haben Mitarbeiter, die mit zunehmendem Alter ihr Pensum reduzieren wollen. Gleichzeitig erhalten alle, die in Rente gehen, einen Pensioniertenvertrag. Sie haben die Möglichkeit, bei Bedarf weiter zu arbeiten, ohne dazu verpflichtet zu sein. Das funktioniert hervorragend. Wir können auf diese Weise 80 Prozent aller Temporärstellen besetzen.

ZU DEN FORDERUNGEN DES GEWERKSCHAFTSBUNDES SGB NACH BESSEREM KUENDIGUNGSSCHUTZ FUER AELTERE ARBEITNEHMER STELLEN WIR IHNEN AM DONNERSTAG, 16. APRIL 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG -  A worker works on a saw in the Stahltechnik (steel technology) division at Pestalozzi + Co AG in Dietikon in the canton of Zurich, Switzerland, pictured on April 9, 2013(KEYSTONE/Christian Beutler)

Ein Angestllter arbeitet an einer Saege in der Stahltechnik bei Pestalozzi in Dietikon am 9. April 2013. Die Pestalozzi + Co AG ist ein Handelsunternehmen in den Bereichen Stahltechnik, Haustechnik und Gebaeudehuelle. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Ältere Menschen haben bei Jobverlust häufig Mühe, eine neue Stelle zu finden.
Bild: KEYSTONE

Braucht es mehr derartige Beispiele, die die Wertschätzung älterer Arbeitnehmer zeigen?
Wir haben sie gesammelt, von kleinen Firmen mit fünf Leuten bis zu Migros und Novartis, die eigene Modelle haben. Damit wollen wir andere sensibilisieren. Wir stellen auch Ansprechpartner zur Verfügung, die man direkt kontaktieren kann, um sich zu informieren. So funktioniert die Schweiz, von unten nach oben. Umgekehrt braucht es auch Massnahmen, aber man muss sie auf das Minimum beschränken.

Valentin Vogt

Der 55-jährige Betriebswirtschafter ist seit 2011 Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands. Er ist VR-Präsident und Miteigentümer des Maschinenbauunternehmens Burckhardt Compression in Winterthur.

Ein weiteres Thema ist die Erwerbstätigkeit der Frauen. Überspitzt gesagt arbeiten fast alle Frauen Teilzeit, während fast alle Männer Vollzeit tätig sind. Was unternehmen Sie in diesem Bereich?
Wir sind mit den Niederlanden in Europa an der Spitze bei Teilzeitangeboten, aber zwei Drittel aller Stellen entfallen auf die Frauen. Wir brauchen nicht mehr Teilzeitjobs, es muss uns gelingen, die Pensen zu erhöhen. Das braucht aber auch die Mitarbeitenden. Ich habe erst letzte Woche bei uns eine Ingenieurin zu überzeugen versucht, ihr Pensum von 40 auf 60 Prozent zu erhöhen. Sie sagte mir, für sie stimme es so. Jetzt versucht sie es trotzdem, nachdem ich ihr versichert habe, sie könne jederzeit wieder reduzieren. Das ist auch ein Wohlstandsthema. Wir müssen das Optimum finden, das für Frauen und Männer am besten passt. Dies bedingt auch eine gewisse Flexibilität von Seiten der Männer.

Und ein Umdenken in den Chefetagen. Häufig können Männer ihr Vollzeitpensum nicht reduzieren, auch wenn sie das wollen.
In meiner Firma lassen wir eine Reduktion auf 80 Prozent zu, aber ich frage jedes Mal, wie das mit den restlichen 20 Prozent geregelt werden soll.

Bei der Kinderbetreuung gilt Skandinavien als Vorbild. Dazu haben Sie nichts gesagt.
Das ist eine andere, durchsozialisierte Welt. Wir sind eine kleine, offene Volkswirtschaft und anders gestrickt.

Man kann trotzdem einiges von den Nordländern abschauen, etwa Krippen, die nicht schon um 18 Uhr zumachen.
Krippen gibt es genug, zumindest in der Stadt Zürich. Das grösste Potenzial liegt bei uns in den Tagesstrukturen an den Schulen. Das ist aber eine staatliche Aufgabe. Wir können das bezahlen. Wenn die Eltern mehr arbeiten, verdienen sie auch mehr und zahlen entsprechend mehr Steuern.

Umfrage

Braucht es Massnahmen zum Schutz von älteren Arbeitnehmern?

  • Abstimmen

803

  • Ja, Jobverlust im Alter ist ein grosses Problem.85%
  • Nein, das Thema wird aufgebauscht.15%

Von MEI-Ja zu Ecopop-Nein

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101Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Thinkdeeper 18.04.2016 22:28
    Highlight Highlight Recruiter und Vermittler aus dem Ausland , Ich AG‘s und „Freelancer„ überschwemmen den Schweizer Markt mit billigen Arbeitskräften. Viele nutzen dieses um Kosten zu optimieren und sich der „Alte, Kranken und Kritiker“ zu entledigen. Gesucht werden dynamisch eierlegende Wollmilchsäue.
    Wenn zwei Einkommen notwendig sind, muss das Thema Kinderbetreuung, Tagesschulen, Krippen gelöst werden. Ein Pensum von 100% entspricht in vielen KMU‘ s realen 120% mehr. Wer aufmuckt kann gehen. Eine Verteilung auf mehr Köpfe durch 80% Pensum (Arbeitszeitreduktion) ist offensichtlich möglich und sinnvoll.
  • Thinkdeeper 18.04.2016 22:19
    Highlight Highlight Mit der Vergangenheit abschließen ist richtig. Viele Entlassungen sind mit absichtlichen bewusster oder unbewusster Demütigungen verbunden. Die Arbeitgeber tragen Verantwortung. Mobbing und Intrigen sowie mangelhafte Führung, Ausbildung/Fürsorge, fehlende Wertschätzung/Anerkennung erzeugen Kränkungen und Burn-Out. Unsere Kliniken sind voll mit solchen Patienten.

    In der Schweiz sind die Identifikation, die gesellschaftliche Akzeptanz und der Selbstwert sehr eng mit der Erwerbsarbeit verbunden und die Arbeit hat einen (zu?) hohen sozialen Stellenwert.
  • Thinkdeeper 18.04.2016 22:14
    Highlight Highlight Meine Meinung zum Interview mit Valentin Vogt.

    Jeder Erwerbslose ist einer zu viel und Erwerbslosigkeit muss nicht als "Schicksal" akzeptiert werden. Erwerbslose brauchen individuelle Betreuung, Arbeitsvermittlung und keine Verwaltung des Elends, frustrierenden Bewerbungszwang und standardisierte Absagen. Fehlende Fachqualifizierung und Ausbildungen müssen vorfinanziert werden. RAV’s sollten die 70% Stellen welche nie ausgeschrieben werden bedienen.
    Nicht jeder verfügt über beruflich tragfähige Netzwerke. Diese funktioniert meist nur wenn man angepasst ist und im Filz mitmacht.
  • Thinkdeeper 18.04.2016 17:55
    Highlight Highlight Grundsätzlich ist es einfach so, dass Automatisierung, Technisierung und Digitalisierung viele Arbeitsplätze zum verschwinden bringt.
    Alles muss immer günstiger werden und Kosten gespart werden. Kostensenkungen werden an den Kunden weitergeben und es muss mehr Verkauft werden um das gleiche zu verdienen.
    Der Mensch muss heute der neuen Elite "Wirtschaft" dienen und die "Wirtschaft" nicht mehr dem Menschen. Gewinne sind Privat bei der Wirtschaft und Kollateralschäden gehen zu Lasten des Staats. Der Bürger will ich alles immer billiger haben und unterstützt diese Abwärtsspirale.
  • seventhinkingsteps 14.04.2016 00:12
    Highlight Highlight "Das ist eine andere, durchsozialisierte Welt. Wir sind eine kleine, offene Volkswirtschaft und anders gestrickt."

  • bangawow 13.04.2016 23:20
    Highlight Highlight Er redet wie ein Arbeitgeber. Einer, der sich nie Gedanken machen muss, wie es für ihn aussehen wird. Ich glaube, wir sollten von der Wirtschaft nicht zuviel erwarten, Menschen sind Nummern und jederzeit ersetzbar. Leider.
    • Thinkdeeper 18.04.2016 21:26
      Highlight Highlight Richtig.. Das Problem ist, dass diese Leute bei allem Engagement und Gutem Willen sich nicht in die Lage hineinversetzen können, und sich noch nie Gedanken machen mussten wie Sie Ihre Familie die nächsten Monate über die Runden bringen können.
      Wir sind bald wieder bei "gebt dem Volk doch Kuchen".
      Marie Antoinette hatte in Ihrer eingeschränkten Welt die Probleme auch nicht begriffen.
  • SAVE 50Plus Schweiz 13.04.2016 21:43
    Highlight Highlight
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  • koks 13.04.2016 19:00
    Highlight Highlight wer svp, fdp und cvp wählt, will doch explizit, dass die politik keine 'wirtschaftsschädigenden' massnahmen einführt. und wer sp wählt, der will höchstens, dass wir uns massnahmen für familien mit kinder etwas kosten lassen. der rest der ü50 hat schlicht keine lobby. so einfach wie das.
    • SAVE 50Plus Schweiz 13.04.2016 21:26
      Highlight Highlight Die Lobby heisst SAVE 50Plus Schweiz!
  • dracului 13.04.2016 18:48
    Highlight Highlight Ich finde es entwürdigend für ein Land, wenn es immer weniger Platz gibt für die Ü50 im Arbeitsmarkt gibt, während das Parlament über eine Erhöhung vom Rentenalter diskutiert und die Manager einen Fachkräftemangel ausrufen. Gerade Ü50 haben ihr ganzes Leben gearbeitet und würden es auch bis zur Pensionurung weiter tun. Für viele ist es ein Graus mit der Aussicht leben zu müssen, dass man Sozialhilfe/RAV in Anspruch nehmen muss. Wann kommt endlich der Inländervorzug und wann machen wir was gegen die laufenden Verlagerungen von Jobs ins Ausland?
    • whatthepuck 13.04.2016 23:01
      Highlight Highlight Inländervorzug könnte ein Ansatz sein, aber: Statt die Schuld wieder auf die Ausländer zu schieben, muss man mal die ach so lieben, guten Schweizer Unternehmen anklagen! Die sind es doch, welche ihre eigenen Landsleute ab einem gewissen Alter knallhart auf die Strasse stellen. Diese Firmen sind allesamt asozial.
    • andersen 14.04.2016 07:08
      Highlight Highlight Dann fangen sie erst bei sich selber an, eben die, die das Inländervorzug fordert und predigt.


      Ein Beispiel aus Dänemark:

      Viele Firmen stellen Menschen über 50 Jahre ein, aber die Ü50 sind auch nicht gegen ein Wirtschaftliche Wachstum. http://ü
    • Thinkdeeper 18.04.2016 20:57
      Highlight Highlight @ Andersen
      Niemand ist gegen Wirtschaftliches Wachstum. In einem gesättigten Markt wird Wachstum erst wieder enstehen, wenn Preise und Teuerung steigen. Die Wirtschaftliche Gleichung stetig sinkende Preise und Löhne, immer weniger Arbeitsplätze und Milliarden angelegt zu negative Zinsen und in Offshore Anlagen geht mit wirtschaftlichem Real Wachstum nicht auf.
      Negative Teuerung und sinkende Preise ergibt kein Wachstum sonder erfordert Kompensation durch Volumenverkauf. Niemand nennt es beim Namen, aber wir sind derzeit in einer Deflation und die Auswirkung ist exponentiell.
  • walsi 13.04.2016 18:01
    Highlight Highlight Nun ja, wenn ein Arbeitgeber für die Lohnkosten von zwei 55 jährigen drei 22 jährige einstellen kann. Ist die Entscheidung in vielen Unternehmen rasch getroffen. Natürlich haben die 55 Jährigen mehr Erfahrung, aber ist die wirklich so viel mehr wert? Es mag Branchen geben wo das so ist, aber in manchen Branchen ist das nicht so und dann heisst es zu den älteren nur noch: Und tschüssss!
    • Digital Swiss 13.04.2016 19:43
      Highlight Highlight #flachbildschirmrückseitenberatung
    • sowhat 13.04.2016 20:19
      Highlight Highlight Erfahrung ist nicht mehr gefragt, sie ist hinderlich. Derzeit ist der Wandel so rasant, dass Offenheit für Neues mehr gilt.
    • Digital Swiss 13.04.2016 23:26
      Highlight Highlight Es gibt eine These wonach alle Berufe, welche sich auf das Ausfüllen und Ablesen von hochstandardisierten Bildschirmmasken beschränken, sehr schnell überflüssig werden. Das betrifft vor allem das Versicherungs und Bankenwesen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Remo Wyss 13.04.2016 15:43
    Highlight Highlight Einfach nur abgehoben, der Herr Vogt! "In meiner Firma bla bla bla".... Die ist nicht repräsentativ. Wenn mir verschiedenen Headhunter unabhängig voneinander mitteilen, dass in der IT die Altersgrenze bei 38 (!) liegt, dann ist mir klar, wieso die Wirtschaft über Fachkräftemangel jammert. Die Headhunter sind nähre am Markt als der Herr Vogt. Die Firmen wollen 20-Jährige, welche über mehrjährige Erfahrung verfügen und für einen Lehrlingslohn arbeiten. Punkt.
    • Fabio74 13.04.2016 16:16
      Highlight Highlight Aber auch die Headhunter sind nicht repräsentativ. Auch sie sehen nur einen kleinen Teil
    • auoji 13.04.2016 17:25
      Highlight Highlight Fachkräftemangel ist ein Märchen - besonders im IT Bereich. Tunnelblick wäre richtig-> nur geeignete Kandidaten (35-42, nur ETH Abgänger, etc,)
  • Wolfsblut 13.04.2016 14:58
    Highlight Highlight Einzelfälle?!?! Diese Aussage ist einfach nur zynisch. Über 24 Prozent hat die Anzahl Stellensuchender in dieser Alterskategorie innerhalb der letzten vier Jahre zugenommen. Davon wird der grösste Teil Jahr für Jahr ausgesteuert und von keiner Statistik mehr erfasst. Das Heer von Babyboomern, das arbeiten will, aber nicht mehr darf – wird unverschuldet die Sozialkosten belasten, an denen sich die Unternehmen immer weniger beteiligen.
  • na ja 13.04.2016 14:49
    Highlight Highlight RAV-Kurs... man stelle sich vor... 8 Wochen lang... Bewerbungen schreiben und im Internet/Zeitungen nach Stellen suchen... da sind die Gespräche mit den Betreuern sehhhr abwechslungsreich. Das tollste am Kurs ist... die Pausen und der "Feierabend"! Und zu Hause hätte man noch viel Arbeit!
    Ich beneide niemand, der dies auch mitmachen muss. Obwohl.. ich hab dann eine geeignete Teilzeitstelle gefunden, aber dies hätte ich auch ohne oede 8 Wochen! Aber die Kursteilnehmer ü50 hatten z.T. mehr Mühe als ich (ü45). Hoffe nun, dass ich mit ü50 nochmals was suchen muss!
  • meliert 13.04.2016 14:33
    Highlight Highlight Ich bin 60, arbeite nur noch 4 Tage/Woche in einer gehobenen Position ohne Führungsverpflichtung (freiwillig). Wichtig ist, dass man keine Angst zeigt und selbstsicher ist. Klar wenn man im diesen Alter die Stelle verliert ist es nicht einfach etwas passendes zu finden, übrigens auch für die Jungen nicht! Positiv denken ind nach vorne schauen und nicht über negatives nachdenken!
  • Linus Luchs 13.04.2016 14:26
    Highlight Highlight Es ist bitter: Der Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes lässt in der eigenen Firma Männer nicht weniger als 80 Prozent arbeiten, während den Frauen Teilzeitstellen mit kleineren Pensen zugestanden werden. Die traditionelle Rollenverteilung als Anstellungsrichtlinie. Ein Elternpaar, das die Kinderbetreuung aufteilen und je 60 oder 70 Prozent arbeiten möchte, hat beim Herrn Arbeitgeberpräsidenten gar keine Chance. Es gibt leider immer noch so furchtbar viele Patriarchen an Schlüsselpositionen, die den Weg zu einer modernen, gleichberechtigten Gesellschaft blockieren.
    • FrancoL 13.04.2016 16:44
      Highlight Highlight Linus Luchs ich bin mir nicht sicher ob es an den (vielen) Patriarchen liegt dass keine moderne, gleichberechtigte Gesellschaft entsteht. Ich würde da das Profitstreben als grösserer Hemmschuh betrachten. Eine soziale (nicht sozialistische) Marktwirtschaft würde eher neue und zukunftsträchtige Modelle ermöglichen.
      Was mir in den letzten 20-25 Jahren aufgefallen ist, ist die Tatsache dass auch bei stark verjüngten Kaderpositionen die Mechanismen und Forderungen die gleichen geblieben sind. Es scheint fast so dass das Erlangen einer Position zum umswitchen der Gedankengänge führt, fast immer.
    • auoji 13.04.2016 17:26
      Highlight Highlight Er ist Out of Time- jemand von uns kann locker seine Stelle übernehmen
    • Linus Luchs 13.04.2016 17:48
      Highlight Highlight FrancoL, Ihrer Beobachtung muss ich beipflichten. Fragt sich: Woher wird diese Haltung, welche den Menschen dem Profit unterordnet, unentwegt gezüchtet? Zu dieser Frage geht mir eine Abkürzung durch den Kopf: HSG. Die jungen Leute, die diese angebliche Kaderschmiede verlassen, ticken praktisch alle nach den gleichen neoliberalen Überzeugungen.
      Und jetzt ein kleiner Themensprung: Diese Denkweise ist in unserer Gesellschaft inzwischen so mächtig, dass der Finanzminister öffentlich Verständnis für Steuerflucht mittels Offshore-Konten aufbringen kann, ohne dass sein Rücktritt zum Thema wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Angelo C. 13.04.2016 14:24
    Highlight Highlight Man kann diese salbungsvollen Allgemeinplätze eines Arbeitgeberpräsidenten und all die anderen Augenwischereien schon gar nicht mehr hören 😏 !

    Da wird stets gelobt, diese mehrheitlich erfahrenen älteren Arbeitskräfte "wertzuschätzen" und künftig vermehrt beizubehalten.

    Bis jetzt fast alles nur leeres Geschwätz, dies zumindest solange, wie nur zu gerne jüngere und billigere
    Arbeitswillige aus dem Ausland rekrutiert werden.

    Wenn man dann noch die Fantasterei über ein generelles Rentenalter 70 liest, kann man nur noch staunen 🤔!

    Zum Glück habe ich dieses Alter längst überwunden!
    • Digital Swiss 13.04.2016 14:34
      Highlight Highlight Hei Angelo, die jungen Arbeitskräfte, welche die älteren Kollegen verdrängen, kommen zum grössten Teil nicht aus dem Ausland. Es ist der eigene Nachwuchs der nachrückt. 🙀
    • FrancoL 13.04.2016 14:47
      Highlight Highlight @Angelo; Meines Wissens und aus meiner Erfahrung trifft die Aussage von Digital Swiss in 2 von 3 Branchen zu!
      Junge Innländer verdrängen ältere In- und Ausländer.
      In meiner näheren Umgebung und Arbeitswelt (etwa 50 MUs) wurden in den letzten 10 Jahren mind. 3 Dutzend ältere Arbeitskräfte wegrationalisiert und entlassen. Die Entlassenen wurden von Inländer ersetzt, teilweise nicht einmal viel jünger!!!! aber kostengünstiger. Ein Teil dieser meist gut qualifizierten Entlassenen versuchen es nun über eine (Schein)Selbständigkeit, weil sie sonst kaum eine Stelle finden. Das ist eine Realität.
    • Angelo C. 13.04.2016 15:25
      Highlight Highlight Digital Swiss :

      Mag teilweise gewiss so sein, aber wohl kaum "zum grössten Teil", zumal diese ausländisch rekrutierten Arbeitnehmer in jedem Fall in einem tieferen Lohnsegment eingestellt werden. Weiss ich bereits aus meiner früheren Erfahrung als Generalagent eines grossen int. Unternehmens.

      FrancoL : Wie du richtig schreibst "in 2-3 Branchen", was aber weder sonderlich repräsentativ ist, noch die gesamte Arbeitswelt getreulich widerspiegelt.

      Unter dem Strich gehe ich jednfalls nicht davon aus, dass sich das in naher Zukunft urplötzlich oder ganz magistral ändern dürfte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Töfflifahrer 13.04.2016 14:05
    Highlight Highlight Na ja, bei weitenmal lesen kam in mir noch die Ergebnis auf, dass es gar kein Problem geben darf, denn wie will man sonst bei all den gut ausgebildeten und erfahrenen ü50 noch einen imaginären Fachkräftemangel proklamieren?
    Ach Herr Vogt, nur weil man etwas immer wieder gebetsmühlenartig wiederkäut, muss es nicht stimmen!
  • Töfflifahrer 13.04.2016 13:53
    Highlight Highlight Der Arbeitgeberpräsi soll doch ehrlich sein und nicht alles möglich herbeiziehen. Fakt ist, dass ü50 (bereits auch ü45) ganz einfach zu teuer sind mit den Abgaben an 2. Säule etc.

    Ein anderes Problem ist, dass jüngere erst rennen und danach nachdenken (wenn überhaupt), ü50 haben das hinter sich. Die denken zuerst und rennen dann und zwar in die richtige Richtung. Das sieht dann eben nicht sehr "Agil" aus, vermeidet aber bereits begangene Fehler und ist oft noch schneller.

    Wir haben erfahrene, gut ausgebildete und motivierte ü50. Die brauchen keine Betreuung, die brauchen endlich Chancen!
  • INVKR 13.04.2016 13:50
    Highlight Highlight "70 Prozent aller offenen Stellen werden gar nie ausgeschrieben. Man muss sein Netzwerk benutzen und vor allem mit seiner Vergangenheit abgeschlossen haben."

    Finde es etwas bedenklich, wie hier eine Form der Vetternwirtschaft verharmlost wird.
    • Zeit_Genosse 13.04.2016 14:08
      Highlight Highlight @Danyboy
      Gerade jüngere sollten sich im Networking auskennen. Man kann auch die Social-Media-Kanäle benutzen und mit interessanten Gesprächspartnern zusammenkommen. Netzwerke(n) heisst, Menschen kennenlernen die einem weiterhelfen, Unterstützung anbieten können oder ihr Netzwerk zur Verfügung stellen können. Das sollte man auch in guten Zeiten machen und damit ein breites und tragfähiges Netz aufbauen. Hat nichts mit Vitamin B (gegenseitige Abhängigkeit) zu tun.
    • mrgoku 13.04.2016 16:28
      Highlight Highlight 70% vielleicht weil auch immer mehr Unternehmen intern nach Lösungen suchen bevor extern gesucht wird...
    • sowhat 13.04.2016 20:33
      Highlight Highlight Ich find ja schon die Formulierung in einem einzigen Satz nett. Einerseits Netztwerk nutzen undandererseits mit der Vergangenheit abschliessen. Schliesst sich irgendwie aus.....
    Weitere Antworten anzeigen
  • pamayer 13.04.2016 13:44
    Highlight Highlight dass ü50 zugunsten eingearbeiteter Praktikantinnen entlassen werden ist einfach der usus um bei den gehältern zu sparen. just so simpke. papa staat guckt schon für die zu teuren.

    und: als junger hsg schnüüfel möcht ich ja nicht einen erfahrenen Prokuristen im Büro haben, der über 100x mehr Erfahrung verfügt als ich, ich aber dessen vorgesetzter bin. also tschüssssssssss
  • 's all good, man! 13.04.2016 13:37
    Highlight Highlight Kein Wunder haben in der Schweiz alle Angst vor der Arbeitslosigkeit, wenn man als Arbeitsloser hierzulande als kompletter Versager gilt, sollte dieser Fall mal eintreten.
    • Zeit_Genosse 13.04.2016 13:54
      Highlight Highlight Wenn wir den Terminus von Arbeitsloser auf Stellensuchender ändern, wird das Thema aktiver. Es geht ja nicht um Opfer, sondern um einen momentanen Status, den es dank der ALV/RAV gut zu überbrücken gilt. Wir werden im Arbeitsmarkt zunehmend mit Arbeitsunterbrechungen leben müssen und die sollen gesellschaftlich als normal angesehen werden. Leider sind wir noch nicht ganz soweit und haben auch hier noch Potenzial.
    • seventhinkingsteps 13.04.2016 23:55
      Highlight Highlight Jap, die Stigmatisierung von Arbeitslosigkeit ist gefühlt extrem hoch in der Schweiz, anfänglich zumindest. Kennt man Leute besser, erwähnen sie auf einmal selbst, dass sie direkt oder indirekt betroffen sind. Dann regt man sich zusammen auf, dass es so verschwiegen wird. Ziemlich paradox. Wird man dann noch depressiv als Langzeitfolge der Arbeitssuche, darf man gar nicht mehr drüben reden, über so was spricht man ja nicht. Manchmal kotzt mich dieses Land an.
  • Smii91 13.04.2016 13:34
    Highlight Highlight Sorry aber habe scho viel von diesen RAV Kursen gehört von Bekannten und Kollegen... absoluter Blödsinn was das einem gezeigt wird.
    • Töfflifahrer 13.04.2016 13:56
      Highlight Highlight Na ja, die kochen eben auch nur mit Wasser.
      Absurd wird es dann aber, wenn z. B. ein Informatiker in einen Office-Kurs gesetzt wird. Das ist einem Kollegen von mir (56 Jahre) passiert. Er hat den Kursteilnehmern dann auch noch gezeigt wie man mit Makros in Word und Excel arbeitet und was man damit machen kann. Der Kursleiter hat brav mitgemacht!
    • Zeit_Genosse 13.04.2016 14:15
      Highlight Highlight Da kommt vom Hören sagen viel zusammen, ist aber nicht durch Eigenerfahrungen belegt.

      Die Bewerbungsstrategiekurse besuchen auch höhere Kader und sind anfänglich sehr skeptisch. Die Feedbacks sind gut.

      Und ja, es gibt groteske Einzelfälle, die man vom hören sagen kennt und die frustrierte Teilnehmende kolportieren.

      Aber eigentlich ist es ein Hilfestellung und Unterstützung für Stellensuchende.
    • sowhat 13.04.2016 20:40
      Highlight Highlight Seien wir doch ehrlich, schon alleine dass man sich mit anderen in der gleichen Situation trifft, tut gut. Es gibt immer Nörgler darunter und es gibt zum Glück auch solche, die einen guten Erfahrungsaustausch zu schätzen und zu nutzen wissen und daraus Energie schöpfen etwas anders zu tun als vor dem Kurs. Wer immer denkt er ist der Einzige, der weiss wies geht, muss sich auch nicht wundern wenn ihn niemand mehr anstellt.
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  • Zeit_Genosse 13.04.2016 13:33
    Highlight Highlight
    Schaut man in den Seco-Bericht (8.4.2016) Seite 17 (auch Seite 5), sieht man, dass bei den Alterskategorien 50-54 und 55-59, die Arbeitslosigkeit um über 10% zum Vorjahr gestiegen ist. Diese Alterskategorie ist im Verhältnis übermässig gewachsen (das noch ohne Aussteuerungen). Die Entwicklung zu den Vormonaten 2016 sind saisonale Entspannungen.

    https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/Arbeitslosenversicherung/arbeitslosenzahlen.html

    Es ist kein Massenphänomen, jedoch eindeutig ein Problem, das man nicht schönreden kann.

    Irgendwie will sich niemand für dieses Problem nass machen.
    • Tsunami90 13.04.2016 17:57
      Highlight Highlight Die SP machts sich bald ein jahr lang stark für das thema....
  • Statler 13.04.2016 13:14
    Highlight Highlight ... oder man könnte ganz einfach mal bei den Sozialleistungen ansetzen, die ab 50 förmlich explodieren (für Arbeitgeber und -nehmer). DAS ist nämlich der Hauptgrund, warum man ab 50 fast keinen Job mehr kriegt, weil man für die Firma schlicht zu teuer wird. Wäre diese Last gleichmässiger verteilt und die Kosten ab 50 nicht so exorbitant, wären die Firmen wohl auch eher bereit 50+ einzustellen.
    • Theor 13.04.2016 13:30
      Highlight Highlight stimmt. Aber davon wird im Interview leider kein Wort erwähnt.
    • Zeit_Genosse 13.04.2016 13:45
      Highlight Highlight Die ü50 müssen sich im Arbeitsmarkt günstiger machen, sofern sie bisher über höhere Löhne hatten. Im Markt muss man auch den Preis als Instrument für die Arbeitsmarktfähigkeit flexibel einsetzen. Damit entgeht man dem Problem zu teuer zu sein, wenn man das bei der Stellensuche adressiert und die Arbeitgeber das Gesamtpaket beurteilen. Gilt jedoch nur für die, die Spielraum haben. ü50 ist eine äusserst interessante Arbeitnehmergruppe, die junge HRler und Linienvorgesetzte entdecken müssen. Die Verjüngung zieht mehr jüngere als ältere an. Das muss durchbrochen werden.
    • Töfflifahrer 13.04.2016 14:00
      Highlight Highlight Genau, als 1985 darauf hingewiesen wurde, dass diese umgekehrte Kostenpyramide später mal ein Problem darstellen könnte, wurde man als Schlechtreder und Negativseher abgestempelt.
      Ist mir passiert.
      Die einzigen die damals reagierten ,war der Gastroverband, der für alle den gleichen Ansatz festlegte. Wie es heute ist weiss ich nicht.
  • biosignalinator 13.04.2016 13:14
    Highlight Highlight Die obligatorischen Kurse und Beschäftigungsprogramme sind meist für die Betroffenen sinnlos. Wahrscheinlich profitiert jemand gewaltig daran. Meine frage ist, werden die Arbeitslose die an einem Kurs bzw. Beschäftigungsprogramm teilnehmen in der Arbeitslosenstatistik aufgeführt oder fallen die raus?
    • Zeit_Genosse 13.04.2016 14:00
      Highlight Highlight Die Stellensuchenden, die auf einem RAV angemeldet sind, können von Kursen in Absprache mit den RAV-Personalberatern profitieren. Diese Kurskosten werden über das Seco gesteuert. Daran verdient niemand gross, weil die Kurse durch öffentliche Ausschreibungen staatlich eingekauft werden.

      Die bei den RAV angemeldeten Stellensuchenden Kursteilnehmer bleiben in der Statistik, bis sie abgemeldet werden.

      Alles transparent und gut organisiert.
  • maxy 13.04.2016 13:02
    Highlight Highlight Das Problem: es gibt zu wenig bezahlte Arbeit für ältere Mitarbeitende. Sein Vorschlag: Teilzeitangestellte sollen mehr arbeiten. Hat irgend jemand diese Logik verstanden?
    • Digital Swiss 13.04.2016 13:07
      Highlight Highlight Irgendwie kaufen ich dem Typen nicht ab dass er ein Freund von Teilzeitarbeit ist.
    • Peter 13.04.2016 13:11
      Highlight Highlight Vogt findet gerade nicht, dass es zu wenig bezahlte Arbeit für die Älteren gibt. Für ihn sind das nur Einzelfälle. Und die Zweifel an seinem Bekenntnis zur Teilzeitarbeit sind nachvollziehbar. So richtig überzeugt hat er mich mit seiner Argumentation nicht.
    • Theor 13.04.2016 13:32
      Highlight Highlight Für solche Menschen sind wir halt einfach nur Kapital. Laufende 100 Franken-Nötli. Den Mensch im Mittelpunkt haben sie total vergessen. Da soll Mann und Frau am besten 100% arbeiten und fleissig die Wirtschaft ankurbeln. Scheiss Auf Kinder, Scheiss auf Erholung, Scheiss auf Menschlichkeit.
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  • Olf 13.04.2016 13:00
    Highlight Highlight Ich musste gerade an Hansi Voigt denken als ich den Titel gelesen habe.

  • Digital Swiss 13.04.2016 12:52
    Highlight Highlight Alte Schule. Zeugt von wenig Empathie gegenüber den Betroffenen. Es besteht aber die Gefahr dass sich dieses Problem in naher Zukunft verschärft.
    Auch die Aussagen ("durchsozialisiert") betreffend Vereinbarkeit mit der Familie ist sehr flach. Schön kann dieser Herr beurteilen dass es in ZH genügend Krippenplätze gibt. NOT.
    • Hierundjetzt 13.04.2016 14:18
      Highlight Highlight Doch er hat recht. Sie blenden beim Modell Schweden galant IHRE Kosten aus. Sie werden Schwupp 5-6 Monatslöhne Steuern zahlen.

      Jaaa wollen Sie das? Eben
    • Digital Swiss 13.04.2016 14:38
      Highlight Highlight @Hierundjetzt Ist zwar ein Weiterführendes Thema aber nur kurz; wenn ich alle Abgaben und Ausgaben vom Einkommen abziehe, wäre mir persönlich der pauschale Ansatz wohl lieber. Und eigenartiger Weise scheinen diese Schweden nicht sehr traurige oder unzufriedene Zeitgenossen zu sein.
    • Hierundjetzt 13.04.2016 21:08
      Highlight Highlight Schweden hat aber Industrie, Bergbau und Meer. Wir haben nur Dienstleistungen und sind 6 Mio gross. Daher sehe ich ein Modellimport eher skeptisch
  • Zeit_Genosse 13.04.2016 12:40
    Highlight Highlight Herr Vogt scheint Nachholbedarf bezüglich der Leistungserbringung der RAV in diesem Bereich zu haben. Seine verallgemeinerte Äusserung erachte ich in seiner Rolle als ungeschickt und ist eine persönliche Aussage. Differenzierter wäre, die RAV klären jeweils den Bedarf der Stellensuchenden ab. Die Aktivierung des Netzwerks und die Suche im verdeckten Arbeitsmarkt stehen ganz vorne bei der Beratung und Betreuung. Und manchmal hilft es ein Defizit durch einen passenden Kurs als Entwicklungsergänzung und als Aktivierungsmassnahme zu empfehlen. Weniger pauschalisieren würde auch helfen.
  • Benno Kästli 13.04.2016 12:39
    Highlight Highlight ein thema das bewegt. aber es braucht nebst der politik auch die firmen und die betroffenen selber, die etwas dazu beitragen. so wie firmen, welche ein zukunftsorientiertes Demographiemanagement betreiben. die werden gerade heute im kaufleuten von der organisation great place to work : http://www.greatplacetowork.ch/aktuelles/medienmitteilungen/737-preisverleihung-beste-arbeitgeber-der-schweiz-2016-am-13-april-2016-in-zuerich
  • cherezo 13.04.2016 12:31
    Highlight Highlight Dank der HSG "Kollektivüberintelligenzgeneration" wird gemäss Schulbuch überall der Rotstift angesetzt, wo möglich um Gewinnausschüttung und Aktionärsdividenden erhöhen zu können. Economy 2.0 sozusagen.-
    • Digital Swiss 13.04.2016 13:05
      Highlight Highlight Eine Untersuchung in DE (Quelle find ich nicht mehr) zeigt dass verantwortungsvolle Manager den Shareholder Value als falschen Ansatz beurteilen.
    • Linus Luchs 13.04.2016 13:57
      Highlight Highlight Zaffee, mit Ihrer ewigen Effizienzsteigerung erreichen Sie, dass durch Auslagerung und Automatisation immer weniger Menschen Arbeit haben, und dass die, die noch Arbeit haben, immer stärker ausgepresst werden und dadurch der Anteil derjenigen, die das gesundheitlich nicht mehr verkraften, zunimmt. Die Kosten für beide Gruppen, die Arbeitslosen und die Überlasteten, werden dann von der Wirtschaft dem Staat angehängt. Aus Sicht der Aktionäre mag das sinnvoll sein, aus gesellschaftlicher Optik ist es ein Desaster.
    • FrancoL 13.04.2016 20:34
      Highlight Highlight @Zaafee; nicht jede Effizenzsteigerung macht gesamtvolkswirtschaftlich Sinn, das haben mitunter sogar HSGler bereits mitbekommen. Nur wenn man die Wirtschaft in Einzelbetrachtungen auflöst trifft ihre Annahme zu, im Gesamten ganz und gar nicht. Ausser Sie seien der Meinung dass der Ertrag aus der Effizienzsteiegrung der Allgemeinheit gutgeschrieben wird und somit die bewirken Ausfälle in der Gesellschaft abgefedert werden können. Doch das haben Sie wohl kaum gemeint.
      Den Rest entnehmen Sie bitte aus dem Linus Luchs Post.
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SBB-Personal demonstriert gegen Meyer: «Chefs sind meilenweit von Realität entfernt»

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